Gnädiger Herr!

Der Mahler Büry sagt mir eben, daß Ew. Königliche Hoheit die Note von den Gemälden, welche er für Ihre Mayestät die Königin zu machen die Ehre hatte, zu haben wünschten: und er trägt mir über der Zeileauf, dieselbe hier aufzusezen.

1“Büßende Magdalena“, nach Guido Reni, um 1797. Im September 1800 Verkauf an Königin Luise von Preußen. Die Graphik gilt als verschollen. (Eine zweite Graphik schickte Bury mit seinem Brief vom 13.1.1798 von Rom aus als Geschenk an Goethe nach Weimar; ebenfalls verschollen.) (Nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 223, VGr 74-75).
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Eine büßende Magdalena
nach Guido – 30 Dukaten.

2Möglicherweise gemeint: „Kleiner Knabe (aus der Dresdener Galerie?), 1800, für Königin Luise von Preußen. Provenienz: im Besitz der Therese von Thurn und Taxis (1773-1839)“; das Gemälde gilt als verschollen (nach Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 216, VG 11).
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Ein Johann Baptist als Kind
nach Albani – 20. Dukaten.

3. Rahm und Glas für beyde Stücke - - - - - -  6. Reichstaler.

Außer dem hatte Büry die Ehre vorigen Herbst Ihrer Mayestät der Königin noch drey andere Gemälde in Potsdam zu zeigen, welche zur Zeit noch in Allerhöchstdero Verwahr sind.

Im Falle Ihre Mayestät noch etwas davon zu besizen wünschten, nimmt er sich auch die | 2 Freyheit die Preise von diesen herzusezen.

1. Das Gemälde “Bescheidenheit und Eitelkeit (Martha und Maria), nach Bernardo Luini (damals „Leonardo da Vinci“ im Palazzo Barberini, Paris Sammlung Rothschild, Pregny/Genf, eine Replik im Museum Ajaccio), 1793. Provenienz: September 1800 Kauf von Königin Luise von Preußen, ehemals Berlin, Stadtschloss, Rotes Eckzimmer“ (nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 214, G 6). - Ein weiteres Gemälde gilt als verschollen: „Bescheidenheit und Eitelkeit - Martha und Magdalena, nach Leonardo da Vinci (bereits um die Mitte des 19. Jh. Bernardino Luini zugeschriebenes Gemälde im Palazzo Barberini in Rom), 1793-96, Technik unbekannt. Provenienz: im Jahr 1802 Verkauf für 50 Friedrichsdor an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen; Berlin, Kronprinzenpalais, 1802 Zimmer der Königin, 1823 Rosa Eckzimmer, 1836 Rotes Eckzimmer (Schreibzimmer des Königs)“ (ebd., S. 216, VG 6). - Eine Graphik „Bescheidenheit und Eitelkeit (Martha und Maria), nach Barnardo Luini, 1793, Aquarell, Erstkopie und Wiederholungen; Verbleib unbekannt“, kaufte König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1802 für 50 Friedrichsdor, „Berlin, Königliches Palais (Kronprinzenpalais), 1802 Zimmer der Königin, 1823 Rosa Eckzimmer, 1836 Rotes Eckzimmer (Arbeitszimmer des Königs)“ (ebd., S. 223, VGr 62-68).
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Der stille Ernst, und der Leichtsinn:
zwey weibliche Figuren nach Leonardo da Vinci copirt – kostet 35. Fred. d’or.

2Die Graphik Die „Fündung Moses“, nach Raffael, 1798, gilt als verschollen (nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 223, VGr 79).
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Moses von der Tochter Pharao’s gefunden
nach Raphael – kostet 30 Fred. d’or.

3Die Graphik „Joseph deutet Pharaos Traum“, nach Raffael, 1798, gilt als verschollen (nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 223, VGr 81).
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Joseph legt Pharao den Traum aus
: nach Raphael – kostet 30. Fred. d’or.

Büry mahlt eben iezt das Drei von Bury 1801 geschaffene Gemälde der Gräfin gelten als verschollen: „Gräfin Tolstoi, 1801, Gemälde auf Goldgrund, früher Petersburg Eremitage“. - „Gräfin Tolstoi, geb. Bariatinsky, 1801, Gemälde auf Goldgrund für Caroline Friederike Freiin von Berg, geb. Gräfin von Haeseler (1760-1826)“. - „Gräfin Tolstoi mit ihrer Tochter, 1801“ (alle Angaben nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 216, VG 14, VG 15, VG 16). - Die Gräfin Tolstoi lebte 1800 bei ihrer Mutter, einer geborenen Prinzessin Holstein-Beck von Oldenburg, in Berlin.
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Bildniß der Gräfin Tolstoi
, und da er hoffet, daß es ihm gelingen soll, so wünschet er nichts so sehr, als daß er nach deßen Vollendung die Erlaubniß erhielte, nach Potsdam zu kommen, um es Ihrer Mayestät der Königin zu zeigen.  

Ich verbleibe mit wahren Ergebenheit
Ew. Königliche Hoheit
unterthänigster
Hirt Berlin den 27ten März 1801.  | 3

P.S. / Bury wird die Gräfin 1810 malen: „Luise Gräfin von Voss, geb. Freiin von Berg auf Wolfsleben (1780-1865), 1810, Öl auf Leinwand, 76,6 x 56 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. GG 4/55“ (eine Replik, 1810, Öl auf Leinwand, 76,6 x 55,8 cm, Privatbesitz Lübbenau, Schloss, Graf Guido zu Lynar) (nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 215, G 22, G 23).
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Die Gräfin v. Voss, geb. v. Berg
versicherte Herrn Büry noch dieser Tagen, daß er auch den christus von Leonardo da Vinci noch einmal machen sollte. Er wünschet also sehr, etwas Bestimmtes hierwegen zu erfahren, denn in diesem Fall würde er diese Arbeit sogleich übernehmen, und zwar um den Preis von 80. Dukaten, “Christus und die Pharisäer (später Christus unter den Schriftgelehrten), nach Leonardo da Vinci (bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts Bernardino Luini zugeschriebenes Gemälde in der Sammlung des Prinzen Aldobrandini im Palazzo Borghese in Rom), 1792-96. Provenienz: im April 1799 von Bury mit nach Hanau gebracht; im September 1800 Verkauf für 80 Dukaten an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen; Berlin, Kronprinzenpalais, 1802 Zimmer der Königin, 1823 Rosa Eckzimmer, 1836 Rotes Eckzimmer (Schreibzimmer des Königs); vor 1840 im Berliner Stadtschloss, Grünes Zimmer in der Wohnung des Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Marianne nachgewiesen; um 1840 im Berliner Kronprinzenpalais, Schreibzimmer des Königs; 1845 in der Münchner Residenz, Schreibzimmer der Königin Marie“; gilt als verschollen (nach: Katharina Bott: Der Maler Friedrich Bury, 2013, S. 216, VG 5). - Bury fertigte von diesem Gemälde 1792 zehn Aquarelle an; Erstkopie und Wiederholungen; Verbleib unbekannt; spätere Kopien sind nicht bekannt.
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so wie derjenige, den er für Seine Mayestät zu mahlen die Ehre hatte
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