An ein hochlöbliches Directorium der Königlichen Academie der Künste.

Eine frühere Bestimmung, bey einer Seßion der Königlichen Academie der Wißenschaften gegenwärtig zu seyn, hindert mich, an der heutigen Conferenz, welche ein hochlöbliches Directorium anberaumt hat, mündlich theil zu nehmen, und bitte deswegen mich zu entschuldigen.

Übrigens würde ich bey meiner deliberation über die Gemälde des H. LegationsRat Palmer sehr überflüßig seyn, da ich dieselben zu dem Zwecke einer richtigen Beurtheilung zu wenig kenne. Meine verehrten Herrn Collegen wißen am besten, daß es nicht leicht ist, ein gegründetes Gutachten über dergleichen Gegenstände zu geben. Man muß Zeit und Muße gehabt haben, solche öfters in der Nähe, und bey gutem Lichte zu sehen: um gründlich zu unterscheiden: was an einem Gemälde verdorben, und restaurirt ist; ob man originale oder Kopien vor sich hat: ob von den Meistern, für welche der Verkäufer sie angiebt oder von Nachahmern u. dergleichen mehr. - zu diesem wie ich schon sagte, reicht ein flüchtiger Blick nicht hin. Ich kann also kein Gutachten über das verlangte abgeben und muß also meinen Herrn Collegen anheim stellen in wie fern sie sich überzeugt glauben möchten: daß die vorgeschlagenen Gegenstände wirklich einer königlichen Sammlung würdig, und als gute Vorbilder für das Studium tauglich seyn möchten. -

Noch muß ich beyfügen, daß Herr p. Palmer sich gegen mich mit großer Gefälligkeit und Zuvorkommenheit benommen hat, und ich daher durch mein Gutachten nicht in Verdacht kommen möchte, mich dabey zu willfährig benommen zu haben.

Berlin den 8 Feb. 1819.

Hirt