Auf das Anschreiben eines hohen Ministerium im Auftrage des Herrn Ministers v. Altenstein Excellenz vom 14ten dieses, was gestern Abend eingieng, als Antwort auf unser Schreiben vom 30ten vorigen Monats, worin besonders und angelegendst um baldige Übergabe des von Ser Mayestät für die Sollysche Sammlung ad interim bestimmten Hauses gebeten wird, hat die Commission die Ehre gehorsamst zu antworten:

Daß zwar die Cabinetsorder bereits am 20ten vorigen Monats erlaßen ist, bis iezt aber keine eigentliche Übergabe von Seite der hohen Ministerialbehörde an die Commission erfolgte; denn nach der Cabinetsorder soll das Haus und die Schlüßel dazu rein und von allen Hinderungen frey übergeben werden. Was aber bis iezt nicht geschah.

bis iezt stehen noch in dem Hause mehrere Pferde, dazu Stroh und Heu, mit den dazu gehörigen Stallleuten, was nicht nur das verschließen des Hauses, und den vielen Schmutz hindert, sondern auch Feuersgefahr bringt. Dann wohnt noch der Botenmeister Brandenburg und ein anderer Bediente allda, die uns bey unserm Geschäft gar nicht dienen können, und deren Wohnlokale uns nöthig ist; dann der bisherige Portier. Dieser Mann aber scheint Kränklichkeit wegen sehr unbeholfen, und wenig zu dem Dienst geeignet, wie wir ihn bey unserer Einrichtung bedürfen.

Die Schlüßel finden sich noch in den Händen der vormaligen Aufsicht des Hauses, und einige uns nothwendige Zimmer, wo iezt noch Möbel stehen, | 2 und noch Tapeten, Spiegel und Kronleuchter abzunehmen sind, sind gänzlich vorenthalten.

Der Unterzeichnete hat das Haus noch den geringsten Theilen gesehen, und sich überzeugt, daß mit Benutzung aller Räume nur ein dürftiges Lokale für die große Masse von Gemälden vorhanden ist, und daß die Commission den geringsten Winkel im Hause benutzen muß.

Für den Dr. Waagen, der die Aufsicht über das Ganze zu führen hat, ist die kleine Wohnung vorläufig bestimmt, zweytens auch das Lokale für einen Hausknecht, der im Hause seyn, und für viele Dinge immer zum Dienst bereit seyn muß. - Für den Portier bleibt die bisherige. Sollte man darauf bestehen, daß der gegenwärtige bliebe; so könnte die Commission doch hiemit nur in so fern einverstanden seyn, daß dies nur so lange geschehe, als der Mann dem Dienst wirklich gehörig vorsteht, oder vorstehen kann. Im entgegengesezten Falle aber die Commission autorisirt würde, einen andern Tauglichen anzunehmen. - Hierin soll die ganze Wohnschaft bestehen; für irgend wen andern gibt es keinen Platz.

Es ist aber dringend, daß eine in solcher Art xxx(?) und von allen Hinderungen freye Übergabe des ganzen Hauses von Seite eines hohen Ministerium an die Commission bald möglich erfolge. Und Chef ist Se Excellenz der Minister v. Altenstein. Nur an diesen können wir uns halten. Mit dem Ministerium des Innern zu unterhandeln sind wir nicht befugt.

Bis iezt ist zwar nicht verabsäumt worden, vorläufig jene Einrichtungen zu treffen, welche die Sache erfordert, und die in unserm Bereich sind(?). Spiegel und Kronleuchter sind in den - uns nicht verschloßenen - Zimmern abgenommen, und schicklich(?) untergebracht worden. Leinwand für die Rouleau(?) | 3 und zur Schützung der Fußboden, wo es nöthig ist, ist angekauft, und in Arbeit; so daß der Transport sogleich nach der ordnungsmäßigen Übergabe des Hauses mit der Versezung der Gemälde angefangen werden kann. Diese Versezung kann aber aus mehreren wichtigen Gründen nicht übereilt werden.

Die Commission hat zwar keinen andern Wunsch, als die Übergabe des iezigen Lokals so bald möglich an die akademische Behörde zu übergeben. Aber dies hängt gänzlich und allein von dem ab, daß die Commission in den Besitz des neuen hiezu bestimmten Hauses komme. Wird diese Übergabe aufgeschoben; so erfolgt natürlich auch eine spätere Leerung und Ablieferung des akademischen Lokals. -

Die Commission bittet also aufs neue inständigst, das Geschäft zur Übergabe möglichst bald beschleunigen zu wollen.

Berlin den 20ten Julius 1826.

Im Namen der Commission für das Königliche Museum Hirt.