Sie haben mir, mein sehr verehrter H. Präfect! ein wahres Vergnügen durch Brief erschlossen: [1821-03-vor03x-v-Eiselein]. Eiselein berichtete von der Ausgrabung des römischen Kastellbades in Hüfingen (dem antiken Brigobannis), die 1820/21 auf Veranlassung des Fürsten zu Fürstenberg erfolgte. Bereits 1821 liess Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg über den Ruinen einen (noch heute erhaltenen) scheunenähnlichen Schutzbau errichten. - Zu den Ausgrabungen vgl. u.a. Petra Mayer-Reppert: Brigobannis. Das römische Hüfingen. Stuttgart 1995 (Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, 19); Sabine Rieckhoff: Münzen und Fibeln aus dem Vicus des Kastells Hüfingen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Saalburg-Jahrbuch 32, 1975, S. 5-104. - Die Aus- und Nachgrabungen wurden durch beim Pflügen gefundene Münzfunde veranlasst; vgl. dazu die Schilderungen in "A. Buchners Reisen auf der Teufels-Mauer" (Erstes Heft. Regensburg, 1821), in denen zugleich einige der Hirtschen Fragen berührt werden: "Was nun die Lage von Brigobanne selbst anbelangt, so habe ich in Riede längst den Flüssen Brieg und Brege um Donaueschingen herum, bei Breunlingen, Hüfingen, Pforen alle Winkel durchsucht, und verzweifelte schon, dieselbe ausfindig zu machen, da mir selbst unterrichtete Männer, welche sich mit Erforschung von Alterthümern beschäftigen, darunter Professoren vom Gymnasium zu Donaueschingen, versicherten, von in der Gegend gefundenen Antiquitäten nie etwas in Erfahrung gebracht zu haben. So ist denn Alles, dachte ich, in den Grund der Donau versunken, meine Nachforschungen sind vergeblich, und ich machte mich noch spät gegen Abend auf den Weg. Schon war ich im Wagen, als ein mir unbekannter Mann sich näherte, und zum tröstlichen Abschied noch sagte, er habe gehört, dass der Müller Gleichauf zu Hüfingen alte Münzen gefunden, welche niemand kenne. Ich erwartete, so oft getäuscht, auf diese unbestimmte Aussage hin nicht viel: doch war meine erste Frage in Hüfingen nach den Müller Gleichauf. [...] gaben seine Frau und der Knecht auf meine Frage, ob sie wohl nie alte Münzen gefunden, eine bejahende Antwort, letzterer setzte bei, dass er selbst wohl an die zwanzig Stücke seit einigen Jahren im Mühläschle herausgeackert, aber wieder weggegeben habe, doch besitze noch eines der Nachbar, ein Bleicher. Er wurde herbeigeholt, und sieh da! ein Antoninus, so schön, wie ich noch keinen gesehen, von Erz, so gross wie ein halber Conventionsthaler mit sehr fein und künstlich ausgearbeitetem Gepräge. Auf der Hauptseite der Kopf des Kaisers mit der Umschrift: DIVVS ANTONINVS, auf der Kehrseite drei aufeinander gestellte Thürme mit der Umschrift: CONSEGRATIO. S. C. - Ich hatte bereits die Münze erkauft: da fiel mir ein, sie stünde besser im fürstlichen Münzkabinet zu Donaueschingen, und gab sie wieder zurück mit dem Auftrag, dieselbe, so wie alle andere, die sie noch bekommen oder finden würden, dort hinzuliefern; gab auch sogleich an den geheimen Kabinets-Sekretär des Fürsten, einen äusserst gefälligen Mann, von diesem glücklichen Funde Nachricht. Ich besah nun genauer den Platz, wo die Münzen ausgeackert wurden: er bildet eine Fläche von 30 bis 40 Jauchert guten Feldgrundes, und heisst, wie schon bemerkt, Mühläschle; an der Südseite fliesst die Brege vorbei [...]. Auf den Feldern zerstreut liegen Trümmer hochrother Ziegelsteine, von derselben Gestalt und Beschaffenheit, wie sie bei allen römischen Lagerplätzen zum Vorschein kommen, auch Steine, welche eine Mauer verrathen, zeigen sich an der Oberfläche: an mehreren Orten wurde auch schon Mauerwerk im Grunde entdeckt; Nachgrabungen würden sich auf den Rest des Castells und der dazu gehörigen Gebäude führen; es scheinen daselbst noch nie welche in dieser Absicht veranstaltet worden zu seyn." [Fußnote dazu: "Sie fanden bald nach meiner Abreise statt, mit welchem Resultate, besagt nachfolgendes Schreiben [...] / Herrn A. Buchner, Professor am K. Lyzeum in Regensburg. Wohlgeborner, Hochzuverehrender Herr Professor! Ihren Brief [...] habe ich dem Fürsten gleich nach dessen Rückkehr von Karlsruhe vorgelegt, und darauf den Befehl erhalten, Nachgrabungen zu veranstalten. Diese begannen auch ungesäumt auf dem von Ihnen bezeichneten sogenannten Mühläschle, westlich von Hüfingen. Bald fanden sich Ziegelstücke, Scherben von rother und von schwarzer Erde, Zähne von einem noch näher zu bestimmenden Thiere, ein ungeheurer Sporn und eine Axe von Eisen, auch einige Münzen: aber Fundamente, wie tief und in welcher Richtung man auch grub, wurden nicht aufgefunden. Diess und die Nachricht, dass beim Pflügen südlich von dem bisher untersuchten Felde und jenseits des Flusses, an einer Anhöhe gegen die Strasse nach Neustadt sich hinanziehend, auch schon Gemäuer gefunden worden sey, veranlasste, dass man die frühern Ausgrabungen aufgab, oder vielmehr sie an der eben bezeichneten Stelle fortsetzte. Es dauerte auch gar nicht lange, so kam man auf Fundamente, die ein ehemaliges Gebäude von ansehnlichem Umfange andeuteten. Diese wurden aufgedeckt und so hatten wir die Freude, unter andern Gemächern auf ein Bad zu kommen, dessen Boden mit lauter kleinen, aufrecht stehenden Backsteinen besetzt ist, und in dem man eine zwar zerbrochene, nun aber wieder zusammengesetzte Badewanne von Kalkstein, 6 Schuhe lang und gegen 20 Zoll tief fand. Auch hier wurden Ziegel, Scherben von rother und schwarzer Erde und eine Münze ausgegraben; leider aber sind wir noch nicht so glücklich gewesen, ein ganzes Gefäss, oder einen ganzen Ziegel mit dem Legions-Zeichen zu erhalten. Immer waren letztere zerbrochen. Unter den Scherben von rother Erde sind einige überaus fein und mit zierlichen Figuren versehen. Könnten Sie mir nicht nachweisen, welche Legion in hiesiger Gegend ihr Standquartier hatte? Unter den theils neuerlich, theils früher aufgefundenen Münzen von Silber und Bronze sind mehrere Antonine, ein Vespasian, ein Licinius, eine Crispina Augusta, eine Julia Augusta etc. Der Fürst hat nun die Fundamente mit einem Dache versehen lassen, um auch während des Winters fortgraben lassen zu können. [...] habe ich die Ehre mich zu nennen Euer Wohlgeboren ergebensten Diener C. F. Herzogenrath, Fürstl. Fürstenberischer Rath und geheimer Kabinets-Sekretär. / Donauäschingen den 1. December 1820."] (S. 118-122).
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ihre Mittheilung
gemacht.

Es ist schön eine Gegend zu bewohnen, wo ehedem Römer hausten und auf Spuren zu gerathen, die uns überzeugen, daß früher ein höher cultiviertes Volk unser jetziges Vaterland bewohnte.

Die wenigen Scherben sind - wie Sie mir dieselben beschrieben, unbezweifelt römische, und sehr leicht mag die Mauermasse der Grund von dem Ofen gewesen sein, worin man die Gefäße und die Ziegel brannte.

Die Steine des ehemaligen Kastells Hüfingen waren Ziegel und trugen wie die in Schleitheim gefundenen die Stempel der 11. Legion (Ernst Fabricius: Die Besitznahme Badens durch die Römer, S. 39)
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War die Mauermasse gleichfalls von Bodensteinen oder aber von Bausteinen gemauert?

Welche Form hatten die Ziegel? in Dicke? Länge? und Breite?

Hat man die Erde seitdem zu ähnlichen Zwecken zu gebrauchen versucht? (etwa die Töpfer in Hüfingen).

Ist die aufgefundene Münze Erz? oder Silber? ein Antoninus Pius oder Antoninus Caracalla?

In dem oben zitierten Brief von Herzogenrath ist von einer "Axe von Eisen" die Rede.
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Ist die Axt von Stein? Eisen? oder Erz?

Ich bitte bey der Aufdeckung des Bades sehr aufmerksam zu sein, und Nichts unbenutzt unbeachtet zu lassen was man endecket, sowohl in Rücksicht des Materials, des Mauerwerkes, der Fußböden, der Röhren, sowie die Form der Räume!

Seyen Sie unser vaterländischer Antiquar, Sie haben ihren Beruf dazu - schon durch ihren schönen Nicht ermittelt.
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Aufsatz über die Donau
- beurkundet.

Gewiß gibt es da und dort, noch häufige Spuren, Leider! bemerket man nur zu wenig auf dergleichen, und die Spuren werden unbenutzt, verwischt.

Ich habe mich selbst überzeugt, In seiner "Geschichte der Baukunst bei den Alten" schreibt Hirt: "Es ist schwer zu bestimmen, wie weit die Grenzen der Römer jenseits des Rheins und der Donau gingen, und welche Linie der Pfahlgraben hat, der das Römerland von den freien Germanen schied. [...] Mehrere Städte, besonders kleinere, wie z.B. Rottweil und Villingen, zeigen in ihrer Anlage noch ganz die Form römischer Castra, mit Ueberresten von Thürmen und Ringmauern" (Bd. 2, 1822, S. 298-299). - Bei Drucklegung seines Architekturwerkes war Hirt noch nichts von dem Römerbad in Hüfingen bekannt; er benennt nur diejenigen in Baden: "Von Gebäuden selbst erhielt sich im römischen Germanien wenig, wenn ich Trier ausnehme, und die wichtigen, etwa vor 30 Jahren entdeckten, Bäder zu Badenweiler im Badenschen (S. hievon Taf. XIV. Fig. 22. den Grundriss.). [...] Die römischen Militärcolonien waren sehr beflissen, auf Gesundquellen Rücksicht zu nehmen" (ebd.).
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daß zu Rothweil und Villingen alte Castra waren.

Kennt man den Zustand der Hier ist die Quelle des Donaubachs gemeint, die im Fürstlich Fürstenbergischen Schlossgarten in Donaueschingen an einer Ecke des Schlosses entspringt. Sie galt seit dem 15. Jahrhundert, vielleicht schon bei den Römern, als Donauquelle. - Das Schloss entstand in den Jahren um 1723; im Dezember 1821 brannte es teilweise ab; bis dahin bestand eine viereckige Fassung um die Quelle (Wikipedia: Donauquelle; Version vom 19.08.2016).
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Donauquelle
, ehe das fürstliche Jagdtschloß, die heutige Residentz allda erbaut war?

So viel ich mich aus meiner Jugend erinnere, wäre In Überauchen wurde ein römischer Gutshof, eine Villa Rustica, gefunden (vgl. Jutta Klug-Treppe: Der römische Gutshof in Überauchen, Gem. Brigachtal, Schwarzwald-Baar-Kreis. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg, 1994, S. 176-182).
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der alte Thurm im Brigen Thal
, den leider! meine Vetteren in Bei der Ortsangabe muss ein Druckfehler vorliegen. Es handelt sich um Überauchen, südwestlich von Villingen, im Brigachtal.
[Schließen] Übera[u]chen , als den letzten Überest der Hirtischen Familie, in der jüngsten Zeit abgebrochen haben - um die Quaderen zum Mühlenbau; vom lat. "mollis": zerreiben, mahlen; vgl. "der Müller".
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Müllenbau
zu benützen, - auch Römisches Werk! nur mit Zusätzen aus dem Mittelalter.

Ihre Spaziergänge auf einige Meilen in der Umgegend mögen viel zur näheren Kenntnis des Landes beytragen!

Auch können Sie den Eyfer in den Schulen des Gymnasiums aufregen! Sowie in manchen Ihrer Herrn. Gewiß würde der edle Fürst solche Forschungen unterstützen.

Lassen Sie mich gelegentlich von ihren ferneren Forschungen was wissen. Sie werden hiemit sehr dankbar verbinden
Ihren herzlich ergebenen

Freund Hirt.

Berlin den 3ten Märtz 1821