Sie trauen mir, mein vortrefflicher Freund, mehr Autorität zu, als ich habe. - Zum Behuf der Restauration der Antiken war mir auf Befehl des Königes von dem Ministerium bloß aufgegeben, ein Siehe das Verzeichnis vom 17.09.1824, das nur die Potsdamer und Charlottenburger Antiken hinsichtlich ihres Restaurationszustandes auflistet, sowie das Gesamtverzeichnis mit demselben Datum.
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Verzeichniß
derselben zu machen, und welche besonders des Restaurirens bedürftig wären. Dies ist, wie Sie wißen, geschehen. -

Alle übrige Verhandlung gehört nicht mehr mir, sondern dem Ministerium an, das zur Auslieferung mit dem Hofmarschallamt zu verhandeln hat. Natürlich sollte man glauben - wie ich selbst es auch geglaubt habe - daß alles zwischen diesen beiden Behörden abgemacht sey; - und Sie, als Restaurator, sich ferner nur an das Hofmarschallamt zu wenden hätten, um jene Marmor sogleich ausgeliefert zu erhalten, | 2 welche Sie gerade wünschten.

Allein nach dem Schreiben von Herrn Bussler scheint das Hofmarschallamt nichts von einem solchen Abkommen mit dem Ministerium zu wißen. -

Hier weiß ich also keinen Rath, als daß Sie dem Ministerio melden, die Restauration der Ihnen überlieferten Statuen beendigt zu haben, und daß Sie derer andere zu demselben Zwecke in Eile bedürften; und nach der Verabredung mit p. Hirt würden sich zunächst dazu eignen: 1mo die antiken Marmor, die in der Gallerie von Sanssouci vorhanden, und 2do diejenigen, welche im Palais von Sanssouci selbst stehen. Ein hohes Ministerium möge Ihnen also die Erlaubniß zu einer solchen Transportirung verschaffen. - Dies scheint mir der Gang. - Ich selbst vermag und kann nichts in der Sache. - Es will schon(?) das Schicksaal bey unsern Museumangelegenheiten, daß alles, was | 3 sehr einfach vor sich gehen könnte, nur durch große Umständlichkeit bewirkt werden kann. - Ich wünsche Ihnen Geduld, und bin hochachtungsvoll

der Ihrige Hirt

Berlin den 27ten / Julius 1826.

Vielleicht kämen Sie am kürzesten weg, wenn Sie die Der König kehrte am 30. Juli 1826 von seinem jährlichen Badeaufenthalt in Teplitz nach Potsdam zurück.
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Rückkunft des Königes
abwarteten, und dann persönlich mit dem geheimen Cabinettsrath Albrecht darüber verhandelten; denn alles was mit dem Ministerium zu verhandeln ist, geht seinen gewohnten Schneckengang, was Leuten unserer Gattung schwer begreiflich ist.