Gnädiger Herr!

Da es, obwohl nicht ohne große Anstrengung, gelungen ist, während dieses Sommers das In lateinischer SchriftSollysche Lokale zu räumen, und die große Masse der Gemälde theils nach der königlichen Akademie, theils nach der In lateinischer SchriftUniversitat und in das Anspachische In lateinischer SchriftPalais zu vertheilen; so bin ich nun im Stande Ew. In lateinischer SchriftExcellenz pflichtmäßigen Bericht darüber gehorsamst zu erstatten.

Für's erste kann ich den Beystand des In lateinischer SchriftDr. Waagen hiebey nicht genug loben. Ich hatte dabey Gelegenheit, nicht nur seine Willfährigkeit und Unverdroßenheit, sondern auch sein Talent und seine Kenntniße in Kunstsachen näher kennen zu lernen. Und indem ich denselben auf's Neue empfehle, muß ich Ew. In lateinischer SchriftExcellenz auf's angelegenste danken, mir einen solchen Gehülfen beygegeben zu haben. Ich betrachte ihn als einen untrennbaren Theil, die Geschäfte der Sammlung weiter zu leiten, und das große Werk zur Aufstellung bringen zu helfen.

Nicht weniger hatte ich mich dabey der eifrigen Mitwirkung meines Mitdelegirten, des Herrn Geheimen Oberbaurathes In lateinischer SchriftSchinkel, und der andern Commissarien, der Professoren In lateinischer SchriftHummel und In lateinischer SchriftWach zu erfreuen.

Der Gang des Geschäftes war dabey folgender:
Nachdem ich schon im vorigen Jahre die verworrenen Massen der Sammlung in In lateinischer SchriftClassen gesondert, und diejenigen, welche zum | 2 Verkauf oder Umtausch bestimmten davon getrennt hatte; so ward damit angefangen, die erstere Masse nach dem uns von Ew. In lateinischer SchriftExcellenz angewiesenen Lokale in dem In lateinischer SchriftAnspachischen In lateinischer SchriftPalais zu In lateinischer Schrifttransferiren. Doch geschah dies nicht ohne eine vorhergehende zweyte Prüfung dieser abzugebenden Gemälde. Ich wollte, daß mein Verfahren durch die Augen, und das Urtheil der andern Commissarien geprüft und bestätigt werde. Also erst nach dieser zweyten In lateinischer SchriftRevüe wurden diese Gemälde an den von Ew. In lateinischer SchriftExcellenz zu diesem Geschäfte bestimmten In lateinischer SchriftCommissarius, Herrn In lateinischer SchriftLerche, übergeben, bloß mit Zurückhalten zweyer Stücke, das eine, was ich schon früher für das In lateinischer SchriftMuseum zurückgenommen hatte, und ein zweyten [sic]s, über deßen Werth die In lateinischer SchriftCommissarien zweifelhaft wurden. Dieses ward jedoch später nur des Magazins würdig erachtet. Diese zum Verkauf bestimmten Gemälde sind an der Zahl: tausend und fünf und fünzig.

Zweytens kam die Reihe der Prüfung an die Masse der Gemälde, welche ich als zum Umtausch sich eignend In lateinischer Schriftseparirt hatte. Hier wurden dann auch sechs und achtzig Stück gleichfalls an Herrn In lateinischer SchriftCommissarius Lerche in das In lateinischer SchriftAnspachische In lateinischer SchriftPalais übergeben; die andern aber, hundert und acht und vierzig an der Zahl, wurden als würdig des Magazin's nach dem Lokale in der In lateinischer SchriftUniversität gebracht.

Drittens sollte nun die Masse der Gemälde, welche ich theils für das In lateinischer SchriftMuseum, theils für das In lateinischer SchriftMagazin aufbehalten, und in vierzehn In lateinischer SchriftClassen eingetheilt hatte, der strengsten Prüfung | 3 vorgeführt werden. Es war also mein Thun, die Gemälde In lateinischer SchriftClassenweise nach dem langen Saale der königlichen Akademie bringen zu laßen, dort dieselben gehörig, das ist: nach der Folge der Meister, zur leichtern Über- und Ansicht zusammen zu reihen, und diejenigen näher zu bezeichnen, die ich erstlich des In lateinischer SchriftMuseum's würdig erachtete, und dann die andern, welche nach dem Magazin wandern sollten. Hiezu entwarf ich jedesmal ein schriftliches In lateinischer SchriftTableau der in jeder In lateinischer SchriftClasse vorkommenden Gemälde und Meister, und zwar in Rücksicht lezterer nicht bloß von denen, von welchen Gemälde vorhanden sind, sondern auch von denen, welche fehlen, um dadurch auf die Lücken, und noch das zu Wünschende aufmerksam zu machen.

Hatte ich nun eine In lateinischer SchriftClasse auf solche Weise vorbereitet; so lud ich die Commissarien ein, führte ihnen die ganze Reihe der In lateinischer SchriftClasse vor, forderte über jedes Einzelne ihre Beurtheilung und ihre In lateinischer Schriftfinale Entscheidung auf: ob ein solches Stück in das In lateinischer SchriftMuseum aufzunehmen, oder nach dem In lateinischer SchriftMagazin zu versetzen sey? - Eben so ward das Zweifelhafte: welchen Schulen und welchen Meistern gewiße Gemälde angehören möchten, besprochen.

Nach so vollzogener Prüfung jeder In lateinischer SchriftClasse ward das neue Verzeichniß der Meister in einer richtigen Folge aufgenommen, indem ich In lateinischer Schriftdiktirte und In lateinischer SchriftDr. Waagen die Feder führte. Dies geschehen; wurden die Gemälde einer solchen Classe, welche für das In lateinischer SchriftMuseum auserlesen worden waren, in den Nebenräumen der Akademie sorgsam zusammengestellt, und | 4 die für das In lateinischer SchriftMagazin bestimmten nach dem Lokale in der In lateinischer SchriftUniversität gebracht. So gieng die Arbeit durch alle vierzehn In lateinischer SchriftClassen durch.

Folgendes ist hievon das In lateinischer SchriftTableau:

In lateinischer SchriftI. In lateinischer SchriftClasse:
Byzantinische Gemälde.
Für das In lateinischer SchriftMuseum: Stück 13. - Für das In lateinischer SchriftMagazin St. 7

In lateinischer SchriftII. Classe
Toskanische Meister der ersten Epoche.
Für das In lateinischer SchriftMuseum Stück 86. - Für das In lateinischer SchriftMagazin St. 10.

In lateinischer SchriftIII. Classe
Toskanische Meister der zweyten Epoche.
Für das In lateinischer SchriftMuseum: St: 92. - Für das In lateinischer SchriftMagazin: St: 26.

In lateinischer SchriftIV. Classe.
Toskanische Meister der dritten Epoche.
Für das In lateinischer SchriftMuseum St. 75. - Für das In lateinischer SchriftMagazin: St: 18.

In lateinischer SchriftV. Classe.
Venezianische Meister der zweyten Epoche:
Für das In lateinischer SchriftMuseum Stücke 101. - Für das In lateinischer SchriftMagazin: St. 40. | 5

In lateinischer SchriftVI. Classe
Venezianische Meister der dritten Epoche
.
Für das In lateinischer SchriftMuseum Stücke 122. - Für das In lateinischer SchriftMagazin - Stücke: 47.

In lateinischer SchriftVII. Classe
Lombardische Meister der 2ten und 3ten Epoche
.
Für das In lateinischer SchriftMuseum St. 76. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, Stücke: 24.

In lateinischer SchriftVIII. Classe
Römische Meister der 2ten und 3ten Epoche
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 46. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 28.

In lateinischer SchriftIX Classe
Meister aus der In lateinischer SchriftRomagna der 2ten und 3ten Epoche

Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 58. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 10. -

In lateinischer SchriftX. Classe
Schule der Eklektiker und der Naturalisten der 4ten und 5ten Epoche.
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 65. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St. 27.

In lateinischer SchriftXI Classe
Niederländische Meister der 2ten und 3ten Epoche.
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 219. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 140. | 6

In lateinischer SchriftXII Classe
Niederländische Meister der 4ten und 5ten Epoche
.
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 119. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 75.

In lateinischer SchriftXIII Classe
Meister der niederrheinischen Schule der 2ten und 3ten Epoche
.
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücje: 22. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 20

In lateinischer SchriftXIV Classe
Meister der oberdeutschen Schule der 2ten und 3ten Epoche
.
Für das In lateinischer SchriftMuseum, Stücke: 81. - Für das In lateinischer SchriftMagazin, St: 81.
______________________ ______________________________
Für das In lateinischer SchriftMuseum: Summa: 1175. - - - - - - Für das In lateinischer SchriftMagazin: Summa: 553.
[Von anderer Hand: Hiervon sind einzeln angekauft 11 Stück Hiezu kommen noch - 148.
von Solly kommen her - - - - - - 1164 --- ] von denen früher zum Umtausch bestimmten Gemälde: also beläuft sich die im In lateinischer SchriftMagazin der In lateinischer SchriftUniversität niedergelegten Gemälde auf die Summe ............ von 701. Stück.

Nach obiger Angabe ist die Anzahl der verkäuflichen in dem In lateinischer SchriftAnspachischen In lateinischer SchriftPalais niedergelegten Gemälde im Ganzen: 1141.

Die Gesammtzahl der drey hier angegebenen Sammlungen beläuft sich also: auf 3017. [von anderer Hand: (vormals Sollysche Sammlung = 3006 Stück)]

Hievon kommen alle aus der ehedem In lateinischer SchriftSollyschen Sammlung, ausgenommen elf Stück, welche seitdem Se Mayestät der König anzukaufen geruht haben. [Von anderer Hand: Siehe beiliegendes Verzeichniß.- Siehe unten] Dies ist der Bestand | 7

Die in dem In lateinischer SchriftAnspachischen In lateinischer SchriftPalais niedergelegten Gemälde, welche die In lateinischer SchriftCommissarien ganz an Herrn In lateinischer SchriftLerche übergeben haben, würde ich rathen, an die Meistbietenden in einer In lateinischer SchriftAuction zu verkaufen. Herr In lateinischer SchriftDr. Waagen könnte hiezu das Verzeichniß, wie es gedruckt werden soll, besorgen, und wohl auch am besten den Verkauf leiten. - Zur Vertheilung solcher Kunstgegenstände an die Kunstschulen in den Provinzen aber, wie andere meinen könnten, kann ich nicht rathen. Das In lateinischer SchriftMinisterium hätte bey diesen Schenkungen mehr an In lateinischer Schriftrestauration und an Rahmen zu verwenden, als die Bilder werth sind. Überdem was sollen Kunstschulen mit Bildersammlungen machen? - Der Zweck ihrer Errichtung soll die Zeichnungslehre technischer Gegenstände für Handwerker und Gewerbetreibende umfaßen, nicht aber die Kunst, wofür die Anstalt in der Hauptstadt genügend für die ganze Monarchie ist, wenn nicht ein Heer schlechter Künstler erzogen werden soll.

Die Sammlung für das Magazin im Lokale der In lateinischer SchriftUniversität hat sich die In lateinischer SchriftCommission noch vorbehalten; die Schlüßel aber dazu, und die besondere Aufsicht darüber an In lateinischer SchriftDr. Waagen übertragen.

Nur für die in der königlichen Akademie niedergelegten, und für das In lateinischer SchriftMuseum bestimmten Gemälde habe ich die Schlüßel an mich gehalten. Die Zahl von 1175 Stück machet allerdings für sich schon eine große Sammlung. Allein sie ist für den Endzweck des In lateinischer SchriftMuseum's noch nicht hinreichend, und hiebey ist zugleich auf eine Auswahl aus den Gemälden der königlichen Schlößern, aus der Gallerie von In lateinischer SchriftSansouci, und aus der In lateinischer SchriftJustinianischen Sammlung gerechnet. Hievon habe ich nach dem Willen und dem Befehl des Königes schon früher eine Auswahl getroffen, wovon die | 8 Anzahl der Stücke auf 650 ungefähr sich belief. Allein damals war die In lateinischer SchriftSollysche Sammlung noch nicht unser. Iezt darf diese Auswahl geringer seyn, und nach einem vorläufigen Überschlag wird dieselbe nicht viel über 400 [Vermerk am linken Rand von anderer Hand (Waagen): Die Giustinianische Sammlung enthält 181 Gemälde, es würde also durch Entnehmung von beiläufig 400 Bildern in den königl. Sammlungen nur ein allgemeines Minus von circa - 220 -250 entstehen.] Gemälde betragen, und darunter meistens die kleinern holländischen Stücke betreffen nebst einigen größern der Schule von In lateinischer SchriftRubens und In lateinischer Schriftvan Dyck. Dagegen darf die Auswahl aus den altniederländischen und den altitalienischen Schulen nur gering seyn. Mehreres aber muß aus der Schule der Eklektiker und der Naturalisten, auch aus der französischen Schule herübergenommen werden. - So daß also der ganze Bestand des künftigen In lateinischer SchriftMuseum ungefähr auf 1600 Stücke sich belaufen würde; eine Anzahl, die leicht die reichste in Europa übertreffen wird. Allein es [ist] nicht so viel der Reichthum als das große In lateinischer SchriftSystematische Ganze, worin der wesentliche Vorzug der Sammlung besteht, und wodurch sie den Namen einer wahren In lateinischer SchriftNormalgallerie verdient. - Andere Gallerien setzen ihre Vorzüge in einzelnen Stücken und in einzelnen Schulen, die unsrige aber umfaßt die Reihen der vorzüglichsten Meister aller Epochen, Nationen und Schulen. Hieraus erfolgt, daß das Studium der Mahlerey sowohl für die Künstler selbst, als für die Freunde der Kunst, und für jeden, der auf höhere Bildung Anspruch machet, nirgend folgenreicher und bequemer wird betrieben werden können, als hier in Berlin. Ein solches In lateinischer SchriftInstitut, was selbst in In lateinischer SchriftRom fehlt, und was ich, so lange ich allda lebte, eingerichtet zu sehen | 9 so sehr wünschte, wird iezt in Berlin durch die Gnade des Königes realisiert. Und ich muß das Geschick preisen, das mich ausersehen hat, dabey mitwirken zu können. Der Himmel schenke uns hiezu nur bald einen guten Bau! - ich sage einen guten, nicht einen kostbaren Bau. Die einfache Anlage, und dasjenige, was darin aufgestellt wird, muß deßen Werth bestimmen. Die Musen befriedigen sich mit dem Anständigen und Netten. Das Große und Prachtvolle überlaßen sie gern den Gotteshäusern, den königlichen Burgen, den Theatern, den Kriegs- und andern Staatsgebäuden. Ich kann daher nicht umhin zu bedauern, daß der frühere Plan des Königes mit dem vollständigen Ausbau der Königlichen Akademie nicht zur Ausführung kam. Hier wäre alles verbunden gewesen, auf das Zweckmäßigste, mit den geringsten Unkosten, und im schönsten Theile der Stadt. Kein Prachtbau kann diesen Verlust ersetzen.

Ich komme iezt zu den Wünschen.

Nach den mir vorliegenden Verzeichnißen fehlen unserer Sammlung nur wenige bedeutende Meister, von denen gute Gemälde zu erlangen allerdings viel beytragen würde, das Ganze zu heben. Hiezu muß aber die Gelegenheit sich bieten, und vergeblich würde man sich bemühen, kaufen zu wollen, was iezt nicht feil ist. Ich wünsche nur, daß uns auch künfthin erlaubt sey, einzukommen, wenn etwas zweckmäßiges sich bietet. So fehlt uns zum Beyspiel ein Werk von In lateinischer SchriftFriedrich Herlin, dem Deutschen Meister des 15ten, und 16ten Jahrhunderts, der unter | 10 allen Mahlern der In lateinischer SchriftEyckischen Schule den beiden großen Jan van Eyck und Hubert van Eyck.
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Brüdern
am nächsten steht. Ein solcher Mahler sollte billig an der Spitze der Deutschen Schule in unserer Sammlung nicht fehlen. - Bey dieser Gelegenheit darf ich auch die Bitte in Hinsicht der Grablegung des In lateinischer SchriftRoger van der Weyde bey In lateinischer SchriftBettendorf in Achen wiederholen.

Mein anderer sehr angelegener Wunsch betrifft noch eine Reise durch Italien, Deutschland, und die Niederlande, in dem einzigen Gesichtspunkt, die Werke der Kunst in den Geburtsstädten, wo sie entstanden sind, noch einmal zu sehen, um dann mit desto größerer Zuverläßigkeit die Meister gewißer vorzüglicher Gemälde unserer Sammlung zu bestimmen. Wie wichtig eine solche Bestimmung sey bedarf keiner Erörterung. In der Art aber, wie die In lateinischer SchriftSollysche Sammlung uns überliefert worden, ohne nähere Anzeige der Meister und der Schulen, kann auch der Erfahrenste in einem so unermeßenen und schwierigen Felde menschlicher Kenntniß sich irren. Viele der ausgewählten Gemälde mußten also in Hinsicht der Meister noch mit einem Fragezeichen bezeichnet werden. Eine neue Reise ließe aber die gegründete Hoffnung, die Zweifel zu heben und jedes Werk mit dem wahren Namen des Meisters aufzuführen.

Zur Realisirung eines solchen Wunsches war bereits die beste Hoffnung vorhanden. Allein ein höherer Finger ordnete es anders, wenigstens für iezt.

Unser genädiger Kronprinz wollte kommenden | 11 Winter das lang ersehnte Italien sehen, und zwar die Hauptstädte wenigstens, Rom, Neapel und Florenz, unter meiner Leitung. Dabey wollte Er meinen Wunsch begünstigen: daß ich die Reise allein machte, früher von hier abgienge und später zurückkehrte, damit ich so alles nach Wunsch und mit der erforderlichen Muße wiedersehen und examiniren könnte. Se königliche Hoheit wollte die Gesammtunkosten meiner Reise für Italien (die auf 3000 reichstaler berechnet waren) allein tragen. In Rücksicht dann der Reise durch Deutschland und die Niederlande (wovon die Unkosten während ungefähr fünf Monaten auf 2000 reichstaler berechnet waren) wollte der Prinz mein Gesuch bey Ew. Excellenz, und insofern es nöthig gewesen seyn würde, bey Sr Mayestät selbst unterstützen.

Noch muß ich beyfügen, daß Se königliche Hoheit seinen Wunsch mit dem meinigen verband, daß In lateinischer SchriftDr. Waagen auf dieser Reise mein Begleiter sey; ein Wunsch, der nur zu sehr gegründet ist, indem ich bey dieser In lateinischer SchriftExpedition leicht auf dem Felde der Ehre bleiben könnte, und In lateinischer SchriftWaagen wirklich der einzige junge Mann ist, der durch meine Erfahrungen geleitet das Geschäft der Sammlung weiter führen könnte.

Aber dieser schöne Plan des gnädigsten Kronprinzen hat aufgehört. In lateinischer SchriftBeiname der Aphrodite.
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Idalia
hat die Liebe zur In lateinischer SchriftItalia besiegt; In lateinischer SchriftCarthago (In lateinischer SchriftDer Kronprinz heiratete am 29.11.1823 Prinzessin Elisabeth (Elisa) von Bayern.
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Elisa
ist der Namen der In lateinischer SchriftDido) hat die In lateinischer SchriftRoma überwunden. Die Werke der In lateinischer SchriftVenus' Urania sind heilige Werke, und wir müßen | 12 die Göttin und den In lateinischer SchriftAmor preisen, daß sie ein so köstliches Band geknüpft haben.

Aber meine Reise, diese so nothwendige Reise? —
Ich kann dieselbe iezt nur Ew. In lateinischer SchriftExcellenz an's Herz legen. - Soll ich noch reisen; so ist für einen Mann in dem 65ten Jahre keine Zeit zu verlieren. Sollte es noch in diesem Jahre seyn; so wäre noch in diesem Monat anzuspannen, um vor dem Eintritt der Kälte auf der Grenze von Italien zu seyn. Die Reise könnte aber auch bis auf das Frühjahr verschoben werden, um dann den Sommer über in den Niederlanden und Deutschland zu reisen, und erst gegen den Winter den Weg über die Alpen zu machen. Dieser Plan wäre vielleicht vorzuziehen, denn schwerlich wird Se königliche Hoheit die Idee einer Der Kronprinz reiste 1828 nach Italien. In Florenz und Siena führte ihn Rumohr.
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Reise
nach Italien ganz aufgeben. Geschähe dies im Winter 1824/25, so könnte ich, wenigstens in den Hauptstädten, zur Hand seyn.

Ich überlaße alles den höhern Einsichten Ew. In lateinischer SchriftExcellenz, was in dieser Angelegenheit zu thun seyn möchte, überzeugt, daß Ew. In lateinischer SchriftExcellenz gerne alles beytragen werden, um einen so wohl gegründeten Wunsch zu verwirklichen.

In lateinischer SchriftBerlin den 11ten October 1823.

Hirt. | 13

Ich habe vergeßen, oben beyzufügen: daß die aus den Schlößern für das In lateinischer SchriftMuseum auszuhebenden Gemälde leicht durch eine gleiche Anzahl aus den Gemälden des Magazin's, und dann aus denen, welche von der In lateinischer SchriftJustinianischen Sammlung übrig blieben, ersezt werden könnten. Die leeren Stellen der alten Sammlungen würden auf diese Weise wieder sehr glücklich ausgefüllt werden, und das Hofmarschallamt nur wenige Kosten bey diesen Umänderungen erleiden.
Hirt.

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Schreiben Gustav Friedrich Waagens an den Geh. Oberregierungsrat v. Harlem, 31. Januar 1824 [ebd., Bl. 35 r-v]

Adresse: Sr: Hochwohlgeboren / Des Herrn Geheimen Rath / von Harlem / An der Eisenbrücke / No. 1. - Mit Siegel

Mögen Ew. Hochwohlgeboren gütigst verzeihen, daß ich erst heute Ihrem Wunsch in Betreff der von Seiner Majestät befohlenen Ankäufe einzelnder Gemälde Genüge leiste, woran mich gestern eine wahre Kette von Abhaltungen verhinderte. Unter den 11 vom Hr. Hofrath Hirt aufgeführten Bildern befinden sich allerdings, so wohl die durch den Grafen Ingenheim besorgten, als auch die von Hr. Hofrath Hirt selbst dem Museum überlaßenen. Ich setze Ihnen hier das Verzeichniß der Bilder in der Ordnung her wie sie meines Wißens allmählig angekauft worden.

1. Maria die das Jesuskind küßt; angeblich Lucas van Leyden, Von Frauenholz gekauft. [Notiz von v. Harlem: "nach Frauenholz xxxx für 2000 rth im Julius 1822. Cab.[inets] O.[rdre] vom 18. Jul. 1822."]
2. ) Das Abendmahl von Giotto. )
3. ) Maria auf dem Thron, am Rande die 12 Apostel von Taddeo Gaddi. ) Vom Konsul Lorch [Berend Lorck] gek.[auft] [Notiz von v. Harlem: "Mai 1823 für 1800 rth"]
4. Anbetung des mackellosen Lamms nach den Brüdern vom Eyck copirt von Michael Couxie [Kopie von "Das mystische Lamm", später: "Genter Altar" von Michiel Coxcie, kurz vor 1560]. Aus Brüßel. [Notiz von v. Harlem: "März 1823 Kaufpreiß 4000 lr. u. zum Verpacken von Bryß. 200 lr. Kosten zusammen 4051 rthlr nachträglich noch Kosten des Verg.[?] 87 tr. = 4074 rthlr Transport 145 rthlr 8 sgr = 4219 r. 8 sgr."]
5. Gott Vater nach Hubert vom Eyck copirt von demselben. Von Deuringer. [Notiz von v. Harlem: "Im Jun. 1823 = 1000 rthlr.]
6. Christuskopf von Albrecht Dürer ) Vom Hr. Hofr. Hirt [Notiz von v. Harlem: "195 rthlr."]
7. Kreuzigung von Hans Baldung Grien ) [Notiz von v. Harlem: "1000 rthlr."]
8. Maria mit dem Kind auf dem Thorn; zunächst Johannes der Täufer als Kind und ein anderer Knabe. Zu den Seiten des Throns die beiden Jacoben. Von Giovanni da Santi. Von Cartoni gek. [Notiz von v. Harlem: "n. 8. Kaufpreiß bezahlt mit 1347 rthl. 11 gr. für 200 Carolinen, zzl. Transp. Cab. O. vom 8. Sept. 23.] //
9. ) Drei kleine Gemälde von Giovanni da Fiesole [Fra Angelico] 1. Zusammenkunft des heiligen Franciscus und Dominicus. 2. Franciscus in Gegenwart seiner Schüler verklärt emporgehoben. 3. Die heilige Helena hilft einer Hungersnoth ab.
10. ) Von dem Consul Bartholdy. [Notiz von v. Harlem: "Kaufpreiß 40 Carolinen transportkosten mit n. 8. zusammen vom H. Grafen v. Ingenheim mit 1000 Fr. berechnet. Cab. O. 8. Sept. 23."]
11. )
Sollten Ew. Hochwohlgeboren um ähnliche Dinge Auskunft wünschen, werde ich mir jederzeit ein besonderes Vergnügen daraus machen, dieselbe so genau zu geben als es in meinen Kräften steht.
Ew. Hochwohlgeboren
Ganz gehorsamster
G. Waagen
Berlin den 31sten Januar / 1824.