Berlin den 22ten Aug.1799.

Ich benuze die Rückkehr des H. Legations Rat Weyland, um mich in Ihr gütiges Andenken zurückzurufen, und Ihnen ein paar meiner architektonischen Arbeiten zuzusenden. Ich hatte bereits die Ehre, Ihnen die erste im Manuscript vorzulegen, die eben iezt Über das Vogelhaus des M. Terentius Varro zu Casinum. Vom Herrn Hofrath Hirt. Vorgelesen den 16. Februar 1797. In: Sammlung der deutschen Abhandlungen welche in der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, vorgelesen worden in den Jahren 1792-1797: Schöne Wissenschaften. Berlin 1799: gedr. bey Georg Decker, S. 72-89 mit 1 gestoch. Falttaf.
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in den Akten der Academie erscheint
; Vgl. auch: (Hirt, Aloys): Über die toskanische Bauart nach Vitruv. Berlin. 23 S., 1 Bl., 1 Kupfertaf. 4°. Aus: Eigenthümliche Abhandlungen (der Berliner Akademie). Bd. 5. Mit hs. Korrekturen (Hans Ruppert: Goethes Bibliothek. Katalog. Weimar 1958, Nr. 1463).
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die zweyte ist in dem hiesigen Baujournal eingerückt
. Ich bitte Sie, diese Kleinigkeiten mit der Nachsicht aufzunehmen, die Sie, als ein Zeuge meines Kunststudiums, mir seit so vielen Jahren zu schenken pflegen.

Hirt verlas z. B. auch in der Versammlung der "Gesellschaft der Freunde der Humanität" am 10. August 1799 "mehrere Briefe aus dem 4ten Stück der Propilaen, von Göthe über schöne Kunst" (Sitzungsprotokolle, Landesarchiv Berlin, A Rep. 060-40, Nr. 12).
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Ich bin einer der fleißigsten Leser der Propylæen
; und freue mich unendlich, daß ein Mann, wie Sie, Bezieht sich auf die Ausschreibung der ersten Weimarer Preisaufgabe in den "Propyläen. Zweyten Bandes Erstes Stück" 1799 (vgl. 1799-07-27-a-Böttiger).
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den Kunstgeist zu befördern
übernommen hat. Die gute Wirkung wird gewiß nicht ausbleiben. Auch kann ich aufrichtig versichern, daß der Widerspruch, den meine Grundsäze in denselben finden, weit entfernt ist, mir üble Laune zu machen. Und wenn ich auch mir eine Ereiferung gegen andere hierwegen habe beykommen laßen; so war es nicht des Widerspruches halber, sondern wegen der schnöden Wegwerfung. Wer die Wahrheit aufrichtig suchet, erträgt gerne Zurechtweisung, aber keine Wie durch die Brüder Schlegel geschehen.
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Persiflage
. Herr Fernow in Rom, deßen Kopf, und Kunstsinn | 2 ich sehr schäze,Darin äußert sich Fernow u.a. gleich zu Beginn seiner Ausführungen in einer Fußnote: "Der im 10ten Stükke des vorigen Jahrganges der Horen befindliche Aufsaz über den Laokoon, der unstreitig das Wahreste enthält, was über den Ausdruk dieses berühmten Kunstwerkes öffentlich gesagt worden ist; hat die Veranlassung zu dem vorliegenden gegeben. So sehr ich mit dem Verfasser über das einig bin, was er in dieser Rüksicht gesagt hat; so wenig kann ich doch den Grundsäzzen, die er darin für die Kritik der bildenden Kunst aufstellt, beistimmen. Reines Interesse für Wahrheit, die ich mehr als meine Meinung liebe, und der Wunsch über diesen Gegenstand meines Studiums richtige Begriffe verbreitet zu sehen, haben mich zur Bekanntmachung meiner Gedanken über denselben bewogen, und ich wünsche daß man diese und keine andere Absicht darin finden möge. Diese Erklärung glaubte ich sowohl jenem Verfasser, als mir selbst, schuldig zu seyn, um allen Misdeutungen vorzubeugen." Und im Aufsatz selbst wird als Erstes die Grundfrage gestellt: "Ist Wahrheit oder Schönheit der höchste Zwek der bildenden Kunst? und soll, dem zufolge, die Wahrheit der Schönheit, oder diese jener, untergeordnet werden? "(S. 337-338). – Friederike Brun schreibt an Georg Zoega, Kopenhagen, 25. Januar 1800: "Hirts Aufsätze finden keinen Beifall - Sein Stil ist gar zu schlecht u verworren! Es ist doch wichtig das Zuströmende Regieren zu können womit man arbeitet" (Zoega, Briefe und Dokumente, Bd. 4, Nr. 800, S. 167).
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hat sich im Aprilstück des deutschen Magazins von diesem Jahre auch gegen meine Grundsäze erklärt
: aber dieß hat mich eben so wenig empört, als der kleine Kunstroman, den Sie in das 2 te Heft des 2 ten Bandes der Propylæen einrücken ließen. Unbekümmert über das Resultat, den das Ende dieser Discußionen haben mag, glaube ich fortdaurend, daß es gut sey, daß diese Materie von verschiedenen Gesichtspunkten angesehen, und behandelt werde. Ich bin daher gesonnen, die neuen Ansichten, und Gründe, welche in den genannten beyden Aufsäzen gegen meine Meinung aufgestellt sind, aufzunehmen, und darauf Nicht erschienen.
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in einer besondern Schrift darauf zu antworten
. Ich glaube recht gut einzusehen, worin die Meinungen wirklich verschieden sind, aber dabey liegt noch viel Mißverstand von Seite de s r Sprach gebrauches ausdrücke zu grunde. Denn bißher ist manches gegen mich behauptet be w orden, was gar nicht gegen mein System streitet, und worin ich gänzlich mit meinen Gegnern einverstanden bin. -

Ich habe dieses Frühjahr eine Vgl. 1799-07-27-a-Böttiger mit Sachanmerkungen.
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kleine Reise nach Niedersachsen
hin gemacht. Außer den Sammlungen in Braunschweig, und zum theil auch Die Kunstsammlung des Grafen Münster.
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in Hanover
, sah ich die Vgl. Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr: Beschreibung der Gemälde-Galerie des Freiherrn von Brabek zu Hildesheim, mit kritischen Bemerkungen und einer Abhandlung. 1792. - August Kracht: Ein großer Kunstfreund aus westfälischem Geschlecht: Graf Moritz von Brabeck und seine Gemäldegalerie zu Söder. In: Der Märker, Bd. 27, 1978.
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bedeutende Sammlung des H. v. Brabeck
| 3 in Söder, und diejenige des berühmten Beireis in Helmstädt, der einzelne merkwürdige Gemälde besizt. -

Unsere neue Die Berliner Bauakademie wurde am 18. März 1799 von König Friedrich Wilhelm III. gegründet und nahm am 1. Oktober 1799 ihre Arbeit auf. Bereits seit 1790 gab es an der Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften eine von Friedrich Becherer gegründete, allerdings einseitig auf "Prachtbaukunst" orientierte, "Architektonische Lehranstalt"
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Bauakademie ist endlich organisirt worden
, und wird künftigen oktober ihren Anfang nehmen. Der gute Willen des Königs hat sich vortrefflich dabey gezeigt. Das Institut, wenngleich manches auf eine andere Weise einzurichten gewesen wäre, und noch Zeit erfordert werden wird, bis es einiger Maßen im Gange ist, ist doch einzig in seiner Art. Es sind dabey nicht weniger als In den offiziellen Listen und Stundenplänen sind für 1799 17 angestellte Lehrer mit Lehrdeputat aufgeführt; vielleicht hat sich Hirt nicht mitgezählt: Prof. Gruson (Arithmetik, Algebra, Geometrie, Trigonometrie, Körperlehre, Kurvenlehre, Berechnung der Baukörper), Baukondukteur Jahn (Feldmesskunst, Nivellieren, Situationszeichnen), Oberbauassessor Zitelmann (Statik, Hydrostatik), Oberbaurat Eytelwein (Mechanik fester Körper, Hydraulik, Maschinenlehre), Bauinspektor Friedrich Gilly (Optik und Perspektive, architektonische und Maschinenzeichnung), Bauinspektor Simon (Bauphysik, physikalische Beschaffenheit von Baumaterialien), Oberhofbaurat Becherer (Konstruktion, Lehre von den Bauhandwerkern), Bauinspektor H. C. Riedel (Ökonomische Baukunst, nebst Anleitung zur Abfassung der Bauanschläge), Bauinspektor Gentz (Stadtbaukunst und Anleitung zur Abfassung der Bauanschläge), Oberbaurat Heinrich August Riedel (Strom- und Deichbau, nebst der Abfassung der Bauanschläge), Oberbaurat David Gilly, (Schleusen, Brücken, Hafen und Wegebau, nebst Abfassung der Bauanschläge) Hofrat Hirt (Kritische Gschichte der Baukunst), Prof. Rambach (Geschäftsstil), Bauinspektor Mandel (Unterricht im leichten architektonischen Zeichnen), Bauinspektor Schlaetzer (Unterricht im leichten architektonischen Zeichnen), Bauinspektor Meinecke (Architektonisches Zeichnen und Maschinenzeichnen), Maler Rösel (Architektonisches Zeichnen und Maschinenzeichnen). - Zitelmann fiel aufgrund seiner Krankheit gleich im ersten Semester aus; seinen Unterricht übernahm Mandel. - Zu den 17 Lehrern sollten noch (nicht namentlich benannte) bei der Kunstakademie angestellte Lehrer für das Fach Freie Handzeichnung hinzukommen. (Für die detallierten Angaben danke ich Christiane Salge).
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16. Professoren
mit Die Direktoren waren: David Gilly, Friedrich Becherer, Johann Albert Eytelwein und Heinrich August Riedel. Das Direktorium der Bauakademie sollte aus drei "vorzüglich thätigen und geschickten Räthen aus dem Ober-Bau-Departement" und Friedrich Becherer aus dem Oberhofbauamt gebildet werden (GStA PK I. HA, Rep. 76 alt IV, Nr. 1, fol. 99r).
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4. Direktoren
und Friedrich Anton von Heynitz und Friedrich Leopold von Schroetter.
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zwey Curatoren
angesezt. Vgl. den von Hirt am 30. Juni 1798 verfassten abschließenden Kommissionsbericht der Kunstakademie (GStA PK, I. HA, Rep. 76 alt IV, Nr. 1, fol. 20r-33r); weiterhin: An ein hohes Curatorium der königl. Kunstakademie Die Etablirung einer Bauschule und die von einem hiezu niedergesezten Commissorium abgefaßten Beschlüße zur Organisation derselben betreffen. Als Beylagen zum Protocolle. Berlin 15 ten Feb. 1799 (GStA PK, I. HA, Rep. 76 alt IV Nr. 2, fol. 86r-90v). - Grundsätze zu Einrichtung der […] Bau- Academie, 30. März 1799 (GStA PK, I. HA, Rep. 76 alt IV, Nr. 1, fol. 93ff. - Zu Aloys Hirt und die Bauakademie vgl. grundlegend den Aufsatz von Christiane Salge, in: Hirt II, S. 115-139.
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Mein Plan
, deßen Grundlinien der Organisation zwar beybehalten wurden, forderte weniger Unkosten, und weniger Menschen; und die Menge ist es hauptsächlich, was mich erschreckt; denn die Fächer sind zu sehr vereinzelt, und nicht genug begränzt worden. Hirt hatte in seinem obigen Gutachten vermerkt: "In Rücksicht der künftigen Direktion des Institutes ist meine Meinung folgende: / 1. Das architektonische Institut bleibt mit der königl. Kunstakademie verbunden: welcher man sehr paßend den Namen - Academie der zeichnenden Künste - geben könnte. / 2. Es hat demnach den nemlichen Curator, den nemlichen Secretär, den nemlichen Rendanten etc. / 3. Der iezige Direktor der Academie würde es auch für das architektonische Institut seyn".
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Auch geschah es gegen meinen Plan
, daß man diese Anstalt von der Academie der bildenden Künste sonderte, und ihr ein besonderes Lokale anwies.

Bald möchte es nun auch an die neue Einrichtung der Provinzialkunstschulen - für Handwerker vorzüglich - gehen. Hingegen möchte Vgl. dazu u.a. Hirts "Anmerkungen zu den Bemerkungen über die Redakzion des Rapports der Revisions-Commission" vom 17. Juni 1798 (GStA PK, I. HA, Rep. 76 alt III, Nr. 40 fol 9r-12v).
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die beßere Organisation der Academie der bildenden Künste
, Zu den Plänen zur Errichtung eines Chalkographischen Instituts in Berlin, dessen Vorbild sicher in dem gleichnamigen Insitut in Dessau zu suchen ist, konnte nichts Näheres ermittelt werden. Der Plan wurde nicht realisiert.
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die Errichtung eines chalkographischen Instituts
, und Vgl. dazu Hirts Denkschrift: Ueber die Einrichtung eines Königlichen Museum der Antiken und einer Königl. Gemäldegallerie (Manuskript vom 22. September 1798) (GStA PK, I. HA, Rep. 76 alt III Nr. 62, Bl. 3r-24v).
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die Vereinigung des königlichen Kunstschazes
- wozu ich die Plane gleichfalls entwarf - zu einer späteren Realisirung kommen. | 4 Sollte es Ihnen Vergnügen machen, einen Blick auf diese Plane zu werfen, so bitte ich dieselben von Hr. ober consistorial Rat Böttiger abfordern zu laßen, dem ich die Entwürfe hievon zur Einsicht überschickte.

Ich arbeite iezt anhaltend an Vollendung des ersten Bandes meiner Hirt arbeitete für seine Vorlesungen an der neugegründeten Bauakademie eine Geschichte der Baukunst aus. Das vollständige Werk erschien erst 1809 u.d.T. "Die Baukunst nach den Grundsätzen der Alten". - J. D. Sander schreibt am 21. September 1799 an Böttiger: "Wissen Sie denn schon, daß Hirt jetzt damit umgeht, seine Geschichte der Baukunst drucken zu lassen? Es sollen 3 Bände in 8 werden, und zu jedem Band etwa 50 Kupfer in Groß-Folio kommen. Den Verlag, oder - vielleicht - nur den Druck hat er mir bestimmt, u. ich freue mich darauf. Sehen Sie wohl, daß ich bald mit recht ansehnlichen Werken auftreten werde" (Maurach, Briefwechsel Böttiger - Sander, Bd. 3, S. 48).
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architektonischen Schriften
, und wenn mich die Kupferstecher nicht aufhalten, so hoffe ich bis Ostern damit fertig zu werden.

Ich bin mit unwandelbaren Gesinnungen fortdaurend
Ihr ganz ergebner
Hirt.

Nach Schrift Es sind mir eben Nichts Näheres ermittelt.
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3. bis 4. hundert Stück antike Gemmen
zum Verkauf angebothen worden. Ich habe sie aber selbst erst nur flüchtig übersehen, und wahrgenommen, daß nichts von besonderm Kunstwerth darunter ist, aber wohl manches sehr intereßante für Erudition. Auch kenne ich noch den Preis davon nicht. Ich werde sie aber iezt in meine Wohnung bekommen; und zugleich wird mir der Preis für gesammte Collection (denn einzeln soll nichts verkauft werden) angezeigt werden. Ich glaube nicht, daß der leztere beträchtlich seyn werde. - Ich schreibe Ihnen dieß; daß, wenn Sie etwa eine entfernte Lust dazu hätten, ich das weitere hierwegen besorgen könnte. In diesem Fall wünschte ich bald einen Wink von Ihnen zu erhalten. -