Verehrtester HerrDer Freiherr von Sack war als königlich preußischer Kammerherr und Vizeoberjägermeister am 9. Juni 1821 in Berlin von König Friedrich Wilhelm III. in den preußischen Grafenstand erhoben worden.
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Graf
!

Ich habe die Ehre, Ihnen hiemit das verlangte Siehe unten.
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Verzeichniß zugleich mit dem Kästchen
anbey zu übersenden.

Es würde gut seyn, wenn kleine Papierchen mit der correspondirenden Nummer des Verzeichnißes, mit seidenen Fäden an jedes Stück angehängt würden; und an die Stücke, welche keine Löcher haben, könnte man die Nummern ankleben.

Es machet mir große Freude, daß Sie uns so viele wichtige Denkmäler Albert von Sack hatte im April 1818 von Rom aus eine Reise nach Griechenland und Kleinasien angetreten, von der er 1821 nach Berlin zurückgekehrt war. 1820 hatte er das Fragment vom Grabmal der Nikarete erworben, das sich heute in der Antikensammlung Berlin befindet. "Es war eines der ersten antiken Kunstwerke, die nicht über den italienischen Kunsthandel nach Berlin kamen. Sack reiste mit dem damaligen österreichischen Konsul in Athen, Georg Christian Gropius, durch Griechenland und den Orient und kaufte während dieser Zeit eine Sammlung von antiken Artefakten, die er später der Antikensammlung in Berlin vermachte (Wikipedia; Version 10.09.2019). - Sack hatte zuvor bereits 1805 eine Reise nach Suriname und von dort 1807 nach Nordamerika unternommen. 1812 reiste er zum zweiten Mal nach Suriname.
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mitgebracht haben
.

Dürfte ich Sie um den Abguß der Münze bitten, von der wir vor ein paar Tagen sprachen, so würden Sie hiedurch, bester Graf! sich sehr verpflichten

Ihren immer bereitwilligen Diener Hirt. | 2

Verzeichniß. einiger vom Herrn Grafen v Sack mitgebrachten Alterthümern.

1. Ein weiblicher Kopf in gebrannter Erde, nach der Angabe des Besitzers zu Corinth gefunden und gekauft. - Das Monument verdient in mehreren Rücksichten die Aufmerksamkeit des Freundes der Künste und des Alterthums. Erstlich sind runde Bildwercke in gebrannter Erde überhaupt selten, und bis jetzt ist keines bekannt, was in Griechenland gefunden wäre. Zweitens ist der Kopf nicht etwa in einer Form gedruckt, wie dies sonst bei andern Ueberresten in gebrannter Erde der Fall ist, sondern aus freier Hand modellirt. Der Thon ist fein, und man nimmt daran keine Risse wahr. Es scheint mit einer Art Anstrich oder Firniß überzogen gewesen zu seyn. Drittens: nach dem Kopfputze zu urtheilen ist die Büste ein Bildniß aus dem Augustinschen Zeitalter, und zwar wie es scheint das der Octavia, der Schwester des Augustus (was aber noch näher durch die Vergleichung mit den Münzen ausgemittelt werden muß). Das Bild selbst ist nicht idealisirt, sondern iconisch. Das Auffinden einer Büste der Octavia in Corinth darf nicht befremden. Sie ward allda so verehrt, daß ihr die Corinther einen Tempel errichteten; und ein Bildniß in gebrannter Erde ist ein Beweis, daß auch die geringere Klaße von Einwohnern es besitzen wollten. In alterthümlicher Rücksicht ist das Monument wichtiger, als wenn es in Marmor wäre In einem hölzernen Kästchen, inwendig mit schwarzer Seide ausgefüttert, finden sich eine größere Anzahl kleinere in Aegypten gesamleter Gegenstände verschiedenen Inhalts. Es sind folgende: _____________________________________________________________________ 1. Eine Schnur braunrother Corallen um den Hals zu tragen. 2. Eine Kupfermünze von größerer Form: auf der Vorderseite der Kopf Jupiters mit dem Ammonshorn
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Amunshorn
; auf der Rückseite ein auf dem Donnerkeil stehender Adler, und im Felde ein Füllhorn mit der Umschrift: ΠΤΟΛΕΜΑΙ ΟV ΒΑΣΙΛΕΩΣ zu bemerken ist das runde Grübchen in der Mitte der Münze, sowohl auf der Vorder- als Rückseite. 3. Eine Silbermünze: auf der Vorderseite der Kopf des Hercules; auf der Rückseite ein thronender Jupiter, in der linken das Zepter, und auf der ausgestreckten Rechten den Adler haltend. Hinter dem Throne | 3 das Wort: ΦΙΛΙΠΠΟV. Im Felde unter dem Sitze die Buchstaben ΑV, dann vor dem Knien ein M und wie es scheint über dem ausgestreckten Arm noch ein Λ. 4. Ein braungelbliches Steinchen in der Form eines Salbengefäßes. 5. Ein durchlöcherter Amattist, um ihn wie eine Coralle an eine Schnur zu faßen. 6. Eine Art von Agathsteinchen in der Form eines Klöppels oder eines Phallus, oben mit einem Loche, um es als Amulet zu tragen. 7. Ein ähnlicher Klöppel aus grünem Glas. 8. Ein ovales Stück heiliger Erde, wo auf einer Seite mit einem Siegel aegyptische Figuren eingedrückt sind. Die Erde ward nachher gebrannt. Die Risse kommen theils vom Eindruck des Siegels, theils vom Brande her. Von den Figuren läßt sich nur noch eine hockende Gottheit, den Das Anch-Symbol, ägyptisches Henkelkreuz, altägyptisches Symbol für das Weiterleben im Jenseits.
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Nilschlüßel
vor sich haltend, erkennen, wie es scheint mit einem Thierkopfe, aber ungewiß: ob von einem Hunde oder einem Löwen. Ein solches Amulet von geweihter Erde ist ein seltenes Stück. Alle folgenden Stücke sind von aegyptischer Porzellan Erde, gebrannt und mit grünlichem Eyweiße überzogen, nur drey davon sind weißlich und ohne Firniß. Diese Stücke haben Löcher weil sie als Amulette zum Umhängen dienten. Man findet sie gewöhniglich um den Hals der Mumien. 9-10. Bilder des Phtha, oder des aegyptischen Vulcan, des ersten und größten der aegyptischen Götter. Man betrachtet ihn als Urgeist, der im Centralfeuer wohnt. 11.-12. Zwey Figuren im Profil mit dem Hundskopf, den Anubis.
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Anubus
vorstellend. 13. Eine ähnliche Figur von vorne gesehen. 14. Eine Göttin in Profil ) wahrscheinlich Isis.15. Eine andere von vorne ) 16. Drey Figuren von vorne gesehen nebeneinander, in der Mitte ist Horus, von den Göttinnen rechts und links, scheint das eine seine Mutter Isis, und die andere seine Erzieherin Buto zu seyn. 17. Eine Figur mit dem Bart in den Händen, über die Brust gekreuzt, die Peitsche und den Agurstab haltend: Attribute des Osiris. 18. Ein Sperber mit der hohen Mütze, heilig dem Phre und den Arneris. 19. Ein ähnlicher Vogel aber ohne Mütze. 20. Das Auge des Osiris. 21. Ein Profil mit eingesetztem schwarzen Auge; ungewiß ob es von einem Vogel oder Hund. - 22, 23, 24, 25, 26. Fünf Stück Käfer: zwey größere und drey kleinere, die drey letztern sind mit Hyrogliphen auf der Rückseite. | 4 27. 28. 29. Zwey flache Stücke an der Vorder- und Rückseite mit dem Hier wohl: Anch (oder: Ankh)-Kreuz gemeint..
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Andreaskreuz
, und ein drittes mit demselben Kreuze an der einen Seite, an der andern aber mit einem Systrum. 30. Ein flaches Stück an beiden Seiten mit Hyroglyphen. 31. Ein gekittetes Stück ohne kennbare Zeichen. 32.-33. Die zwey Federn von der Mütze des Osiris. 34. Ein Hilfschlüßel. 35.-36. Zwey Tragbare Altartische in Absätzen.

Berlin den 8ten August. 1821.

Copie der Handschrift des Herrn Hofrath Hirt.