Berlin den 13ten December 1807.

Wir haben Uns veranlasst gefunden, Ew: Wohlgebohrn Schreiben vom 25ten Nov: currentis nebst den vorigen Verhandlungen, wonach Sie, wegen Ihrer Auslagen für die Zeichnungen
1) vom Tempel der Diana zu Ephesus - 60 rth 1 gr. 6 Pf.
und
2) vom Tempel Salomonis -------------- 40 - - -
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in Summa 100 rth 1 gr. 6 Pf.
von der Academie-Kasse vergütiget verlangen, einem Comité von Mitgliedern der Academie zur unparteiischen Prüfung und Beurteilung vorzulegen. Der Comité aus fünf Mitgliedern ist in der Meinung geteilt gewesen; dergestalt, daß zwey gegen diese Forderung, zwey die Forderung nur aus Billigkeits-Gründen, u. das fünfte Mitglied als bereits vollständig vom Directorio gegen Ew: Wohlgeboren entschieden sie betrachtet, und sich daher seines In lateinischer SchriftVotums enthalten wollte, gestimmt haben.

Ew: Wohlgebohrn bitten wir daher Sich nach diesen von Uns eingeschlagenen Weg gefälligst zu überzeugen, daß keine andern Gründe, als nur strenge Unparteilichkeit, u. Uns Selbst gegen Verantwortlichkeit zu sichern, unsern Entschluß zu leiten vermögen, da die große Bedrängniß der Academie-Kasse Uns zur grösten Oeconomie so dringend auffordert, u. diese Kasse so beträchtliche Ausgaben, die durchaus nicht ausgesezt werden können, zu leisten; | 2 dagegen aber keine Einnahmen zu empfangen hat.

Nach den seit undenklichen Jahren bestehenden Gesetzen bei der Academie, kann kein Mitglied ohne vorherige Anfrage bei der Behörde Auslagen nach Wilkür machen, u. nachher die Kosten zurükverlangen. Dies würde, wie in die Augen leuchtet, zu unverzeihlichen Unregelmäßigkeiten Veranlaßung geben, u. das Directorium ganz unvermeidlich verantwortlich machen. Wir sind auch sehr überzeugt, Ew: Wohlgeboren sind sehr davon entfernt, bestehende Gesetze u. in der Natur der Sache gegründete Verfaßungen umgehen, u. andern die Verantwortlichkeit überlassen zu wollen. - Dennoch wünschen wir aus der Rücksicht, daß diese Verfaßung Ew: Wohlgebohrn unbekannt gewesen, diese Sache gütlich zu arrangiren, Dies ist vermutlich nicht erfolgt, denn Hirt lässt sich laut Verlagsvertrag mit Weiss vom 14. September 1808 die Zeichnungen von diesem mit 100 Reichstalern vergüten
[Schließen]
u. werden Ihnen daher diese Eingangs gedachten Auslagen, nachdem alle Schulden der Kasse werden abgetragen seyn, vergütigen und anweisen lassen
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Castillon Gerhard
14. 26(?)

Berlin den 13ten December 1807.