Berlin den 29 ten Nov. 1801.

Gnädiger Herr!

Eben erhalten ich den Einschluß durch H rn . Geheimen Finanzrath Gerhard: und ich ermangle nicht, denselben Ew. Königlichen Hoheit sogleich zuzusenden.

Es wäre nöthig, daß Ihre Mayestät die Königin einen Paß vom Minister v. Struensee besorgen ließen, und daß derselbe an p. Gerhard, oder an mich gesandt würde, um ihn sogleich an Ort und Stelle zu besorgen.

Auch bäte ich gehorsamst, daß Ihre Mayestät bestimmen möchten, unter welcher Adreße die Hiehersendung der Gefäße geschehen sollte.

Ich wünschte, daß diese Gefäße bald und unbeschädigt ankommen, und den Beyfall Ihrer Mayestät erhalten möchten.

Ich empfehle über der Zeilemich zu hoher Gnade, und bin mit wahrer Anhänglichkeit
Ew. königlichen Hoheit
gehorsamster
Hirt.

N. S. Ich höre viel von den Gemälden der Mad. Lebrun erzählen, besonders den Die Malerin lernte die damlas 25-jährige Königin Luise im Juli 1801 persönlich kennen; die Königin hatte sie nach Potsdam eingeladen, um sich von ihr malen zu lassen. Élisabeth Vigée-Lebrun fertigte zwei Pastellskizzen an, die sie 1802 in Paris zu einer Fassung in Öl ausarbeitete. Eine der Pastellstudien befindet sich im Schloss Charlottenburg, Preußischer Kulturbesitz; das Ölgemälde ist heute auf der Burg Hohenzollern ausgestellt. Darauf blickt die junge Königin dem Betrachter in einer Linkswendung des Kopfes entgegen. Sie trägt ein hochgeschnürtes rotes Kleid. Um ihr lockiges Haar ist ein langer weißer Schleier mit Goldborte gebunden, auf der Stirn sitzt ein Diadem mit dem Porträt von König Friedrich Wilhelm III.. Um den Hals trägt sie eine Perlenkette aus dem hohenzollernschen Hausschatz (https://www.preussen.de/de/heute/kunstsammlung/luisen-portraet_von_vigee-le_brun.html; aufgerufen am 08.06.2017).
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Bildnißen der Königin in Pastell
. Ich werde sie in diesen Tagen sehen. Élisabeth Vigée-Lebrun, die enge Beziehungen zum französischen Königshaus unterhalten hatte, floh infolge der Französischen Revolution im Oktober 1789 nach Italien. Im November 1789 traf sie in Rom ein. Anfang April 1790 wurde die berühmte Malerin in die Accademia di San Luca aufgenommen. Nach Neapel reiste sie insgesamt drei Mal. 1792 verließ sie Italien und hielt sich anschließend in Wien und danach sechs Jahre in St. Petersburg auf. Im Juni 1800 wurde sie von der Liste der Emigranten gestrichen und konnte nach 12-jährigem Exil wieder nach Frankreich zurückkehren. Auf der Rückreise von Rußland nach Paris hielt sie sich sechs Monate lang in Berlin auf.
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Ich kenne die Mahlerin von Rom u. Neapel her.