Entwurf / zu dem Neubau der In lateinischer SchriftWerder/schen Kirche: auf Die Abbildungen der im Kupferstichkabinett aufbewahrten Zeichnungen siehe im Register der Kunstwerke unter Hirt; desgleichen in D, Abb. 2-4, S. 251-253: Carl August Menzel nach Angaben von Aloys Hirt, Alternativen zum Plan Schlaetzers für die neue Kirche auf dem Friedrichswerder. Bl. 1-3; Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett SM 27.1, SM 27.2, SM 27.3
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zwey Blättern / mit acht Figuren.
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Ich habe in Siehe Hirts Gutachten vom 5. Januar 1821 über Schlaetzers Entwurf zum Neubau der Friedrichswerderschen Kirche.
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meinem Gutachten
angezeigt, daß mir die Idee des Baurathes Herrn In lateinischer SchriftSchlaetzer sehr wohl gefalle, An die Stelle der alten Doppelkirche sollte eine neue Kirche mit einem von der deutschen Gemeinde der Lutheraner und der calvinistisch-reformierten französischsprachigen Gemeinde gemeinsam genutzten Gottesdienstraum treten. Die alte Simultankirche war teilweise einsturzgefährdet und hätte grundlegend saniert werden müssen. Man entschied für einen Neubau, wobei der König ein Gebäude im "Mittelalterstil" präferierte. Als erster legte Schinkel innerhalb seines großen städtischen Bebauungsplanes 1817 den Plan für den Neubau zweier symmetrisch nebeneinander stehender Kirchen vor. 1820/21 legten Schlaetzer und Hirt ihre Entwürfe vor, die von Schinkel sehr kritisch bewertet wurden. Schinkel stellte diesen einen eigenen Entwurf eines Tempelbaus nach dem Vorbild des Maison Carrée in Nimes entgegen. Alle diese antikisierenden Entwürfe wurden vom König und dem zuständigen Bauministerium abschlägig beschieden. Zur Ausführung kam schließlich der von Schinkel entworfene gotische Backsteinbau mit Doppelturmfassade (Entwürfe 1822-1824, Weihe 10. Juli 1831). Siehe dazu detailliert Wikipedia (Version 30.05.2021).
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an die Stelle der beiden in Verfall gerathenen Kirchen auf dem In lateinischer SchriftWerder nur Eine für beiden Gemeinden wieder zu erbauen,
, und den überbleibenden Raum zur Vergrößerung des dortigen Platzes zu ziehen. Doch müßte dann theils um die neue Kirche beßer gegen Feuersgefahr zu schützen, theils um die an jener Seite schlecht gebauten Häuser gehörig zu decken, erstlich der ganzen Länge nach eine Brandmauer geführt, und um diese wieder zu decken, kleine Gebäude für Kaufmannsbuden nebst zwey Küsterwohnungen erbaut werden. Wie ich dies verstehe wird sich aus den Rissen ergeben.

In Rücksicht der Kirche kann nicht daran gedacht werden, an einer solchen Stelle einen Haupttempel der Stadt zu errichten. Der Erbau eines solchen fordert einen großen freyen Platz, wie der Dönhofische, oder auch der Platz der ehemaligen Petrikirche ist. Auf dem In lateinischer SchriftWerder komt aber nur die Vorderansicht gegen einen freyen Platz zu stehen, und dann nur die eine lange, und die Hinterseite an Straßen zu liegen. Was aber die Idee von einem Hauptkirchenbau vollends entfernt, ist die geringe Breite des Bauplatzes von blos sechzig Fuß. Diese Breite bedingt die Anlage, und erfordert, daß der ganze Breitenraum möglichst wie für den innren Saal benützt werde. | 2 Die Breite bedingt dann wieder das Verhältniß der Länge des Saales, damit daraus nicht ein langer unförmlicher Darm entstehe, wie dies leider der Fall in der hiesigen Domkirche ist. Gute Verhältniße zwischen Breite, Länge und Höhe eines Inneren sind sowohl für Zweckmäßigkeit, als Schönheit die ersten Erforderniße.

Nach diesen Ansichten wird man folgenden Entwurf beurtheilen.

Der Grundriß
Taf. I. Fig. I.

a. die Säulenhalle
b. das Vorhaus: darüber der Musikchor mit der Orgel.
c. der Kirchensaal.
d. das vorderchor.
e. der Altartisch.
f. die Nische für die Kanzel.
g. Loschenbau in zwey Stockwerken für den Hof: oben für Fürstliche, unten für andere Personen des Hofes.
h. ähnlicher Loschenbau für die Patronen der Kirche, und die Prediger.
i. Glockenthurm: durch welchen der Zugang zu der Kanzel, und höher eine Thüre unter die Dachung der Kirche führt.
k. Sakristey.
l. Taufkapelle.
m. Seiteneingang für den Hof.
n. Am Rand von unbekannter Hand mit einem roten Fragezeichen versehen.
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Budenbau.

o. Wohnungen für den Küster.
p. länglicher Hofraum in der Mitte abgetheilt für die beiden Küsterwohnungen.
q. Erhöhter Fußweg längs der Buden.
r. freyer Raum hinter dem Thurm bis zur Straßenlinie.
s. Vorplatz der Kirche, und gewonnener Raum zur Vergrößerung des Platzes. | 3

Hauptansicht.
Taf. I. Fig. II.

Aus Gründen einer leichtern Ausführung in der üblichen Steinart ziehe ich für den Hallenbau das Ionische dem Corinthischen vor. Die Treppen haben die Höhe des Unterbaues von 3 Fuß, jede Stufe 6" hoch zu einer Breite von 12". Am Rand von unbekannter Hand rot angestrichen.
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Die beiden Nischen sind für Bildsäulen der beiden In lateinischer SchriftReformatoren Luther und In lateinischer SchriftCalvin bestimmt,

um gleich am Eingange auf die Bestimmung des Kirchensaales für die evangelisch vereinigten Gemeinden hinzudeuten.
In den Giebelfeldern weder der Halle, noch der Kirche sind vor der Hand bildliche Darstellungen gezeichnet. Für das Giebelfeld der Halle würden die drey christlichen Tugenden paßen: der Glaube in der Mitte stehend, rechts und links die Hoffnung und die Liebe sitzend.
Aus der neuen Benennung der Kirche müßte die Idee für das In lateinischer SchriftRelief im obern Giebelfeld gewählt werden. Würde z. B. die Kirche Zum Erlöser genannt werden, so würde der zwischen In lateinischer SchriftMoses und In lateinischer SchriftElias in der Mitte schwebende verklärte Christus sehr paßend seyn.
Sollten Statuen auf die Akroterien gestellt werden; so würde ich dieselben bloß für die der Säulenhalle in Vorschlag bringen.

Die Seitenansicht
Taf. II. Fig. III.

Hier erscheint der Budenbau, die Halle, die Kirche, der Thurm, und daran angebaut die Taufcapelle mit einem Seiteneingang zur Kirche, und dann wieder der Budenbau. | 4
Um den Budenbau ein dem Platze und der Kirche beßer entsprechendes Ansehen zu geben, sind Halbsäulen der In lateinischer Schrifttoskanischen Ordnung in zwey Stockwerken übereinander gewählt worden. Unten sind die Laden, und oben eine kleine Wohnung für jeden Budenhalter. Nur an Verkäufer reinlicher Gegenstände würden solche vermiethet werden; und aus der Vermiethung könnte ein Ertrag erwachsen, um die Kirche im Baulichen Stande zu erhalten. Auch habe ich geglaubt, daß es paßend sey, kleine Wohnungen für die Küster bey der Kirche selbst einzurichten, und zwar so, daß sie aus der Wohnung selbst besondern Zugang zur Kirche hätten.
An der Seite der Kirche habe ich, so wie an der Vorderseite, eine reine Ansicht dem Anbringen von Pilastern oder Halbsäulen vorgezogen. Die ganze Einfachheit des Baues schien mir dies zu fordern. Die Fenster, mit gefälligen Seitengewänden und Sturz, und dabey nach griechischer Weise nach oben etwas verengt, ruhen auf der Gürtung, welche die Mauer ungefähr zwey Drittel ihrer Höhe absezt. Zur Bekränzung von oben ist ein volles Gebälke nach dem Verhältniß der Gesammthöhe gewählt. Alles bey dem Bau ist bloß auf gute Backsteine, und einen Fleiß besorgten Anwurf berechnet; auch selbst bey dem Unterbau, die einzige Plinthe ausgenommen; Die Eindeckung von Ziegeln.
Dasselbe Baumaterial, und derselbe Anwurf gilt auch vom Thurm, nur daß hiebey die Fugentheilung der anscheinenden Quadern anders und stärker bezeichnet ist.
Der Thurm ist in vier gleich hohe Stockwerke abgetheilt, jedes setzt sich von dem andern durch eine Gürtung ab, die nach der größern Höhe immer an Stärke und Ausladung zunimmt, so wie die Gesetze der größern Entfernungen vom Auge es erfordern. Die Erleuchtung | 5 geschieht bloß durch so genannte Luckenfenster, außer dem obersten Stocke für den Glockenstuhl, wo größere Bogenöffnungen nöthig sind, damit der Schall sich verbreite. Gegen Unwetter und Schnee können diese durch hölzerne Laden geschloßen werden, besonders sind solche gegen die gewöhnlichen Wetterseiten von mittag und abend nöthig. Über die Bogen können die Schlaguhren angebracht werden.

Die Hinteransicht
Taf. I. Fig. IV.

Man sieht den Thurm, und zur Seite die beiden Anbaue, als die In lateinischer SchriftSacristey und Taufcapelle, über denen die Hinterseite der Kirche erscheint. Die angezeigten Abfälle der Dachungen beider Nebenbaue sind hier willkührlich gezeichnet. Die paßende Einrichtung derselben muß sich nach der Eindachung der Küsterwohnungen richten.
In Rücksicht des Kreuzes auf der Kugel über der Mitte der Thurm-Dachung bemerke ich nur noch, daß das Kreuz an seinen Enden kugelartig gestaltet seyn muß, wenn es in der Luft sich deutlich für das Auge bezeichnen soll; denn dies giebt Lichtpunkte, welche dem Kreuze von anderer Form fehlen, wie man dies an dem neuen Kreuze auf dem Dom sehen kann.

Der Durchschnitt
nach der Breite: Taf. I. Fig. V.

In der Mitte der Vorderwand steht in der Nische die Kanzel, und vor derselben der Altartisch. Von der Mitte aus soll die Lehre ergehen, so wie die Synode des Brotes und des Kelches | 6 zum Andenken des Herrn.
Über dem Tische und vor der Kanzel wäre die Bildsäule des Erlösers in Marmor zehn Fuß hoch aufzustellen.
Die beiden Thüren zur Seite der großen Nische führen die eine nach der In lateinischer SchriftSacristey, und die andere nach der Taufcapelle.
An den Seitenwänden zeigen sich rechts und links die Loschenbaue, jeder in zwei Stöcken. Derselben würde bloß in einer schönen Holzart geführt werden.
Neben dem obern Theil der Nische und über der Gürtung bieten sich zwey große Felder zu Gegenständen in Mahlerey an: Der eine könnte den alten Bund durch die Gesezgebung In lateinischer SchriftMosis, und der andere den neuen Bund durch die Lehre Christi im Tempel vorstellen. Über der Nische gäbe es noch Zwickel für zwey schwebende In lateinischer SchriftCherubim. Die Rundwölbung der Nische selbst würde bloß mit einem blauen Sternenfeld verziert seyn. Auch über den Thüren gäbe es noch kleinere Felder für Mahlerey.
Der vordere Theil des Chores ist anderthalb Fuß, oder drey Stufen über den Kirchensaal erhöht, und unter dem Fußboden zeiget sich der Grundbau, um den aus Holz construirten Fußboden von aller Feuchtigkeit frey zu halten.
Das Kranzgesimse der Decke würde sich bloß in einer Architravlinie zeigen.
Die In lateinischer SchriftConstruction des Hängewerks ist nicht angedeutet, sondern bloß die Linie der Dachung, und der hinten sich über die Kirche erhebende Thurm. | 7

Der Durchschnitt
nach der Länge Taf. II. Fig. VI.

erstlich zeiget über der Zeilesich der Vorsprung der Säulenhalle, die Thüre, und das Vorhaus, welches auf toskanischen Säulen den Musikchor mit der Orgel trägt. Dieser ganze Bau, selbst die Säulen, ist von schönem Holze angenommen.
Die Seitenwand des Kirchensaales ist ganz glatt und ohne vorsprung bis an die Gürtung, worüber die Fensteroffnungen sich zeigen, angenommen. Die ganze Auszierung der Wand würde in Mahlerey bestehen. Die Brüstung von unten würde eine Höhe von sechs Fuß haben, und bloß gemalt seyn. Über der Brüstung zeigt sich die Eintheilung der Felder bloß in Streifen, die sie nach Höhe und Länge umziehen. Dieser Felder sind zwölf. Die Streifen würden bloß mit Verzierungen oder sogenannten Arabesken gemalt mit sinnreichen Anspielungen auf die christliche Religion. Die Felder selbst würden paßend gewählte Gegenstände aus dem alten und neuen Testamente enthalten: von dem Sündenfalle an bis zur Erlösung durch den Heiland. So könnten auf der einen Wand aus dem alten Testamente etwa folgende Gegenstände zu mahlen seyn:
1. Der Herr setzt In lateinischer SchriftAdam und In lateinischer SchriftEva zu Bewohnern des Paradieses ein.
2. Dieselben genießen die verbotene Frucht, und werden
3. vom In lateinischer SchriftCherub aus dem Paradiese verstoßen | 8
4. Nach der Ausstoßung zeiget sich die Folge der Sünde in dem Brudermord von In lateinischer SchriftCain und In lateinischer SchriftAbel.
5. Das Opfer von In lateinischer SchriftNoah nach der Sündfluth.
6. Verkündung der Nachkommenschaft an In lateinischer Schrift.
7. Prüfung In lateinischer SchriftAbraham's in dem Opfer In lateinischer SchriftIsaac's.
8. Die Segnung In lateinischer SchriftJakob's.
9. In lateinischer SchriftJoseph verkauft von den Brüdern.
10. In lateinischer SchriftJoseph wieder erkannt von den Brüdern.
11. In lateinischer SchriftMosis Blick in das versprochene Land vor dem Tode.
12. In lateinischer SchriftDavid besänftigt die düstere Seele In lateinischer SchriftSaul's durch das Harfenspiel.
Auf der andern Wand würden aus dem neuen Testamente zu mahlen seyn:
1. Die Ankündigung.
2. Die Geburt Christi mit der Anbethung der Hirten.
3. Die Opferung der Könige.
4. Die Vorstellung im Tempel.
5. Die Flucht nach In lateinischer SchriftAegypten.
6. Die Taufe Christi.
7. Der Einzug in In lateinischer SchriftJerusalem.
8. Christi Gebeth auf dem Oelberg mit den drey schlafenden Jüngern.
9. Die Kreuzabnahme.
10. Die Grablegung.
11. Die Befreyung der Väter aus der Vorhölle.
12. Die Himmelfahrt.
Von den beiden größern Gemälden auf der Vorderwand haben wir gesprochen.
Aber noch giebt es andere Felder über der Gürtung zwischen den Fenstern. | 9
Hiezu würden einzelne große Figuren in verschiedenen Stellungen sehr paßend seyn, wofür über der Zeileich die Propheten und Sibyllen - die Verkünder des In lateinischer SchriftMessias - vorschlagen würde, in der Art, wie In lateinischer SchriftMichelangelo dieselben Gegenstände in der In lateinischer SchriftCapella Sistina gemahlt hat. So viel über die zweckmäßige und bedeutsame Auszierung des Kirchensaales, wozu die helle aber nicht grelle Beleuchtung viel beytragen würde. Indeßen müßte doch die Einrichtung seyn, daß man nach Erforderniß die Lichter durch Vorhängung (In lateinischer Schriftrouleaux) mildern könnte.
Im Durchschnitte des Chores stellet sich ferner der Loschenbau, dann der Altartisch, und die Kanzel in der Nische dar; endlich dahinter das Innere des Thurmes. Die Treppen und Glocken sind darin nicht angegeben. Auch ist die Decke und DachIn lateinischer Schriftconstruction nicht näher angedeutet.

Der Plan der Decke
Taf. II. Fig. VII. und Fig. VIII.

Die In lateinischer SchriftConstruction der Überdachung geschieht hier durch ein Hängewerk, und der Plan der Decke läuft wagerecht. Die einfachste, wenigst kostbillige, und doch sehr gefällige Weise der Verzierung bey einer solchen Deckenfläche ist, wenn man hiebey wie bey unsern Stubendecken verfährt, das ist: daß man eine Breterverschalung anbringt, diese berohrt und bewirft; und dann darauf in Mahlerey das Bild eines sich kreuzenden Deckengebälkes vorgestellt wird, mit jenen Auszierungen, welche solchen Decken analog sind, nämlich daß in den viereckigen Vertiefungen Rosen (In lateinischer SchriftRosetten) gemalt werden u.s.w. Man sehe in Fig. VII einen solchen Deckenplan, und das Nähere der Verzierungen in meiner Baukunst Link zur Abbildung
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Taf. 48. Fig. 2. -

Man kann aber bey einer solchen Decke das Skelet der In lateinischer SchriftConstruction auch selbst | 10 zeigen, nämlich dadurch, daß man zum Hängewerk immer je zwey Balken neben einander legt, aber in einer größern Entfernung von je zwey solchen Balken zu zwey andern. Über diese komt dann ein Rostgebälke in kleinern Zimmerstücken zu liegen, welche in den vertieften Quadraten entweder nur kleinere, oder gar keine Rosen haben. In Fig. VIII ist die ganze Decke nach dieser Idee angegeben; doch ohne das Nähere der Auszierung.
Die Farbe für die Balken würde perlgrau, für die größern und kleinern Rosetten aus der Farbe des vergoldeten Erzes, und die Felder der vertieften Vierecke, in so weit sie nicht von den Rosen bedeckt wären, ein schönes Blau seyn.
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So viel zur Erklärung der vorgelegten Figuren.
Die vorgelegten Zeichnungen sind indeßen nur als Skizzen anzusehen, aus denen bloß die Idee des Ganzen zu ersehen ist, nicht aber das In lateinischer SchriftDetail der In lateinischer SchriftConstruction, und der Verzierungen mit den genauen Maaßen jedes Theiles. Diese sind zwar von mir alle genau verzeichnet, und auch so viel es sich thun ließ, in diesen Skizzen angedeutet. Allein da die Verfertigung großer Zeichnungen mit allen In lateinischer SchriftDetails viele Zeit, und Unkosten erfordern würde, und diese Skizzen hinreichend seyn werden, um klar und deutlich dasjenige zu motiviren, was ich in meinem Gutachten über die In lateinischer SchriftSchlaetzerischen Entwürfe gesagt habe; so glaube ich hiedurch der Aufforderung genug gethan zu haben; - und deswegen sind diese Skizzen weder mit Licht und Schatten, noch mit Farben, noch mit Darstellung des Figürlichen ausgestattet worden. Auch hat man unterlaßen, das Perspektivische weder von dem Äußern, noch von dem Innern zu geben. All dies kann nur bey den Rissen eines Baues gefordert werden, der wirklich zur Ausführung kommen soll. | 11

Ferner kann auch hier von einem Bauanschlage nicht die Rede seyn. Da ich nicht praktischer Baumeister bin; so habe ich mich um die Preise, und um die einzelnen Sätze, wie sie hier im Lande gebräuchlich und gangbar sind, nie bekümmert. Indeßen wenn man einen solchen Bauanschlag wünschte, würde sich derselbe mit der Hülfe eines Sachverständigen, wie der Herr RegierungsBaurath In lateinischer SchriftTriest ist, leicht machen laßen.
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Nachschreiben.
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Ich habe den Kirchenthurm noch auf zwey andere Weisen entworfen, welche ich hiemit als Skizzen beyfüge, um das Mancherley der Verhältniße bey solchen Bauen sichtlich zu beurtheilen. Übrigens wird man hiebey wahrnehmen, daß ich nie von den wahren Grundsätzen der Kunst abweiche; und ich sehr entfernt bin, weder die In lateinischer SchriftConstruction und mönchischen Zierden eines ungeschlachten Mittelalters bey dem Bau der Thürme, noch die wunderlichen Thurm- und Kuppelarten der Neuern zu billigen.
Ein Thurm unterscheidet sich von einem andern gutgeführten Bau nur dadurch, daß er seiner größern Höhe wegen in mehrern Stockwerken übereinander besteht, und dieser größern Höhe auch das festere Ansehen der In lateinischer SchriftConstruction entsprechen muß. Eine Verjüngung der Stockwerke von unten nach oben ist daher eine notwendige Bedingung, damit jenes Pyramidale entsteht, welches dem Augen die wahre Festigkeit zusichert.
Ein Thurm kann daher in bloßem Mauerwerk, und nur mit seinen paßenden Gürtungen, welche die Abnahme der verschiedenen Stockwerke motiviren, geführt werden, oder aber zierlicher dadurch, daß man jeden Absaz im äußern mit Pilastern oder Halb- | 12säulen der verschiedenen Bauordnungen über einander verstärkt, und verziert, und etwa daß man von oben über dem Dache eine christliche In lateinischer SchriftVictoria, welche die Stantarde des Kreuzes mit der Palme trägt, und auf der Kugel steht, anstatt des einfachen Kreuzes, aufstellt.
Statuen in Nischen gestellt, und andere Bildwerke in In lateinischer SchriftRelief würde ich an keinem solchen Thurme zulaßen, dergleichen sieht immer kleinlich aus; dann sind die vorstellungen des Bildners immer bedeutend; diese Bedeutsamkeit der Bildwerke geht aber in der größern Höhe für das Auge immer verloren. Man erinnere sich nur an den von In lateinischer SchriftGiotto erbauten Thurm von In lateinischer SchriftS. Maria del Fiore in Florenz.
Es giebt aber noch eine Thurmart nämlich mit freyen Säulengallerien um jeden Absatz des Thurmes. Allein solche Thürme können nur bei großen Prachtgebäuden in Vorschlag kommen, wobey man hauptsächlich den Glanz einer Hauptstadt, oder eines ganzen Reiches berücksichtigt, so wie es bey dem Baue der Petrikirche in Rom geschehen ist. Diese Kirche sollte als der Triumpf des ganzen Christenthums und für die gesammte Christenheit dastehen.
Der Thurm No. I. hat dasselbe Maaß in der Grundfläche und in der Höhe, wie der in der Zeichnung angegebene; nur sind anstatt vier ihm hier sechs Stockwerke gegeben; wodurch der öftern Abnahme wegen das Pyramidale des Ganzen mehr vortritt.
Der Thurm No. 2. hat dieselbe Höhe und auch nur vier Stockwerke; allein er ist fünf Fuß stärker in der Base, und daher sind die einzelnen Stockwerke auch mehr verjüngt, welches dem ganzen Bau ein weit schwereres und solideres Ansehen giebt. Man gewahret durch diese Beyspiele, wie leicht sich bey solchen Bauen die Wirkung abändern läßt.

Berlin den 18ten Feb. 1821.

Hirt.