An Se Excellenz / den wirklichen Staatsminister / Herrn Freyherrn v. Altenstein p. Mit Siegel

Auf das gnädige Scheiben im vorigen Monate, daß Se Mayestät den Ankauf meiner Von Hans Baldung Grien und von Albrecht Dürer.
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beiden Gemälde
bereits im Januar laufenden Jahres genehmigt hätten, habe ich nicht gesäumt, dieselben, da ich eben beschäftigt war, die Classe der deutschen Meister zu ordnen, nach der Akademie bringen zu laßen, und sie an ihrer Stelle einzureihen. Ew. Excellenz hatten dann selbst Gelegenheit genommen, dieselben auch zu sehen, und sich zu überzeugen, welch' höhern Werth die Classe der deutschen Schule gewonnen hatte, indem diese Gemälde von Hans Baldung Grien und Albrecht Dürer.
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zwey Künstlern
hinzugefügt wurden, welche in der Hauptepoche an der Spitze der Deutschen Meister standen.

Aber so sehr mich einerseits erfreute, die Deutsche In lateinischer SchriftClasse des In lateinischer SchriftMuseum's mit zwey so ausgezeichneten Gemälden durch die Gnade des Königes vermehrt zu sehen; so befremdend blieb mir die Anzeige, daß ich der Zahlung auf unbestimmte Zeit harren sollte, indem dies erst aus dem Gelde der zu verkaufenden Gemälde des Ausschußes in dem Anspachischen Palais geschehen soll; dieser Verkauf aber noch lange zögern dürfte, und dabey es noch sehr unsicher ist: ob auch der Erlös daraus die Unkosten und meine Forderung decken würde.

Ich habe die höchste Erleichterung in Hinsicht des Preises und der allmähligen Zahlung | 2 gemacht, so daß ich von der hohen Einsicht Ew. Excellenz überzeugt seyn darf, daß Hochdieselben es von meiner Seite nicht unbillig finden werden, wenn ich mich von den Bedingungen, unter welchen ich die Gemälde anbot, nicht lossagen kann, und daher Ew. Excellenz ganz gehorsamst bitten muß, jene Zahlungsweise eintreten zu laßen, wie die Bedingung es besagt, damit ich nicht zu sehr in Nachtheil gestellt werde. Wenn ich auch noch etwas warten soll, so wünsche ich nur schriftliche Zusicherung auf bestimmte Termine der Zahlung, um meine eigenen Geschäfte darnach zu reguliren, und nicht selbst in unangenehme Geldverlegenheiten zu kommen.

Ew. Excellenz dürften iezt dies um so eher bewerkstelligen können, da die Ministerialcasse nicht nur von den Assecuranzgeldern für die Sollysche Sammlung, sondern auch von den Miethsgeldern für das alte Lokale befreyt ist.

Ich darf hoffen, bald einer gnädigen Bescheidung entgegen zu sehen.

Berlin den 7ten October 1823.

Hirt