Selten wird es mir vergönnt, ein Wörtchen an Ew. In lateinischer SchriftExcellenz zu In lateinischer Schriftadressiren, weil ich nicht mit leeren Händen, das heißt: mit bloßen Phrasen vor Ihnen erscheinen möchte. Erwünscht ist mir demnach die Veranlaßung, Ihnen Ruppert, 1958, S. 312, Nr. 2164. - Goethe bedankt sich am 24. Mai 1830. In seinem Tagebuch vermerkt Goethe am 15. Mai 1830 den Empfang des Buches: "Hirts Kunstbemerkungen über Dresden und Prag" (WA, III, Bd. 12, S. 243), und etwa ein Jahr später, am 25. April 1831, eine Diskussion darüber mit Meyer: "Hofrath Meyer [...] Gespräch über Herrn Hirts Reise nach Dresden" (ebd., Bd. 13, S. 68; außerdem S. 99). - Zur Rezension der Weimarer vgl. 1830-05-24-v-Goethe und 1832-01-01-a-Goethe.
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ein kleines Buch
zuzusenden, welches zwar In der "Vorerinnerung", datiert "im October 1829", schreibt Hirt dazu: "Gegenwärtige Bemerkungen über Kunst und Alterthum wurden bereits vor zehn Jahren - 1819 - bey Gelegenheit einer Badereise geschrieben, theils in Teplitz und Carlsbad, theils nach der Rückkunft in den paar ersten Monaten zu Berlin. Damals sie durch den Druck bekannt zu machen, hinderten mich dringendere Arbeiten. Die Papiere wurden zurückgelegt, und nicht wieder von der Stelle gehoben bis in diesem Sommer, wo mir die zerrüttete Gesundheit eine wiederholte Reise nach den Böhmischen Heilorten gebot. / In Dresden verglich ich das früher Geschriebene mit den Denkmälern aufs neue; und da mir schein, dass meine Bemerkungen auch jetzt noch für Freunde der Kunst und des Alterthums nicht ohne Interesse seyn möchten, so wurden sie dem Drucke übergeben. [...] / Bey wiederholtem Aufenthalte in Dresden hatte ich mir eine bedeutende Menge Notizen gesammelt. Jetzt folgte mir das frische Andenken in die Heilorte; und da ich nicht leicht ohne irgend eine geistige Beschäftigung seyn kann; so wollte ich, dem Einflusse einer heitern Jahreszeit und dem Anschauen einer schönen Natur hingegeben, die Musse benuzzen, mir selbst von dem Gesehenen Rechenschaft abzulegen. Kein Anstrengen sollte es seyn, sondern mehr Lust und Erheiterung des Geistes: alles sehr wohl verträglich mit der Aufmerksamkeit, welche ein Badegast der Wiederherstellung gestörter Gesundheit zuzuwenden hat. [...] Das Thun bestand übrigens bloss in dem Ordnen und Classifiziren meiner frühern Aufzeichnungen, um dadurch dem Gedächtnisse zu Hülfe zu kommen. Da aber dabey der Geist genöthigt ward, manches in reiflichere Betrachtung zu nehmen, und Verwandtschaften und Unterschiede zu bemerken; so konnte es nicht fehlen, dass sich in manchen Beziehungen neue und unerwartete Aufschlüsse ergaben. / Dabey hat das Ordnen in Classen das Eigene, dass manches, was früher wenig bedeutend schien, hervortritt, und manches Ueberschätzte in die ihm gebührende Reihe zurücktritt. Dadurch wird aber manchmal bey einer Sammlung schon viel gewonnen" (S. III-V).
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schon längere Zeit geschrieben
, aber erst iezt erschienen ist. Möge es Ihnen einige angenehme Erinnerungen an Sammlungen, die Sie beßer als ich kennen, und woraus auch Sie die erste Weihe und Lehre schöpften, zurückrufen; und daraus zugleich die Überzeugung faßen, daß ich Ihrem Streben immer nahe war.

Goethe kam 1786 nach Rom, wo Hirt ihm bei der Besichtigung der Altertümer als Begleiter diente.
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Es sind iezt 43 Jahre
, wo ich mit Ihnen zuerst unter den Denkmälern Roms wanderte. Ich freue mich immer zu sehen, mit welcher treuen Anhänglichkeit die Musen Sie bis zur Stunde (möge es noch lange geschehen!) durch das Leben begleiten. Was ich in jener Zeit Ihrem Umgange und später Ihrer gütigen Ermunterung auf meiner damals betretenen Bahn verdanke, haben die Jahre aus meinem Gemüthe nicht verwischt. Was ich vermochte | 2 habe auch über der Zeileich zu leisten mich bemüht, und die Studien sind es, die meinen Geist und Körper noch emporhalten. Mit seinen Werken "Die Baukunst nach den Grundsätzen der Alten" (Berlin 1809) und "Die Geschichte der Baukunst bei den Alten" (3 Bde., Berlin 1821-1827) sowie zahlreichen Einzelpublikationen. - In einem Brief vom 12. Februar 1796 hatte J. H. Meyer aus Rom an Goethe berichtet: "Hirt, der arme Hirt wird [...] mit einem Werk über die Baukunst [...] seinen Ruhm unwiederbringlich zu Grunde richten: er bemüht sich darin, alle Ordnungen und Glieder der Gebäude aus der uranfänglichen Holzconstruction herzuleiten" (Goethe, 1917, S. 199). Goethe antwortete Meyer darauf am 3. März 1796: "Die fixen Ideen, welche der gute Hirt schon so ein Dutzend Jahre nährt, mögen denn freylich etwas steif und trocken geworden seyn, Mannigfaltigkeit des eignen Geistes und Biegsamkeit gegen fremde Gegenstände sind niemals seine Eigenschaften gewesen" (Goethe, WA IV, Bd. 11, S. 40). - In den "Tag- und Jahresheften" bemerkt Goethe zu Hirts "Die Baukunst nach den Grundsätzen der Alten" (1809): "Hirts Werk über die Baukunst forderte zu neuer aufmerksamkeit und Teilnahme in diesem Fache [...]".
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Was ich für die Architektur zu thun mir angelegen seyn ließ
, Die Geschichte der bildenden Künste bei den Alten. Von A. Hirt. Berlin 1833.
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möchte ich noch für die Geschichte der bildenden Künste bey den Alten leisten
. Auch für diese Arbeit möchte ich Sie als Zeugen und Prüfer meines sorgsamen Fleißes sehen. Aber schwer komt man zur Beendigung eines solchen Unternehmens. Je näher dem Ziel, je mehr fühlt man die Lücken, und welche Rückschritte, um Versäumtes nachzuholen, und tiefer zu erörtern, man machen sollte. Auch hier zeiget sich das Streben als ein Unerreichbares.

Hirt war seit 1820 offiziell mit dem Aufbau und der Einrichtung eines preußischen Kunstmuseums betraut worden. Am 6. Dezember 1820 reichte er einen Bericht zur Einrichtung des Museums an das Ministerium der Geistlichen- Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten ein (GStA PK, I. HA, Rep. 76 V). - In einem Schreiben an Altenstein vom 13. April 1829 erbat er, vorgeblich aus Gesundheits- und Altersgründen, Dispenz von seinen Geschäften beim Kunstmuseum: "[...] Ich bitte also Ew: Excellenz gehorsamst, meine Lage berücksichtigen, und bei Seiner Majestät gütigst bewirken zu wollen, daß ich von jetzt an von den Geschäften bei dem Museum despensirt werde. Ich darf um so mehr auf diese Gnade rechnen, da ich doch außer Stande bin thätig mitzuwirken, und ich mehr hinderlich, als förderlich sein würde" (GStA PK, I. HA, Rep. 89 Geh. Zivilkabinett j. P. Nr. 20441, Bl. 243 r-v). - Goethe war schon früher über Hirts Ausscheiden informiert. Am 29. Juni 1829 schrieb er dazu an C. L. F. Schultz: "Unser Freund Hirt erfährt nun, was Napoleon erfahren mußte: "Wer den Menschen allzu unbequem wird, hat zu erwarten, daß sie sich doch zuletzt zusammenthun und ihn beseitigen." Dabey glaubt denn doch ein solcher mit festem Gefühl, man thue ihm durchaus Unrecht" (Goethe WA, IV, Bd. 45, Nr. 258, S. 310, Z. 15-20).
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Meine Geschäfte zur Einrichtung des In lateinischer Schrift Museum , denen ich seit Jahren her viele Zeit opferte, habe ich bereits seit einem Jahre abgegeben.
Zur endgültigen Ausgestaltung des Museums vgl. den Bericht von Wilhelm von Humboldt an den König vom 21. August 1830. Darin heisst es u.a.: "Die Anordnungen des ganzen Geschäfts sind von der Commission gemeinschaftlich berathen und beschlossen worden. Ebenso haben alle Mitglieder der Commission den speciellsten Antheil an der Auswahl der Bilder und der Beaufsichtigung der Restauration derselben genommen, und ich kann hierbei namentlich der Thätigkeit und der schätzbaren Kunstkenntnisse der Professoren Wach und Dähling erwähnen. Die Ausführung an Ort und Stelle aber, sowie einzelne Geschäfte, sind natürlich einzelnen Mitgliedern zugefallen; alles Architektonische, die Besorgung der Zeichnungen zu den Bildrahmen, den Postamenten, Consolen, Tischen, Schränken, die Veranschlagung dieser Gegenstände u. s. w. dem Geheimen Ober-Baurath Schinkel, der sich um die gesammte Anstalt das größeste Verdienst erworben hat, die Restauration der antiken Bildwerke, so wie Alles, was dieselben sonst betrifft, den Professoren Rauch und Tieck, die Restauration der Bilder dem Maler Schlesinger, die ersten Vorschläge zur Anordnung der Gemälde, die Vertheilung derselben in die verschiedenen Klassen, die erforderlichen historischen Vorarbeiten zur Bestimmung der Meister und die Anfertigung des Verzeichnisses der Gemälde dem Dr. Waagen. Letzterer ist zugleich mit dem ganzen Geschäftsbetrieb bei der Anstalt beauftragt gewesen, hat die Rechnungen für die Restauration und andere specielle Gegenstände theils geführt, theils revidirt und die Ausführung alles Details an Ort und Stelle besorgt. Ohne seine unausgesetzte Thätigkeit, sowohl für die Aufstellung der Bilder, als bei der Anfertigung des Verzeichnisses, würde die Eröffnung der Gallerie jetzt nicht möglich gewesen sein." (zitiert nach: Alfred Freiherr von Wolzogen: Aus Schinkel's Nachlaß, Bd. 3, Berlin 1863, S. 298-299). Zur Aufstellung der Gemälde, der antiken Bildwerke, der Vasen und kleineren Kunstgegenstände, der Handzeichnungen und Kupferstiche im Einzelnen vgl. ebd., S. 303 ff. - In den Ausführungen zur Sammlungsabteilung I. Gemälde wird auch an Hirts Tätigkeit erinnert: "Für diese Sammlung war, als Ew. Königliche Majestät die Gnade hatten, durch die Allerhöchste Kabinetsordre vom 8. Mai vorigen Jahres mir die Leitung der neu ernannten Commission Allergnädigst zu übertragen, bereits sehr viel durch die frühere Commission unter der thätigen Mitwirkung des Hofraths Hirt geschehen. Die so ungemein zahlreiche Solly'sche Sammlung war schon im Ganzen insofern gesondert, daß die beiden großen Massen des ganz Unbrauchbaren und des auf keinen Fall dem Museum Einzuverleibenden von dem zu diesem Zweck Brauchbaren abgesondert waren" (ebd., S. 303).
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Mit der ietzigen Aufstellung habe ich nichts zu thun.
Dies geschah nicht.
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Vielleicht gebe ich aber eine Schriftheraus
, ähnlich der Gegenwärtigen über Dresden .

Mit steter anhänglicher Gesinnung
Ihr ergebenster
A. Hirt

Berlin 10 Mai / 1830.