Verehrtester Herr Profeßor!

Ich danke Ihnen bestens für Brief erschlossen: [1827-11-vor7x-v-Gerhard].
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Ihre freundschaftlichen Zusendungen
, und beantworte dieselben hiemit nach der Ordnung.

Auf seiner Reise von Berlin nach München, wo Gerhard den Druck seiner Werke bei Cotta voranbringen wollte, untersuchte er die Antikensammlungen in Braunschweig, Hannover, Kassel und Arolsen. Ein Aufsatz über das Onyxgefäß aus der Braunschweiger Sammlung erschien im Kunstblatt 1827, Nr. 94 und 95; die Beschreibung der Antikensammlung in Arolsen erschien im Kunstblatt 1827, Nr. 87-90.
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Daß Sie nicht nur Einiges in Braunschweig und Caßel, sondern auch in Arolzen gefunden
, freuet mich, und gern werde ich Ihre Bemerkungen darüber im Druck lesen. - Von Wilhelm Zahn erscheinen in der Folgezeit u.a.: "Neu entdeckte Wandgemälde in Pompeji: in 40 Steinabdrücken nach Zeichnungen von W. Zahn" (München [u.a.]: Cotta, 1828-1830). - "Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herkulanum und Stabiae: nebst einigen Grundrissen und Ansichten nach den an Ort und Stelle gemachten Originalzeichnungen" (Berlin: Reimer, 1828-1859 (Folge 1, Heft 1-10: Berlin 1828-1830; Folge 2, Heft 1-10: Berlin 1842-1844; Folge 3, Heft 1-10: Berlin 1852-1859), mit 100 Tafeln). - Zu den ersten zehn Heften des letztgenannten Werks erschien eine Besprechung von Hirt in den "Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik", 1830, Bd. 2, Sp. 118-120 (= Juli, Nr. 15).
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Herr In lateinischer SchriftZahn
hat mir Ihren Brief gebracht, und ich danke Ihnen für deßen Bekanntschaft. Rauch schreibt am 11. November 1827 an Böttiger: "gegenwärtig zeigt und demonstrirt uns der Architekt und Maler Zahn aus Cassel seine reichhaltigen Mappen Pompejanischer Entdeckungen im Gebiete der Malerei und andern dazu gehörigen." (Robert Boxberger: Briefe des Bildhauers Chr. Rauch, meist an Hofrath Böttiger, aus dessen Nachlass auf der Bibliothek in Dresden. In: Jahrbücher der Königlichen Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, N. F., Heft XI, Erfurt 1882, S. 153).
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Er hat mir schöne Sachen gezeigt
, und Der Antrag von Hirt und Schinkel vom 3. Dezember 1827, die "antiken Skulpturen in Elfenbein und Knochen von dem Maler Zahn" für das Museum anzukaufen, wird vom König mit Schreiben vom 14. Januar 1828 abgelehnt (GStA PK, I. HA, Rep. 76 V Sekt. 15 Abt. I Nr. 3 Bd. 5, unpaginiert).
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die Elfenbeine, die dem er besizt, wird wohl das Königliche In lateinischer SchriftMuseum ankaufen
. Ist das In lateinischer SchriftPompeianische Gemälde, Schelling: Ueber die Bedeutung eines der neu entdeckten Wandgemälde von Pompeji. (Mit einem lithographirten Umriß). Vorgelesen in einer Sitzung der philosophisch-philologischen Klasse der Akademie der Wissenschaften in München [am 5. Dezember 1829]. - Bei dem Bild handelt es sich um die Darstellung einer mythischen Vermählung an der Wand eines neu entdeckten Gebäudes in Pompeji, dem der Name "Haus des Poeten" gegeben wurde. Schelling interpretiert die Darstellung nicht, wie in Nr. 8 des "Kunstblattes" vom Jahr 1826 geschehen, als Wiedervermählung von Menelaus und Helena oder als die von Peleus und Thetis, sondern sieht in den beiden Hauptfiguren Kronos und Rhea: "Es ist dagegen gar nicht zu zweifeln, daß die Vermuthung des Hrn. Prof. Gerhard, die Hauptfiguren stellen Kronos und Rhea vor, die einzig richtige ist; dafür würde schon das mit einem rothen Schleier verhüllte Hinterhaupt sprechen, welches, wie jedermann weiß, ein beständiges Attribut und Kennzeichen der Saturnus-Bildungen ist. Nicht weniger sprechen dafür die wildschönen Züge des Angesichts der weiblichen Figur und die strengen Gesichtszüge der männlichen. Die Handlung gehört der Zeit des herrschenden Kronos an. Hr. Prof. Gerhard nimmt nur darum Anstand sich für diese Bedeutung entschieden auszusprechen, weil, wie er sagt, die drei unter dem Sitze in lauschendem Gespräch beieinander sitzenden Jünglinge bei jedem bisherigen, also auch bei diesem Erklärungsversuch unenträthselt geblieben seyen. Es war nun aber gerade umgekehrt, die aus der bloßen Beschreibung errathene Bedeutung dieser drei Jünglinge, welche mich von der Deutung der Hauptfiguren auf Kronos und Rhea erst eigentlich überzeugte. Nur war die Angabe der drei Jünglinge selbst zu unbestimmt [...]. Ich mußte daher um so begieriger seyn eine treue Zeichnung des Gemäldes zu sehen, ein Vortheil, der mir [...] zuerst durch Hrn. Prof. Schorn zu Theil wurde." In den drei Jünglingen erkennt Schelling die drei Söhne des Kronos, Zeus, Aides und Poseidon, die sich später die Weltherrschaft teilen. (Zitiert nach: Schellings Werke. Nach der Originalausgabe in neuer Anordnung herausgegeben von Manfred Schröter, Fünfter Ergänzungsband, München 1842, S. 543).
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deßen Erklärung In lateinischer SchriftSchelling vorhat
, dasselbe, von dem Sie mir die Durchzeichnung zeigten? Ich wäre umso neugieriger die Erklärung von dem trefflichen In lateinischer SchriftSchelling (an den ich einen freundschaftlichen Gruß zu bestellen bitte) zu zu lesen, da ich selbst gedenke, auch eine Erklärung davon zu geben, vielleicht für Ihre Gerhard hatte ursprünglich geplant, zusammen mit seinen Freunden, die sich zu einer hyperboräisch-römischen Gesellschaft verbunden hatten, interessante antike Denkmäler in regelmäßigen Heften herauszugeben. Doch Cotta zog die anfängliche Zusicherung seiner Teilnahme zurück (nach: https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Gerhard,_Eduard). Mit der am 21. April 1829 erfolgten Gründung des "Instituto di correspondenza Archeologica", dessen Mitbegründer Gerhard war und dessen Protektorat der preußische Kronprinz übernommen hatte, ging die Herausgabe einer entsprechenden Zeitschrift einher, der "Annali dell'Instituto di Corrispondenza Archeologica" (= Annales de l'Institut de Correspondance Archéologique), dessen erster Band "Roma: A Spese dell 'Instituto, 1829" erschien. In diesem ist Hirt als ordentliches Mitglied des Instituts verzeichnet (S. V). Der erste Jahrgang enthält: III. Illustrazioni. [...] 3. Dipinti pompeiani. a. Médée, tableau d'après Timomaque. - b. Le nozze del Sonno e di Pasitea. - c. Il nido, Idillio. "Traduzioni dall' originale tedesco del consiglier Hirt" (S. 243-254). - Parallel zu den "Annali" gab das Institut ein "Bullettino" heraus.
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neu projektirte archaeologische Zeitschrift
. Ich bitte mir ein Wort darüber in Ihrer Brief nicht überliefert; [1827-11-25x-v-Gerhard].
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nächsten Zuschrift
zu sagen; und auch ob ich hiezu eine neue Durchzeichnung von In lateinischer SchriftZahn hiezu schicken sollte. - Zu dieser Zeitschrift steht übrigens V. Vases peints. Sopra un dipinto d'un vaso fittile rappresentante il ratto del Palladio, tradotto dal tedesco. Dall' autore medesimo - [am Schluß]: Luigi Hirt. In: Annali dell'Instituto di Corrispondenza Archeologica - Annales de l'Institut de Correspondance Archéologique. Vol./Tome 2. Parigi: A spese dell' Instituto; 1830, Fasc./Cah. 1, S. 95-105 mit 1 gestoch. Tafel D.
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mein Aufsatz über das Palladium
zugleich mit der Zeichnung ganz zu Diensten. - Wilhelm Stier war nach einem mehrjährigen Italienaufenthalt erst 1827 als Reisebegleiter Bunsens nach Berlin zurückgekehrt und wurde Lehrer (Conducteur) an der Königlichen Bauakademie. In Rom hatte er dem Kreis deutscher Künstler angehört; im Oktober 1824 lernte er Schinkel kennen, der ihm ein preußisches Stipendium zur Fortsetzung seiner Studien der antiken Architektur verschaffte. - Rauch schreibt am 11. November 1827 an Böttiger: "Auch unser Minister Bunsen aus Rom hat den Architekt Stier in seiner Begleitung, ebenfalls ein tüchtiger fleissiger Künstler, vor allen schön, neu und zweckmässig sind seine Blätter einer protestantischen Kirche, deren Plan ihn mehrere Jahre zu Rom beschäftigte. Schinkel lobt ihn sehr!" (Robert Boxberger, a.a.O., S. 153).
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Herr In lateinischer SchriftStier
hat mir die drey Blätter eingehändigt. - Noch habe ich die Ankündigung von In lateinischer SchriftStackelberg über die Das von v. Stackelberg zusammen mit August Kestner verfasste Werk [Unedierte Gräber von Corneto] wurde nicht publiziert; Druckvorlage von 1827/28 in Viterbo (Provinz), Tarquinia (vgl. arachne http://arachne.uni-koeln.de/arachne/index.php?view[layout]=buch_item&search[constraints][buch][searchSeriennummer]=2663; Version vom 22.11.2016). - Vgl. auch den Bericht "Römische Ausgrabungen" im "Kunstblatt. Herausgegeben von Ludwig Schorn", Jg. 6, 1825, Nr. 50 vom 23. Juni 1825, S. 197-200, gez. "G." - Auf dem Gelände des antiken Tarquinia befindet sich eine Nekropole mit etwa 6100 in den Fels geschlagenen Grabkammern aus dem 6 bis 2. Jh. v. Chr.; etwa 150 Grabkammern sind mit Fresken ausgemalt, die einen Meilenstein in der Erforschung der etruskischen Kunst darstellten.
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neuen Denkmäler von In lateinischer SchriftCorneto
noch nichts gesehen. Die Zeichnungen mögen gut ausfallen, so wie die von In lateinischer SchriftPhigalia . Nur muß über der Zeileman wünschen, daß er sich in der Erklärung kurz nähme, denn Textverlust durch Tintenklecks
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kurze5 Wörter unleserlich [...] (?)
In lateinischer Schriftarchaeologische Erklärungen scheinen nicht seine Sache zu seyn. - Schicken Sie mir doch bald die ausführliche Ankündigung über die neue Zeitschrift. wer wird dieselbe redigieren? - | 2

Ich komme auf die Hauptsache. Gerhard hatte um die Zusicherung einer Anstellung beim königlichen Museum gebeten. Diese erhielt er nicht, dafür jedoch die Restituierung seines früheren Gehalts von 650 Talern als Wartegeld auf zwei Jahre plus 300 Taler Reisegeld nach Italien. - Bereits früher hatte Gerhard der Berliner Akademie der Wissenschaften seine Dienste in Rom angeboten und um Unterstützung gebeten. In einem Brief aus Rom vom 24. April 1823 schrieb Gerhard an August Boeckh: "Ich dachte die Akademie um Unterstützung für eine Sammlung Monumenti inediti zu bitten, namentlich Reliefs. Niebuhr, der vor etlichen Tagen von Neapel nach Deutschland durchreiste, hat mir dies abgerathen und mich bestimmt, der Akademie ein allgemeines Anerbieten für Berichterstattung über die neuesten antiquarischen Erscheinungen, für Notizen über Codicis und Monumente und Ausmittelung von Personen für deren Vergleichung und Zeichnung, endlich zur Besorgung von Bibliothekbüchern anzubieten" (Maximilian Hoffmann: August Boeckh: Lebensbeschreibung und Auswahl aus seinem wissenschaftlichen Briefwechsel. Leipzig 1901, S. 384). Boeckh ersuchte Gerhard in seinem Antwortschreiben vom 17. August 1823, einen bestimmten Antrag an die Akademie zu stellen, wies aber darauf hin, dass gegenwärtig "an der Akademie soviel Verstimmung sei, dass vieles aus Misstrauen nicht geschieht" (ebd., S. 384). - Die Bemühungen Hirts, die Akademie der Wissenschaften zu einer Unterstützung von Gerhards Zeichenwerk zu bewegen, sind erst für die Jahre 1829 und 1830 belegt. In den Sitzungsprotokollen der historisch-philologischen Klasse ist am 28. Juli 1829 vermerkt, dass Boeckh einen Brief Hirts mitteilte, "worin derselbe den Wunsch äußert daß das hetrurische Unternehmen der H[erren] Gerhard u Panofka von der Akademie mehr unterstüzt werde u daß es auf eine Summe von circa 700 r[eichstaler] ankommen werde. Es war H[errn] Boeckh anheim gegeben die Sache in eine solche Form zu bringen daß eine Garantie wegen Verwendung des Geldes u Beendigung des Unternehmens der Akademie könne gegeben werden." Am 27. Oktober 1829 heisst es weiter: "Der von H Boeckh in bestimmtere Termine [?] gefaßte Intercession des H Hirt für H Gerhard wurde zum Vortrag gebracht und beschlossen die Sache an den Geldverwendungsausschuß zu bringen und auf eine Unterstüzung von 600-700 r[eichstaler] anzutragen unter der Bedingung daß H Gerhard seine Zeichnungen hieher sende und auch hernach über die Art der Publication sich mit der Akademie Zustimmung ersuche" (Archiv der BBAW, PAW (1812-1945), II-V, 143, vol. 2 der Sitzungsprotokolle der histor.-philolog. Klasse 1824-1829, Bl. 56 und 57). - In der Klassensitzung am 2. Februar 1830 "trug der Sekretar die dem H Gerhard gemachte und nun vom Minist[erium] genehmigte Bewilligung[?] betreffend vor, daß da ein eigner Antrag von H Gerhard nicht vorliege es auch nicht passend scheine daß der Sekretar hier eine amtliche Anzeige mache. Er machte den Vorschlag, daß H Hirt durch welchen die Sache in Anregung gebracht wurde gefragt werden möge ob er das nothige an H Gerhard wolle gelangen lassen, welches genehmigt ward. / N. S. H Hirt hat sich unterm 9.ten in einem Handbillet bejahend erklärt." In der Sitzung am 4. Mai 1830 ist Hirt anwesend und "referirte über die Ankunft der Zeichnungen des H Gerhard und dessen weitere Wünsche. Es fand sich indeß daß für jezt in dieser Sache nichts zu beschließen sei da die Akademie mit der Publication sich nicht befassen wolle u eine weitere Unterstüzung jezt nicht könne in Antrag gebracht werden." (Ebd., II-V, 144, vol. 3 der Sitzungs-Protokolle der philos.-histor. Klasse von 1829 - April 1832, Bl. 5 und 9). - In einem Schreiben vom 13. März 1830 dankt Gerhard Boeckh, dass er durch dessen "erfolgreiche Fürsprache" "die erfreuliche Beihülfe" erhalte, "welche die Akademie meiner etruskischen Unternehmung gewährt und durch Herrn Hofrath Hirt mir angezeigt hat. Diese Hilfe kommt gerade zu rechter Zeit, um von den disponiblen Fonds die möglichste Anwendung zur Fortsetzung der Sammlung zu machen. Ich denke jedenfalls einen Zeichner nach Perugia zu schicken, um die zahlreichen Todtenbüsten des Museo Oddi zu zeichnen; dieses kann in wenig Wochen geschehen, und unterdess erfahre ich wol, was etwa noch von dem Ministerium, an das ich zunächst eine erneute Eingabe machen werde, zu hoffen, wie sehr oder wie wenig ich demnach mich zu beschränken habe. Die Sache steht nämlich folgendermassen. Im Sommer 1828 erhielt ich 800 Thlr. für den allgemeinen Zweck, unedirte Antiken zeichnen zu lassen. Der damals gewonnene Reichthum der Kollerschen Originale bestimmte mich, zunächst unsern archäologischen Apparat durch Vasenzeichnungen zu erweitern; dann geschah viel in Neapel, wo ich gerade damals war, und dort und in Rom mancherlei, weil diese Gattung von Denkmälern zugleich zu den wichtigsten und zu den flüchtigsten gehört, und die Entdeckungen von Canino urplötzlich dazu kamen. Im selbigen Herbst ging ich aber noch nach Etrurien, denn zur Erhaltung weiterer Fonds war vom Ministerium und, in Erwägung dass ein archäologisches Kabinet wichtiger Handzeichnungen uns des Ankaufs mancher Originale entübrigen könne, direkt vom König Hoffnung vorhanden, und an Fonds für den Augenblick fehlte es nicht. Es war aber bereits Herbst und die Jahreszeit kurzer und finsterer Tage herangekommen; das Frühjahr hatte ich, meines Aufenthalts in Italien nie für mehr als für die nächsten Monate gewiss, nicht erwarten wollen. Um nun die Reise des Zeichners einigermassen erspriesslich und deren Ausbeute verhältnissmässig wohlfeil zu machen, musste ich ihn wenigstens ein halb Jahr beschäftigen; gleichzeitig kam der günstige und zweckdienliche Vertrag mit Inghirami dazu [...]. Vom König erfolgte auf einen grossen, von Bunsen aufs dringendste unterstüzten und infolge dessen von dem Ministerium nachdrücklich empfohlenen Plan seit dem Oktober 1828 keine Antwort; dieser Plan muss in die Angelegenheiten des Museums verschmolzen worden seyn. Indess hat die sichere Aussicht zu einiger Gewährung desselben und die Nothwendigkeit unverzüglicher Ausgaben, wenn die Gelegenheit nicht versäumt oder später doppelt bezahlt werden sollte, mich damals zu beträchtlichem Aufwand aus fremden Mitteln veranlasst, der die disponiblen Fonds um nicht weniger als 510 Scudi (770 Thlr.) überstieg. Mit Zuversicht hoffe ich, dass König und Ministerium in Erwägung des grossen und äusserst wohlfeilen archäologischen Apparats, den ich geschafft, mich nicht im Stiche lassen werden, und nehme in diese Hoffnung den Zuschuss der Akademie mit der mir zugekommenen Weisung buchstäblich, um die früheren Zeichnungen fortzusetzen. Die Zeit, um auf Antwort zu passen, kann ich in dieser Jahreszeit und bei naher Aussicht meiner Zurückberufung fürs Museum nicht versäumen [...] P. S. Kurz vor Abschluss der Post [...] habe ich für mich und mit Bunsen das Bedenkliche meines Vorsatzes erwogen, in unsicherer Aussicht auf fernere Fonds das Unternehmen sofort weiter zu treiben. Der Akademie überliefere ich jedenfalls als Equivalent ihres Zuschusses eine beträchtliche Sammlung etruskischer Inedita, die aus dem gesammten Vorrath sich leicht ausscheiden wird; und dieses wäre der schlimmere Fall. Der bessere wäre, dass die Ansicht der mehr als 500 Inedita, deren Totalaufwand bis jetzt 671 Scudi beträgt, mir vom Ministerium und von der Akademie selbst einen ferneren Zuschuss auswirkt, und beiden Behörden eine solche Ansicht zu gewähren, schicke ich das ganze Corpus meiner Zeichnungen mit einer in wenig Wochen abgehenden Kuriergelegenheit nach Berlin" (Boeckh: Lebensbeschreibung (siehe oben), S. 385-387). Am 27. März 1830 schreibt Gerhard weiter an Boeckh: "Dieselbe Gelegenheit, [...] welche Ihnen diesen Brief zustellt, bringt auch meinen etruskischen Apparat durch Herrn Hofrath Hirts Beförderung an die Akademie, zugleich einen ostensiblen Brief an denselben über den Stand der Sache. Die Monumente werden ihren Werth selbst dokumentiren; redselige Erklärungen waren nicht am Ort, und was an und für sich indifferent scheint, ist es nicht für ein Corpus. Somit, denke ich, wird Ihre und Hirts kräftige und erfolgreiche Verwendung für die Sache vor dem Plenum der Akademie gerechtgertigt seyn; möchte sie diesem Unternehmen die weitere Unterstützung zuwenden können, welche ihm auch bei den bescheidensten Anforderungen Noth thut! [...] Die eingesandten 504 Zeichnungen betragen beinahe 1000 preuss. Thaler, und es bedürfte also eines Zuschusses von 300 Thlr., um sie als vollständiges Eigenthum der Akademie betrachten zu können; soll irgend etwas zu ihrer Fortsetzung geschehen, so bedürfte ich ausserdem wenigstens zunächst noch 400 Thl., überhaupt aber, wenn ein Corpus etruskischer Denkmäler zu Stande kommen soll, nach den im Bericht an Hirt darüber gegebenen Details, ohngefähr soviel als die ganze Sache bis jetzt gekostet hat, nämlich 600 bis 700 Scudi oder gegen 1000 Thl. Dazu, fürchte ich, wird die Akademie weder hinlängliche Neigung noch Summen haben, könnte aber durch einige fortgesetzte Bewilligungen und durch Unterstützung der Sache beim Ministerium das Unternehmen doch wol durchsetzen. Dazu kann dann niemand besser wirken als Sie, und wünsche ich von Herzen, dass Sie dieser Angelegenheit die fortgesetzte Beachtung gönnen mögen, die Sie ihr bis jetzt zugewandt haben und die sie verdient!" (ebd., S. 387). - Gerhards Werk "Auserlesene griechische Vasenbilder hauptsächlich etruskischen Fundorts" erschien 1840-1858 zu Berlin in 4 Bänden.
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Um Ihr Intereße bey der Akademie wahrzunehmen
, habe ich es übernommen, eine Hirt [Bespr.]: XXXV. Monumenti Etrusci, o di Etrusco nome, del Cav. Francesco Inghirami, Bodia Fiesolana, aus der Druckerei des Verfassers, 1821-1826. 10 Bde. in 4°. In: Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik. Herausgegeben von der Societät für wissenschaftliche Kritik zu Berlin. Stuttgart, Tübingen: Cotta, Jg. 1828, Bd. 1, Sp. 811-832 (= Juli, Nr. 101-102, 103-104).
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In lateinischer SchriftRecension von dem Bändereichen werke des In lateinischer SchriftInghirami
zu machen, welche ich, ehe sie den critischen Jahrbüchern übergeben wird, der Akademie vorlegen werde, um so die In lateinischer SchriftPetition zu motivieren, und desto eher die Absicht zu erreichen. Auch In lateinischer SchriftBoeckh ist der Meinung, daß der Plan auf diese Weise am besten durchzusetzen seyn möchte. Doch möchten noch immer ein paar Monate hingehen, bis ich Ihnen ein sicheres In lateinischer SchriftResultat melden kann. Übrigens bleibt der Betrieb bey der Akademie ganz unabhängig von dem bey dem In lateinischer SchriftMinisterium . - Dieses hat nämlich mir
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Ihre fünf Briefe
zum Gutachten eingeschickt; und wie Sie leicht denken können, habe ich Ihre Wünsche und Anerbieten in jeder Beziehung auf's Kräftigste unterstützt. Doch habe ich bis iezt noch nichts über das In lateinischer SchriftResultat erfahren. Der Geheime OberRegierungs Rath In lateinischer SchriftSchulze wird aber mich davon zu unterrichten suchen. Vielleicht erfahren Sie es aber eher als ich.

Sie haben aber, mein lieber Freund, Wilhelm Dorow war im Juni 1827 von Berlin nach Italien abgereist und hatte sich dort an Grabungen etruskischer Gräber auf den Gütern des Fürsten Canino beteiligt und zahlreiche Funde beiseite geschafft. Obwohl der Grundbesitzer prozessierte, konnte Dorow 400 Vasen behalten (nach: Marion Widmann: Das Museum Rheinisch-Westphälischer Alterthümer in Bonn. In: Constanze Breuer, Bärbel Holtz, Paul Kahl (Hrsg.): Die Musealisierung der Nation. Berlin 2015, S. 277; vgl. auch: Olaf Dräger: Der nicht ganz erklärliche Dorow. In: Berichte aus dem LVR-LandesMuseum. Bonn 01/2011, S. 21). - Zu den Funden vgl. Wilhelm Dorow: Etrurien und der Orient nebst Albert Thorwaldsen's Darstellung der 1828 entdeckten etrurischen Alterthümer. Heidelberg 1828. - Vgl. auch: 1829-07-11-a-Gerhard mit Sacherläuterung.
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einen großen Rivalen in der Person des famosen Dr. In lateinischer SchriftDorow
der Ihnen nach Italien vorgeeilt ist, und bereits in In lateinischer Schriftchiusi In lateinischer Schriftetrurische Ankäufe gemacht hat, Dorows Vasensammlung wurde 1831 über einen Mittelsmann für das Königliche Museum angekauft. - Zu seiner Sammlung bemalter Vasen vgl. Dorow: Einführung in eine Abtheilung der Vasensammlung des Königlichen Museums in Berlin. Berlin 1833.
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die er iezt dem In lateinischer SchriftMinisterium zum Wiederverkauf anbietet
. Auch hierüber hat das In lateinischer Schrift Ministerium
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mein Gutachten eingefordert
. Meine Antwort war: es scheine etwas kühn, daß ein Reisender, deßen beschränkte Kenntniße notorisch wären, so gleich bey dem Eintritt in Italien sich in Einkäufe einlaße. Aus der Beschreibung, die er in dem Schreiben davon gebe, ließe sich von ihrem Werth oder Unwerth nicht urtheilen. Indeßen da Sie (In lateinischer SchriftGerhard) iezt auf dem Wege nach Italien begriffen wären; so möchte man über der ZeileIhnen den Auftrag geben, die Sachen in Florenz zu sehen, damit Sie darüber einberichten möchten. Denn der Zufall könnte einem auch nicht Hellsehenden etwas Glück in die Hände gespielt haben. - Ich weiß | 3 übrigens nicht: ob Ihnen der berühmte Herr In lateinischer SchriftDorow von Person und Schrift, Thun und Absicht schon bekannt ist. Er wird dort den preußischen Namen haben, worüber Sie in der Folge manches hören und erfahren werden. Doch Sie werden sich zu hüten wißen. Nicht ermittelt
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Über In lateinischer SchriftLevezow und mich hat er an In lateinischer Schrift Rauch wüthend geschrieben
. Aber was will man machen? man muß schon seinen Zorn und seine geistreichen Recensionen ertragen! -

Das bisher geschriebene ist einige Zeit liegen geblieben, weil mir In lateinischer SchriftSchulze versprach, mir einiges über die an das In lateinischer Schrift Ministerium eingesandten Briefe zu sagen, was aber bis iezt nicht erfolgt ist. Die Abhandlung über das In lateinischer SchriftPalladium übersende ich hiemit zu Ihrer Disposition, zugleich mit der Zeichnung. Auch mein III. Illustrazioni. [...] 3. Dipinti pompeiani. a. Médée, tableau d'après Timomaque. - b. Le nozze del Sonno e di Pasitea. - c. Il nido, Idillio. "Traduzioni dall' originale tedesco del consiglier Hirt". In: Annali dell'Instituto di Corrispondenza Archeologica" (= Annales de l'Institut de Correspondance Archéologique), 1. Jg., Roma: A Spese dell 'Instituto, 1829, S. 243-254.
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Aufsatz über das In lateinischer SchriftPompeianische Wandgemälde
ist seitdem fertig geworden, und ich kann Ihnen denselben auch zu gleichem Zweck zuschicken, wenn Sie ihn verlangen. Ferner bin ich veranlaßt worden, auch einen Hirt: Ueber zwei Gemälde Rafaels in der Königlichen Sammlung zu Berlin. In: Berliner Kunstblatt. Hrsg. unter Mitw. der Königl. Akademie der Künste und des wissenschaftlichen Kunstvereins von Dr. E[rnst] H[einrich] Toelken. 2. Berlin 1829, [H. 2], S. 41-43. - Vgl. auch das Gutachten Hirts an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) über die Raphaelische Madonna in der Königlich preußischen Sammlung, vormals im Hause Colonna in Rom vom 4. November 1827 (GStA PK, BPH 50 J Nr. 499, Bl. 32r-34r).
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Aufsatz über den Raphael-Colonna
, Das Bild befand sich in der Collezione Duchessa Maria Colonna Lante della Rovere, bevor es 1827 vom preußischen Staat durch seinen römischen Gesandten Christian Karl Josias von Bunsen für 2000 Louisd'or für das Königliche Museum in Berlin angekauft wurde. Im September 1827 trat Bunsen, kurz vorher als Nachfolger Niebuhrs zum Ministerresidenten in Rom ernannt, seine erste amtliche Reise nach Berlin an, "wohin er ostensibel zu dem Zweck eingeladen war, ein schönes Gemälde Rafael's, die "Madonna della famiglia di Lante" (als "Madonna Colonna" allgemeiner bekannt), an seinen neuen Bestimmungsort im berliner Museum zu überbringen, in Wirklichkeit aber, um in wichtigen Staatsangelegenheiten seinen Rath zu ertheilen" (Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen. Aus seinen Briefen und nach eigener Erinnerung geschildert von seiner Witwe. Deutsche Ausgabe, durch neue Mittheilungen vermehrt von Friedrich Nippold. Bd. 1, Leipzig 1868, S. 275). An Niebuhr schreibt Bunsen am 11. Oktober 1827: " [...] am 24. [September] [...] saß mit Rafael und meinem lieben Hausfreund, dem Architekten Stier, welchem ich die Madonna als Depesche zugeschrieben, vor Abend im Wagen. Da ich den 12. (October) abends in Berlin eintreffen wollte, um nicht später oder früher anzukommen, als damit das Bild auf des Kronprinzen Fest (15. October) zuerst sichtbar werden könnte, [...] bin ich auch gestern in der Frühe hier angelangt" (ebd., S. 280). - Am 11. November berichtet Bunsen an seine Frau: "Der König hat mir befehlen lassen, die Leitung der Restauration des Rafaelischen Bildes zu übernehmen, welches bis dahin in seinen Zimmern gewesen war, und ihm jeden Tag große Freude machte" (ebd., S. 299)..
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den In lateinischer SchriftBunsen gebracht hat
, zu schreiben. Könnten Sie vielleicht auch hievon Gebrauch machen? -

Ich hoffe vor Ihrer Gerhard reiste Ende Januar 1828 von München nach Italien ab. Es war seine dritte Italienreise; vorher hatte er sich bereits 1820/21 und 1822-1826 dort aufgehalten und archäologische Studien betrieben. Der dritte Aufenthalt dauerte bis 1832; 1828 führte er den preußischen Kronprinzen durch Rom und begleitete diesen nach Neapel. Auch in den Jahren 1833-34 und 1836-37 lebte er in Rom und Neapel.
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Abreise nach Italien
noch Einiges aus In lateinischer SchriftMünchen von Ihnen zu hören, und wohin ich Ihnen künftig schreiben soll. Leben Sie wohl, und bleiben Sie von meiner ganzen Hochachtung u. Freundschaft überzeugt
Ihr ergebenster

Hirt

Berlin 7 Nov. 1827.