An / die Königliche Commißion zur Einrichtung des Museums / Hierselbst. / ad manus des H. Hofraths Hirt Wohlgeb.

Berlin, den 29ten July 1826.

Das unterzeichnete Ministerium kann nicht umhin, der (tit.) in Erwiederung auf den Bericht vom 20ten dieses Monats hierdurch zu erkennen zu geben, wie es in der That nicht abzusehen ist, weshalb dieselbe eigentlich Anstand genommen hat, mit der Räumung des Akademie-Gebäudes von der Sollyschen Gemälde-Sammlung und der Unterbringung der letzteren in dem ehemaligen Geschäfts-Lokale des Ministerii des Handels vorzuschreiten, da doch die unterste und oberste Etage dieses Hauses ganz, die mittlere aber bis auf zwei Zimmer disponibel und somit ein großer verschließbarer Raum für völlig sichere Unterbringung der Gemälde vorhanden ist; auch würde es den Umständen ganz angemeßen gewesen sein, wenn die (tit.) die Einräumung der gedachten reservirten Zimmer in der Belle-Etage und die Vertauschung der Wohnung des Botenmeisters und Kastellans Brandenburg unmittelbar | 2 bei dem Königlichen Ministerio des Innern nachgesucht hätte, welches die Hebung dieser Anstände gewiß sofort zur Folge gehabt haben würde.

Auf Veranlaßung des Ministerii ist inzwischen nun, nach der Anzeige des Hofraths Bauert, die Einräumung der gedachten Zimmer sowohl, als auch die Ausräumung des bisherigen Wohnungs-Lokals des p Brandenburg bewirkt, ferner die Räumung des Pferdestalles zum 1ten August dieses Jahres veranlaßt, und überhaupt die Uebergabe des ganzen Gebäudes an den, von dem Ministerio dazu besonders beauftragten Dr Waagen erfolgt. Die (tit.) wird deshalb hierdurch wiederholt angewiesen, die völlige Räumung des Akademie-Gebäudes von der vormals Sollyschen Gemälde-Sammlung und dem Restaurations-Attelier, wovon die Einrichtung der nahe bevorstehenden Kunst-Ausstellung abhängt, welche auf keine Weise behindert werden darf, ohne den geringsten | 3 Anstand und auf die kürzeste Art zu bewirken. Sollte wider Erwarten hierbei die geringste fernere Zögerung eintreten, welche die Hinderung der Kunst-Ausstellung besorgen läßt, so würde das Ministerium, wie wohl ungern, sich genöthigt sehen, durch anderweite angemeßene Maßregeln die dringend nothwendige Ausräumung herbeizuführen und alsdann über die Vorgänge Allerhöchsten Orts nach Lage der Acten und des klaren Sachverhältnißes Bericht zu erstatten. Die völlige Ausräumung des obern Lokals des Akademie-Gebäudes muß insbesondere sofort erfolgen, indem solches zur Aufnahme der täglich zu erwartenden Graf von Lepelschen Kupferstich-Sammlung unumgänglich nöthig gebraucht wird; zugleich sind aber auch die zwei letzten Sääle der Belle-etage im Flügelbau gleich zu leeren, da hier zum Zwecke der Kunstausstellung eine Thür-Oeffnung | 4 durchbrochen werden soll, mit welcher Vorrichtung wegen des Trocknens der Maurer-Arbeit und des Anstrichs ungesäumt vorgeschritten werden muß.