Wenn man Freude an einem eigenen verlängerten, folgerechten Leben haben darf, so wird sie erst vollständig durch die Erfahrung, daß andern Zeitgenossen das Gleiche zu Gute gekommen. Und zwar liegt hierin der beste Beweis, daß man sich nicht unwürdig und umsonst bestrebt; deshalb wird man sich am liebsten des wechselseitig Gelungenen erfreuen.

Nun erinnert mich Bei Ruppert nur Bd. 1 und 2 von Hirts "Geschichte der Baukunst bei den Alten" verzeichnet; Bd. 3 fehlt. - Goethe vermerkt in seinem Tagebuch, 26.7.1827: "Kam eine Sendung von Hofrath Hirt: Geschichte der Baukunst 3. Band. [...] Die Sendung von Hirt näher angesehen." - 16.8.1827: "Nach Tische Hirts Geschichte der Baukunst, die Landhäuser des Plinius angesehen. Kamen dazu Herr Oberbaudirector Coudray." - 17.8.1827: "Nach Tische Hirts Geschichte der Baukunst 3. Theil." - 19.8.1827: "Hirts Baukunst 3. Theil. Die Fora, Markt- und Handelsplätze der Griechen und Römer" (WA III, 11, S. 90, 98, 99).
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das übersendete Werk
auf's angenehmste an gemeinsamen Eintritt in das Kunstgebiet; es gibt Zeugniß von fortwährendem parallelen Handeln und Bemühn, von convergirendem und begleitendem Thun und Wirken.

Auch gibt Ihre werthe Sendung für den Augenblick architektonischer Betrachtung des Alterthums einen neuen Schwung, indem ich manchen Abend mit unserm Ober-Baudirector Herrn Coudray Tafeln und Erklärungen durchgehe und wir ein lebendiges Anschauen in der Erinnerung wieder aufzufrischen geschäftig sind.

Läugnen will ich jedoch nicht, daß bey dem abzustattenden lebhaften Dank ein Bedauern sich anfügt, daß man nicht wenigstens von Zeit zu Zeit, durch persönlichen Umgang und einiges Zusammenleben, im fortschreitenden Gange theilnehmend sich ermuntern könne, da man es jetzt schon als höchstes Glück schätzen muß, wenn man sich an den Resultaten erbaut und noch spät daraus einen bedeutenden Nutzen zieht.

Danckbar, treu verbunden J.W.v.Goethe.

Weimar d. 12. August 1827.