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Gemälde
für das Museum bestimmt. zum sogenannten Magazin im Universitätsgebäude gekommen ausgeschloßen, im Anspachschen Palais
Die Zusammenstellung nach den Verzeichnißen welche Hofrath Hirt eingereicht hat, ergiebt 1175. 553.
Von H. p Lerche sind am 24 Jul. 1823 übernommen 1141.
Bei dieser Uebernahme sind besorge der aufgenommenen Specification folgende, zuerst ausgeschossene Bilder zurükbehalten, nämlich 1. aus der Rubrik K (Kauf) die Nummern 534 und 562; ob für das Museum oder für das Magazin ist die Frage, aber auch zur Ermittelung der Zahl jetzt indifferent: mögen solche daher vorläufig bei den Magazin-Bildern notirt werden ...... 2. unt. der Rubrik T (Tausch) .................................................... — — 2. 151.
1175. 706 1141.
Dagegen giebt Hirt's Bericht vom 11 Oct. 1823 an ...................................................... 1175. 701.
Differenz 5.
zusammen 3022. Stück.

Bemerkungen: 1. In dem von Hirt eingereichten Verzeichniße stehen hin und wieder mehrere Gemälde unter einer Nummer, welche in den früheren Verzeichnißen des GORR Schultz, Schinkel, Hirt p besondere Nummern haben zB. sämmtliche Genter van Eyk's Classe XI. n. 1. mit den später angekauften Cocxisschen[!] Copien. Da auf dem Grund dieser früheren Verzeichnisse die Zahl der anzukaufenden restituirt ist, so werden die Nummern des lezten Hirtschen Catalogs demnach zu rectificiren seyn. Dies kann durch eine Vergleichung jener Verzeichniße mit diesem Catalog leicht bewirkt und hiernach eine Schlußberechnung gezogen werden. Ich würde dies mit Waagen's Hülfe zu Stande bringen. 2. Unter den 1175 Museums-Bildern steken mehrere, die dem Solly nicht gehört haben, zB. Abendmal von Giotto Classe II. n. 7. - Maria auf dem Thron von Gaddi Cl. II. n. 31. - Christuskopf von A. Dürer (?) Cl. XIV. n. 35. - Kreuzigung von Grien Cl. XIV. 68. - Thronende Maria, von Giovanni da Santi Cl. VIII. n. 1a (n. 2 der Abschrift). - Jetzt handelt es sich darum, | 2 was noch sonst von andern Ankäufen in dem Hirtschen Catalog steht. Von den Fusischen Bildern sollen auch welche zum Magazin gekommen seyn; ob diese aber in dem Hirtschen Catalog mit gezählt sind oder nicht, ist noch die Frage.

3. Es ist endlich auch vorgekommen, daß später als der Hirtsche Catalog verfaßt wurde, einige Gemälde vom Restaurateur Bock zurückgenommen sind, die von Solly herkommen. Diese müßen zur sichern Feststellung der Summen von den übernommenen Gemälden mit gezählt werden.

Die Sache liegt also noch ganz im Dunkeln, die Aufklärung hängt zunächst von dem erforderten Hirtschen Bericht ab. Sobald dieser eingegangen seyn wird, werde ich mit Waagen zusammentreten und ich hoffe, wir werden ein ziemlich sicheres Resultat herausbringen; wir sind auf diese Arbeit schon vorbereitet. Diese Arbeit ist nothwendig, denn es ist eine Schande, nicht zu wissen, wieviel Gemälde man übernommen hat; sie ist aber auch deshalb wichtig, da Solly eine bestimmte Zahl von Gemälden (841?) angiebt, und behauptet daß nur diese Gegenstand des Kaufs gewesen sind und da man bei einem weiteren Verfahren vielleicht genöthigt seyn wird, die Verzeichniße zu ediren, damit Solly angeben könne, welche Stücke er als Gegenstand des Kaufs betrachtet. Dies würde namentlich in dem nicht ganz unwahrscheinlichen Falle eintreten, daß die allerhöchste Entscheidung dahin erfolgte: Solly solle die Gemälde, welche nach den verg(?)angenen Unterhandlungen und nach dem lezten Bericht des verewigten Fürsten Staatskanzler als Ueberzahl betrachtet werden können, zurük erhalten.

Daß ich mich schon längst um die Ermittelung einer | 3 sicheren Zahl bekümmert habe, belegt das Schreiben von Waagen vom 31 Januar, 1824, das dem Hirtschen Bericht vom 11. Octob. 1823 angeheftet ist; späterhin ist dieser Gegenstand zwischen Waagen und mir oftmal zur Sprache gekommen; es war dabei aber nichts weiter zu thun, da Hirt die Cataloge auch vor Waagen secretirte und Nachfragen bei ihm vergeblich waren. So habe ich denn Alles auf sich beruhen laßen müßen, in der Erwartung, daß bei der Ausarbeitung des Catalogs zum Druk der Gegenstand in Ordnung kommen werde. Ich habe mir diese Bemerkung ehrerbietigst beizufügen erlaubt, da es mir unter anderen Umständen allerdings zum großen Vorwurf gereichen müßte, wenn ich die Sache so unklar gelaßen hätte, wie sie gegenwärtig vorliegt.

d. 20. Mai 1827.

v Harlem. | 4

Zufolge des von dem Hofrath Hirt unterm 11. October 1823 erhaltenen Berichts über die Räumung des Sollyschen Hauses von den darin befindlich gewesenen Gemälden, deren Classificirung und Vertheilung in andern Räumen beträgt die Zahl der vormals Sollyschen Gemälde überhaupt = 3006 Stück.

Hiervon sind zur Aufstellung im Museum ausgewählt ........................................................................... 1164. welche sich jetzt mit den übrigen für die Gallerie angekauften Bildern in dem Hause Behrenstraße N. 50 befinden;

vorläufig zurükgestellt ....................................................................................................................................... 701 im Universitätsgebäude niedergelegt;

ausgeschoßen, im Anspachschen Palais aufbewahrt ................................................................................... 1141 ________________________________________________________________________________________ ............................................................................................................................................................................ = 3006 - | 5

[die folgende Tabelle siehe separate Datei: 1827-05-20-v-Harlem-Tabelle]