[Dem Votum Hirts geht folgendes Entwurfsschreben des Klassensekretars Buttmann an den Staatskanzler von Hardenberg voraus:]

In Betreff des von Ew. Excellenz von der Akademie unterm 30ten. Juni geforderte Gutachten über die Inschriften einer Medaille für ärztliche Verdienste sind die Vota der Historisch philologischen Klasse so mannigfaltig ausgefallen daß ein einfaches Gutachten sich daraus unmöglich hat abfassen lassen. Die Klasse glaubt daher den Absichten Ew. Excellenz noch besser genügen zu können als wenn sie alle Vota wie sie in einem Circular abgelegt worden, Ew. Exzellenz eignem erlauchten Urtheil vorlegt. Die Klasse muß jedoch dabei bemerken daß sämtliche Vota, da sie nicht bestimmt waren Ew. Excellenz selbst vorgelegt zu werden, in Confidentieller Form abgefaßt sind. Die Hist. phil. Klasse. Se Exc.

[Dem ersten Votum Buttmanns schließt sich Hirts Votum an:]

Ich glaube: daß nach dem Sinn der Sprache: Uiro de arte medica p hinreichend sey. - Will man aber die Medecin und die chirurgie nach unsern Begriffen getrennt und als zwey verschiedene Dinge betrachten; so kann füglich weder Medico chirurgica, noch Medica chirurgica stehen, denn nothwendig muß hier ein Wort stehen, welches Medizin u. chirurgie, - ja auch noch die Apothekerey, umfaßt, denn alle drey können sich um die Heilkunde verdient machen. - Folglich wenn Ars medica nicht genug wäre, müßte man nothwendig: ars Salutaris oder Salutifera sezen. -

Merenti ist gut - Merentibus würde aber deßwegen nicht paßen, weil Eine Münze nie an Zwey gegeben wird. | 2 In der beyzusezenden Unterschrift könnte allerdings der charakter des Heilkundigen näher bezeichnet werden. Aber anstatt Medicinae Doctoris würde ich lieber medico setzen. Das Wort Practicus möchte ich aber nie gebrauchen.

Ort, Tag und Jahr beyzusezen ist gut. Aber die Unterschrift: Guilelmus III unnütz, da der König bereits auf der Vorderseite steht.

Hirt

19. Jul. 21.

[Es folgen die Voten von Uhden, Wilken, Süvern, Bekker, (Ideler?) und Böckh.]