Wir danken Ew. Excellenz ganz gehorsamst wegen der Ernennung einer besondern Commission für das Restaurationswesen in den Personen und in der Art, wie wir es wünschten. Wir sind heute bereits mit den ernannten Commissarien zusammen getreten, um das Nähere über das Geschäft zu verabreden.

Erstlich in Rücksicht des Herrn Theoli berichten wir, daß wir schon einige Tage vorher, um ihn gehörig zu beschäftigen und nicht länger warten zu laßen, vier Gemälde, zwey große und zwey kleine, übergeben haben. Wir konnten ihn aber nicht dahin bringen, einen vorläufigen Preis für diese neuen Arbeiten festzusetzen, und sich einer genauen Controlle zu unterwerfen, so wie derselbe sich auch in - dem hiermit zurückgehenden - Schreiben an Ew. Excellenz selbst erklärt hat. Allein da uns Herr Theoli in Rücksicht mehrerer sehr schwer zu restaurirender Gemälde sehr wichtig und nothwendig ist; so haben wir vorläufig seinen Bedingungen nachgegeben. Zur Zeit werden wir über das Resultat schuldigst einberichten. Wir haben indeßen die andern drey Commissariä zu Herrn Theoli hingeführt, damit sie genau den Zustand der Gemälde kennen lernen, und dann desto sicherer beurtheilen möchten: welche | 2 Geschicklichkeit und Sorgsamkeit Herr Theoli im Restauriren besitze, und in wie fern der Preis, den er fordern wird, seinem Talente correspondire.

Ferner ist es persönlich mit Ew. Excellenz besprochen worden, daß die Summe, welche man dem Theoli auf die vorigen, bereits restaurirten Bilder noch schuldig ist, sich weit höher beläuft, als in der uns davon gegebenen Anzeige. Wir müßen um so mehr wünschen, daß diese Zahlung bald berichtigt würde, da er glaubt, die Säumniß hänge von uns ab, und daher er wiederholte Anschreiben hierwegen an uns ergehen läßt. Gern aber bezeugen wir hiebey, daß die von ihm restaurirten Gemälde zu vollkommner Zufriedenheit der ganzen Commission ausgefallen sind.

In Rücksicht künftiger Zahlungen für Restaurationssachen nehmen wir gerne an, daß Ew. Excellenz uns eine Casse anweisen, welche die von uns attestirten Rechnungen bezahlt.

Wir beriethen uns ferner mit der Commission über andere anzustellende Restauratoren. Die Resultate waren folgende: Erstlich daß es höchst wünschenswerth wäre, daß der Mahler Fuchs in Cöln zum Geschäft der Restauration hieher berufen würde, und ein hohes Ministerium das Nöthige zu dieser Einberufung baldmöglichst | 3 einleiten möchte.

2tens daß ein hohes Ministerium gewähren möchte: daß die Commission bevollmächtigt würde, mit folgenden hiesigen Restauratoren zu unterhandeln, und dann jedem ein paar Gemälde zur Probe der Restauration übergeben könnte. Diese sind: 1. der bekannte königliche Restaurator Herr Bock, 2. Herr Mentschel, der nach den gemachten Versuchen, die besonders H: Prof. Wach sah, sehr geschickt und billig seyn soll. 3. Herr Joyard, der manches für den Herrn geheimen Staatsrath Nagler, und Herrn General Rühle sehr gut restaurirt haben soll. 4. Soll sich ein geschickter und fleißiger Mahler, Herr Otto, erboten haben, sich gerne mit dem Restaurationswesen befaßen zu wollen, wenn man ihn bey einem geschickten Restaurator unterbringen wollte. Die Commission war der Meinung, daß dies bey Herrn Fuchs bey seiner Ankunft zu versuchen wäre.

Ferner verhandelte man über andere auswärtige Restauratoren, besonders über Palmaruoli[!] in Rom, bekanntlich den berühmtesten, der iezt in Rom lebt; und es wurde gesagt, daß Herr Prof. Rauch bereits mit ihm hierwegen in Correspondenz stehe. Es ward daher angenommen, zuförderst mit p. Rauch selbst hierwegen zu sprechen. | 3

Überhaupt können wir nur im allgemeinen beyfügen, daß der Restaurationsarbeiten so viele sind, daß auch mehrere Restauratoren durch Jahre beschäftigt werden können; und doch ist zu wünschen, daß man so früh wie möglich damit zu Stand komme, und das ganze Museum in seinem Glanze erscheinen möge.

Wir bitten mit der Commission Ew. Excellenz gehorsamst, unsere Wünsche, die wir hier vorgelegt haben, auf die möglichste Weise berücksichtigen zu wollen.

Berlin den 9ten Julius 1822.

[gez.] Schinkel [gez.] Hirt.

Wir fügen hier noch bey: daß die Bilder der Sollyschen Sammlung, welche vorläufig nach der Akademie gebracht wurden, in dem Saale sehr übel stehen, und sich schon merkliche Spuren von Verlezung zeigen; ferner daß dieselben bis iezt an Einheimische und Fremde gezeigt, und selbst darnach gezeichnet wurden. Dies ist aber dem Befehl seiner Mayestät ganz entgegen, indem der König will, daß vorläufig nichts von der Sammlung gezeigt werde. Wir ersuchen daher Ew. Excellenz gehorsamst, ein anderes Lokal auf der Akademie für die dortigen Gemälde auswählen zu dürfen, welches weniger schädlich für dieselben ist, als das Gegenwärtige; daß allenfalls die nöthigen Vorhänge an den Fenstern gemacht werden können; daß diese Versezung durch Lamperi geleitet werde; denn Unerfahrne möchten bey dem Versezen leicht Schaden anrichten, und endlich daß die Gemälde unter Verschluß gesezt würden, so daß der Zugang zu denselben nur durch uns geschehen könnte.