Allerdurchlauchtigster Grosmächtigster König!
Allergnädigster König und Herr!

Kunstfreunde aus allen Ständen haben mir verschiedentlich angelegen, einen Plan zu entwerfen für eine Gesellschaft von Freunden zur Unterstüzzung der Kunst in den Königlich Preussischen Staaten. ich habe einen solchen Entwurf gemacht: Allein es geht aus demselben hervor, daß es nicht möglich ist, einen solchen Verein gehörig zu organisiren, und ihn für die Aufnahme der vaterländischen Kunst wahrhaft wirksam zu machen, so lange nicht von Seiten des Staats für die bessere Einrichtung des gesammten Kunstwesens etwas Wesentliches geschieht. ich habe daher in dem Entwurfe selbst auf die Grundzüge in solcher Beziehung aufmerksam gemacht, und deswegen für nöthig erachtet, vor allen Andern einen solchen Plan zu der allerhöchsten Einsicht Euer Majestät gelangen zu lassen, und Allerhöchstdero Willensmeynung hierüber allerunterthänigst zu erbitten.

Euer Königliche Majestät haben in einer verhängnißvollen Zeit den Muth gezeigt, die Universität von In lateinischer SchriftBerlin mit einer seltnen Liberalität zu begründen, deren wohlthätige Früchte sich bereits zeigen, und forthin mehr offenbaren werden. | 2

In derselben Zeit war auch der Kunst-Akademie zu wiederholten Malen von Seiten Euer Majestät die schöne Hoffnung gegeben, daß auch sie, gleich den wissenschaftlichen Instituten, mit alle dem ausgestattet werden sollte, was erforderlich seyn würde, um das Aufblühen der Kunst in Allerhöchstdero Staaten, so wie es in andern Staaten geschieht, kräftig zu bewirken. Auf diese allergnädigste Verheissungen Euer Majestät gründet sich die Hoffnung Aller, welche den hohen Werth der Kunst auf die gesammte National-Bildung anerkennen. Wenn wir in Beziehung auf das Wissenschaftliche und andere schöne Einrichtungen auf gleicher Stufe Preußen stand im Kunstbereich besonders mit Bayern in Konkurrenz, speziell bei Kunstankäufen und dem Bau musealer Einrichtungen.
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mit den Nachbar-Staaten
stehen, und in Manchem selbst sie noch übertreffen mögen: so ist dies bis jetzt noch nicht der Fall in Beziehung auf die Kunst.

Ueber das Wesentliche, worauf es hierbey ankommt, Siehe Hirts Schreiben vom 23. März 1818.
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habe ich bereits Sr. Excellenz den Minister von In lateinischer SchriftAltenstein in Kenntniß gesetzt
, und es geschieht Vgl. das Schreiben Altensteins an Hirt vom 10. April 1818.
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mit seiner Genehmigung
, daß ich die Angelegenheit der Kunst unmittelbar vor Euer Königliche Majestät bringe. Die Wissenschaft und die Kunst haben gleiche Rechte an die Unterstüzzung von Seiten des Staats, und jetzt, Der Staatsrat, die höchste beratende (und auch kontrollierende) Behörde des Königs, war von Friedrich Wilhelm III. im März 1817 einberufen worden.
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wo Euer Majestät einen Staatsrath organisirt haben
, kommt die Kunst auch vor die Thüre, flehend, daß auch ihr jene Rechtsame zugestanden werden, um dahin zu kommen, jenen ruhmvollen Rang zu behaupten, der ihr in jedem civilisirten Staate gebührt.

ich verbleibe mit aller Unterthänigkeit
Euer Königlichen Majestät
allerunterthänigster
Der Hofrath Hirt
Lezte Str. Nr. 2.

Berlin / den 22. sten April 1818.