Für / Herrn Alexander v. Humboldt.

Nach der Anzeige des Herrn Darû wären die Abgüsse der von Berlin nach Paris verbrachten Kunstgegenstände aus königlich-preußischem Besitz und anderer antiker Kunstobjekte.
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Kunstgegenstände
, mit denen der Kaiser die Akademie beschenken will, nicht nur bereits ausgewählt, sondern auch abgegoßen, und zum Absenden eingepackt.

Es läßt sich schwer denken, worin dieses Geschenk bestehen mag, und ob sich die Akademie sehr darüber freuen soll. - 1) betrachtet man die Kürze der Zeit, worin all dieß geschah; so möchte eben die Quanität [Verschreibung statt: Quantität oder Qualität] der Gegenstände nicht beträchtlich seyn; 2) dürften die Abgüße eben nicht nach ganz neuen Formen, sondern nach bereits vorhandenen alten, folglich in mancher Rücksicht schon ganz stumpfen Formen gemacht seyn; 3) wie mag das Einpacken besorgt worden seyn, da Niemand dabey war, dem die Sache gerade eben näher am Herzen lag? - 4) Sind die gewählten Gegenstände gerade die, welche wir vorzugsweise wünschten? (denn bekanntlich besizen wir schon manches hier) und wird also nicht manches seyn, was kaum die Unkosten des Transportes lohnen möchte? -

Es wäre also zu wünschen, daß H. v. Humboldt die Zeit hätte, sich genau von allem zu unterrichten, und ihm gefallen möchte, hierwegen näher zu berichten, und ein Verzeichniß von Herrn Denon über die gewählten Gegenstände zu übersenden. | 2 Doch wahrscheinlich hat H. v. Humboldt schon all dies, und schon mehr gethan. Da aber alle Negotiation, und folglich auch die in Kunstangelegenheiten, langsam geht, so mag dies die Ursache seyn, warum er noch nichts an die Akademie einberichtete. Indeßen kann ich nicht umhin, den Wunsch zu wiederholen, daß auf den Basen, und Datis, welche ich Vgl. auch Hirts Schreiben vom 25.08.1807.
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vor ein paar Monaten entwarf
, und wovon das Directorium eine Abschrift an H. v. Humboldt sandte, die Sache möchte unterhandelt, und zu einem ersprießlichen Resultat geführt werden. Gewiß läßt sich von der Gewandtheit, den Verbindungen, und dem Eifer unseres würdigen Collegen vieles erwarten; und vergeblich würde die Akademie versuchen, auf andern Wegen zu erreichen, was demselben nicht gelingen möchte. Wir wollen vor der Hand an der guten Sache noch nicht verzweifeln, und mancher Bedenklichkeiten ungeachtet, den Bericht des Herrn v. Humboldt getrost abwarten.

Hirt

B. den 2ten März 1808.