Wie sehr ich mich auch schon früher von den ausgezeichneten Eigenschaften, welche unsere Hrr. Schlesinger und Köster im Fache der Restauration von Gemälden besitzen, überzeugt hatte, bin ich doch auf meiner Reise durch Italien nach Vergleichung ihrer Arbeiten mit denen in den ersten Gallerien daselbst, von welchen ich hier nur die Großherzogliche zu Florenz, so wie die Päbstliche zu Bologna nennen will, so wie mit den Restaurationen der berühmtesten Leute in diesem Fach, als eines Palmaroli, eines Camucini, welcher letztere die gepriesene Gallerie Borghese zu Rom restaurirt hat, erst recht inne geworden, welch einen Schatz wir an diesen Leuten besitzen, und von welcher Wichtigkeit es uns sein muß dieselben für unser Geschäft zu erhalten. So sehr nämlich jene Italiäner unsere Restauratoren in der Größe der Forderungen für ihre Arbeiten übertreffen, so weit müßen sie denselben sowohl in dem Planmäßigen, Systematischen der Restauration, als in Sorgfalt und Gewißenhaftigkeit der Behandlung nachstehen; denn während die Hrr. Schlesinger und Köster von der ersten Vorarbeit an ihr Augenmerk vorzüglich darauf richten den ursprünglichen Character eines jeden Bildes möglichst zu erhalten und zu ergänzen, sich demnach auf alle Weise mit Ihrer Restauration daran anzuschließen und da hinnein zu versetzen, wird durch die Restauration des Palmaroli, oder Camucini mehr, oder weniger von dem originellen Character der Bilder verwischt, und das Ganze derselben ihrer eignen Weise angepaßt und dazu herabgezogen.

Im Namen des Herrn Geheimen-Rath Schinkel
Waagen.

Mit Ablauf dieses Jahrs, also nach neunmonatlicher Arbeit der beiden Herrn Schlesinger und Köster und ihrer Gehülfen kann man 80 Bilder als völlig restaurirt annehmen.