Das königliche Direktorium der Academie der Wißenschaften hat mir die Ehre erwiesen, mir in Gesellschaft des Herrn Kirchenraths Meierotto die specielle Aufsicht über das königliche Münz- und Medaillen Cabinet zu übertragen. Obwohl die Münzkunde nie mein besonderes Studium war, und ich dasselbe bißher nur als einen Nebenzweig der Alterthumskunde cultivirte, so werde ich mich doch diesem ehrenvollen Auftrage des königlichen Direktorium mit Vergnügen unterziehen.

Zugleich muß ich aber ein königliches Direktorium um die Erlaubniß bitten, einen Vorschlag in Erwegung bringen zu dürfen, der in dieser Sache von der ersten Wichtigkeit ist. Es wird nemlich den Herrn Direktoren nicht unbekannt seyn, daß ein Theil der königlichen Münzsammlung sich auf dem Schlosse in Berlin, und ein anderer nicht weniger beträchtlicher Theil im Antikentempel zu Potsdam befindet. Im Falle nun ein gündliches arrangement dieses wichtigen Zweiges der ältern und neuen Litteratur, und Kunst statt haben sollte; so wäre vor der Hand wesentlich nöthig, daß diese Sammlungen vereiniget würden. Ein gleiches sollte mit der | 2 königlichen Gemmensammlung geschehen, in Verbindung mit den kleinern Bronzen, und andern antiken Geräthschaften, welche iezt Pêle-mêle auf einer Bank in dem Antikentempel umher liegen. Alle genannte Gegenstände gehören zusammen, weil sie gleichsam ein- und dasselbe Studium ausmachen.

Zu ihrer zweckmäßigen Aufstellung wäre die königliche Bibliothek selbst vorzüglich geeignet: und an gehörigem Raum dazu könnte es allda nicht fehlen. die Medaillen, und Gemmen müßen in verschloßenen Schränken; die andern antiken Idolen, u. Geräthschaften unter verschloßenen Glasthüren aufbewahret werden.

Ein königliches Direktorium der Academie der Wißenschaften würde demnach diesen Vorschlag in reifere Erwegung ziehen, und die erforderlichen Maasregeln zur Vollführung einer solchen nüzlichen Einrichtung treffen.

Berlin den 28ten May 1798.

Hirt.