An / des Koeniglichen wirklich Geheimen Staats / und dirigirenden Ministers pp / Herrn Freyherrn von Altenstein / Excellenz
Gnaediger Herr!

Der Maler In lateinischer SchriftZahn aus In lateinischer SchriftNeundorf, welcher sich gegenwärtig hier aufhält, besitzt antike Arbeiten in Elfenbein, bestehend in zwei fünf Zoll hohen Figuren in Relief, als:

einem bacchischen Genius
und einer Fortuna,
sodann in fünf kleineren Ornamenten als:
einem Fries mit Kindern und Laubgewinden,
einer Rosette,
einem mit Blaetterwerk verziertem Karnies,
und zwei dergleichen Leisten,
wozu noch eine Arbeit in Knochen,
zwei Kinderchen in Relief
vorstellend, kommt.

Alle diese Gegenstaende, zu deren Besitz der In lateinischer SchriftZahn in In lateinischer SchriftNeapel durch besonders günstige Umstände gelangt ist, sind von dem edelsten und reinsten Geschmack in der Erfindung, von musterhafter Feinheit und Stylgefühl in der Ausführung und tragen das unverkennbare Gepraege ihres Ursprungs aus einer Zeit des Alterthums, in welcher die Kunst auf einer sehr hohen Stufe der | 2 Ausbildung stand. Der p In lateinischer SchriftZahn hat auf unsere Anfrage sich erklärt, wie er bereit sei diese merkwürdigen Arbeiten für die Summe von Eintausend Thaler dem hiesigen Koeniglichen Kunst-Museum zu überlassen.

Unter diesen Umständen halten wir es für unsere Pflicht, Euer Excellenz Auch A. v. Humboldt empfiehlt den Ankauf (27.12.1827; ebd., ungez., Bl. 2r-3r). Siehe das Schreiben Altensteins an den König, 17.12.1827 (I. HA, Rep. 89, Nr. 19846, ungez. Bl. 4r-v). - Der König lehnt den Ankauf ab (Kabinettsordre an Altenstein vom 10.01.1828 (GStA PK, I. HA, Rep. 76, Ve Sekt. 15 Abt. I Nr. 3 Bd. 5, ungez.).
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den Ankauf
dieser Gegenstände angelegentlichst zu empfehlen, da sie für das Kunst-Museum ein sehr wichtiger Erwerb sein würden, und der Preis dafür nicht übertrieben genannt werden kann. Den nächst ihrer ausgezeichneten Schoenheit kommt noch ganz besonders ihre ganz außerordentliche Seltenheit hier in Betrachtung.

Was uns naemlich in den verschiedenen Kunstsammlungen in Europa aus eigener Anschauung, wie aus Beschreibungen von antiken Elfenbeinen bekannt ist, gehoert alles den spaeteren Jahrhunderten an, in welchen die Kunst schon tief gesunken war, so daß sie durchgaengig ein mehr kunsthistorisches als aestetisches Interesse gewaehren, nirgend aber wissen wir von antiken Arbeiten in diesem Stoff, welche den Sachen des p In lateinischer SchriftZahn zu vergleichen waeren, so daß das Kgl: Kunst-Museum in denselben etwas in seiner Art Einziges besitzen würde.

Berlin den 3ten Dezember 1827.

[gez.] Schinkel [gez.] Hirt