Al Signor Odoardo / Gerhard Professore / di Berlino - / Roma. / Caffé Greco / Strada dei / Condotti / Mit Siegel, mit Postvermerken und zwei Poststempeln (runder Stempel: "BERLIN 6-7 / 20 / 2"; "8 MARZO")

Berlin 14 Februar 1830.

Mein sehr verehrter Herr Professor!

Nach langem Stillschweigen freuet es mich, Ihnen melden zu können, daß die königliche Akademie der Wißenschaften Vgl. auch den Brief an Gerhard vom 7. November 1827 mit Sacherläuterung.
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Ihnen einen Zuschuß von 700 reichstalern bewilligt hat
, um Ihr Zeichnungswerk der Etrurischen Denkmäler fortzusetzen. Die Akademie hat mir aufgetragen, dies Ihnen offiziel bekannt zu machen, und daß Sie gegen Quittung gedachte Summe von der Casse der königlichen Akademie (bey dem Dem Kultusministerium.
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In lateinischer SchriftMinisterio In lateinischer Schriftv. Altenstein
) erheben können.

Ich verbinde hiemit zugleich die Anfrage: auf welche Weise Sie gedenken, Ihre gesammelten In lateinischer Schrifthetrurischen Alterthümer in Publikum zu bringen? Denn ich gestehe, daß ich gerne bald etwas davon zu sehen wünschte. Wäre es nicht zweckmäßig, daß Sie Ihre Zeichnungen irgend an einen Deutschen Buchhändler gegen baare Bezahlung käuflich abließen, damit dieselben In lateinischer Schriftlithographirt, mit einer kurzen Inhaltsanzeige begleitet, und so käuflich gemacht würden? - Ich Könnte ich Ihnen hiebey behülflich seyn, würde ich es gerne thun. Ich bitte, mir bald ein Wort hierüber zu melden.

Von dem In lateinischer SchriftBullettino sind die Hefte bis In lateinischer Schriftinclusive October in meinen Händen, so wie auch die In lateinischer SchriftAnnali : In lateinischer SchriftFascicoli I. II. Ich bewundere dabey Ihre Thätigkeit, und sehe, daß es hauptsächlich von Ihrer Gewandtheit abhängt, die Sache fortzuführen. Indeßen ist alles so geschickt begonnen, und | 2 beide neben einander laufenden Publicationen so intereßant, daß Sie sich einen guten Erfolg für Ihre Beziehungen (?) versprechen können. Über manches möchte ich mit Ihnen In lateinischer Schriftconferiren, was aber für Briefe zu lang seyn würde. Mit den beiden in den Annalen publizirten Aufsätzen bin ich in Hinsicht der Übersezung zufrieden, doch muß ich erinnern, daß die Gemälde in In lateinischer SchriftPompei nicht In lateinischer Schrifta fresco, sind sondern auf die trockene Mauer gemalt sind. Dies habe ich früher In der ersten Abhandlung der Vortragsreihe "Ueber die Mahlerey bey den Alten", vorgelesen in der Königl. Akademie der Wissenschaften den 1. August 1799, heisst es dazu: "Nachdem der letzte Anwurf der Mauer von Kalk und Marmorstaub gegeben war, so wurde die Mauer, während dem sie noch feucht war, mit einer beliebigen Farbe angestrichen, welche dann in die Oberfläche des Anwurfes eindrang, und dadurch ihre Haltbarkeit bekam. Die eigentlichen Gemählde mahlte man dann erst auf diesen einfarbigen Grund, nachdem er vollkommen trocken war. Auf diese Weise übertüncht, und hernach mit Figuren, Landschaften, oder andern Verzierungen bemahlt, zeigen sich noch fast alle Wände, welche in den Ruinen von Rom, oder in den ausgegrabenen Städten bey Neapel auf uns gekommen sind." (in: Sammlung der deutschen Abhandlungen welche in der Königlichen Akademie der Wissenschaften (und schönen Künste) zu Berlin, vorgelesen worden in den Jahren 1798-1800 - Schöne Wissenschaften. Berlin 1803, S. 216). - Bereits 1790 hatte Hirt in seinem Aufsatz "Über Pompeja" (in: Italien und Deutschland, 1. Bd., 3. St., S. 59) bemerkt: "Die Wände haben durchaus über dem Backstein noch drey verschiedene Anwürfe, wovon der letzte immer von Marmorstaub war. Dieser letzte Anwurf ward, ehe er ganz trocknete, mit einer allgemeinen Tinte bald roth, gelb, oder blau angestrichen. War aber die Mauer ganz ausgetrocknet, bemalte man sie mit allen Arten arabesker Verzierungen und mit kleinen Gemälden theils in Figuren, Landschaften, oder Thieren."
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in einem Academischen Aufsatz
ausführlich dargethan. Ich wünsche, daß dies Dergleichen konnte nicht ermittelt werden.
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durch einen Zusaz
könnte berichtigt werden. - Ferner wünsche ich, daß der Aufsatz über die In lateinischer SchriftPalladiumvase baldmöglichst könnte publizirt werden. Doch überlaße ich alles Ihrem Gutdünken.

Ich bin sehr neugierig, den Erfolg Im März und nochmals im Juni 1829 war Gerhard in die Gegend des alten Vulci gereist, um die dortigen Nachgrabungen (vor allem des Fürsten von Canino) zu besichtigen, die wertvolle bemalte Vasen zum Vorschein gebracht hatten. Im Mai 1830 und 1831 wiederholte er dieselbe Reise. Ein ausführlicher Bericht "Rapporto intorno i vasi Volcenti" erschien im dritten Band der "Annali dell'Instituto", 1831. Vgl. auch "Rapporto intorno i vasi Volcenti diretto all'Instituto di corrispondenza archeologica da Odoardo Gerhard", Rom 1831. - Im Oktober 1829 unternahm Gerhard eine Reise nach Basilicata und Puglien, die ihn bis Tarent führte, "hauptsächlich um die unteritalischen Vasen an den Fundorten zu studiren und dem Institut auch hier Verbindungen zu eröffnen" (Otto Jahn: Eduard Gerhard: Ein Lebensabriss, 1868, S. 85).
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Ihrer Reise in das untere In lateinischer Schrift Italien
zu hören, u. was Sie über die Vasenfabriken sagen werden. Das wichtigste vor der Hand sind die in der Gegend von In lateinischer SchriftCorneto gefundenen Gegenstände. -Magnus hatte von Mai 1826 bis 1829 eine Studienreise über Paris nach Italien unternommen und war danach zu seiner Familie nach Berlin zurückgekehrt. Ab 1831 schloss sich ein mehrjähriger England-Aufenthalt an.
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In lateinischer SchriftMagnus ist seit längerer Zeit hier.
Er hat sich aber bey mir nicht sehen laßen. Sehr wünschte ich, daß seine Sammlung angekauft würde. Die "Topographische Karte von Westphalen" von Carl Ludwig von Le Coq. 20 Kartenblätter waren 1815 bei Simon Schropp und Co. zu Berlin erschienen (vgl. http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=828&url_tabelle=tab_websegmente).
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Die Karte der Gegend von In lateinischer SchriftWestphal
möchte ich sehr gern sehen. - In lateinischer Schrift Boeckh Vgl. Hirts Brief an Gerhard vom 7. November 1827 mit Sachkommentar.
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sprach mir von Ihrem Wunsche
; und
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daß er Ihnen geantwortet habe
. August Boeckh bedankt sich mit einem Schreiben vom 23. Januar 1830 an den Staatsminister für die Ernennung zum Geheimen Regierungsrat durch den König (GStA PK, I. HA, Rep. 76 Kultusministerium Va Sekt. 2 Tit. IV Nr. 16, Bl. 25).
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Er ist kürzlich Geheimer Rath geworden
, was übrigens seine Verhältniße nicht ändert.

Ich beschäftige iezt mich hauptsächlich mit der Ausarbeitung der Geschichte der bildenden Künste bey den Alten. Indeßen laß ich eben eine Schrift über Dresden drucken: über das In lateinischer SchriftAugusteum sowohl, als die Bildergallerie. Gelegentlich werde ich Ihnen das Buch zusenden. - Für iezt weiß ich Ihnen nichts Näheres zu berichtigen. Leben Sie recht wohl, und laßen Sie bald wieder von sich hören.

Ihr ergebner Hirt.