Y.

Nach dem Beschluße der Akademischen In lateinischer SchriftCommittée, wodurch Dieselbe mich auffordert, In der Diskussion um neue Statuten der Akademie spielten auch die wissenschaftlichen Sammlungen eine bedeutende Rolle. "Am 29. Oktober 1807 setzte die Akademie eine Kommission für die Neuorganisation ein. Als Grundlage für die Arbeit schrieb Alexander von Humboldt kurz darauf eine Denkschrift in Stichworten zur neuen Struktur der Akademie" [Denkschriftenentwurf vom 4. November 1807: Adolf Harnack, Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Bd. 2: Urkunden und Actenstücke, Berlin 1900, S. 334-337, Nr. 187]. Im folgenden Jahr wurde die Frage der Sammlungen "noch einmal genauer erörtert. Die Kommission schlug jetzt vor, die mit den Forschungsgebieten der Akademie verbundenen königlichen Sammlungen direkt zu übernehmen und nicht dem Innenministerium zu unterstellen. [...] In diesem Zusammenhang sollten die Sammlungen ganz in die Akademie eingegliedert werden und auch die Sammlungen auf dem Stadtschloß 'der Akademie förmlich übergeben, und dann sofort vom Schlosse in ein anderes Lokal gebracht werden' [Sitzungsprotokoll der Reformkommission vom 26. Januar 1808]. / Es ist bemerkenswert, daß die Akademie diese Gelegenheit nutzen wollte, um die der Kunstkammer übergelegte organisatorische Struktur auch in eine Sammlungsstruktur zu überführen, die sich an der Klassengliederung der Akademie orientieren sollte. [...] Für die einzelnen Sammlungen wurden in der Folge Instruktionsentwürfe erarbeitet. / Hirt formulierte den Entwurf für die archäologischen Sammlungen" (zitiert nach D, S. 69-70).
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eine In lateinischer SchriftInstruction
für die Kunst- und In lateinischer Schriftarchæologische Sammlung der Akademie zu entwerfen, habe ich hiemit die Ehre, eine solche vorzulegen. Die Zukunft wird indeßen lehren, in wie fern dieselbe zu vervollständigen, oder abzuändern seyn möchte.

1.) Die Kunst- oder In lateinischer Schriftarchaeologische Sammlung soll bestehen:
I. aus antiken Denkmälern: a) in In lateinischer SchriftMarmor, b) in Groß- und Kleinerzen, c) in In lateinischer SchriftGemmen und Pasten, d) in Münzen, E) in Gefäßen und andern Geräthschaften, f) in Fragmenten aller Art.
II. Aus den Denkmälern des Mittelalters - in jeder Art.
III. von neuern Kunstdenkmälern nur aus einer Folge von Münzen.
IV. aus Abgüßen, oder Abdrücken in Gips, Schwefel oder sonst einer Materie aller Art vorzüglich antiker Monumente.
V. aus den hiezu nöthigsten Büchern, welche man zu gehörigen Benuzung der Sachen beständig bey der Hand haben muß.
VI. Vielleicht könnten die Industrieprodukte entfernter, theils noch barbarischer, neuerer Völker, als ein besonderer Zweig der Sammlung, hier auch einen Ort finden.

2.) Das In lateinischer SchriftLokale muß: a) in einer bequemen Gegend der Stadt, b) leicht zugänglich, c) geräumig, d) In lateinischer Schriftisolirt von andern Gebäuden, e) gut beleuchtet, f) und sicher vor Feuersgefahr, und vor Diebstahl seyn.

3.) Anordnung: a) größere Sachen, wie In lateinischer SchriftMarmor - sind frey aufzustellen; b) kleinere, theils in geschloßenen Glasschränken, theils in festen Schränken. b) Die Gegenstände sind zu ordnen theils mythisch und geschichtlich, c) theils nach der Größe, und dem Material. | 2

4.) Ein Verzeichniß, welches jeden Gegenstand, und zwar genau bestimmt, ist sehr nöthig; und hievon müßen drey In lateinischer SchriftExemplare existiren; eines für den Unteraufseher, das immer In lateinischer Schriftin loco bleibt, eines für den Oberaufseher, und eines für die In lateinischer SchriftRegistratur der In lateinischer SchriftClasse.
Von sechs zu sechs Monaten muß darin eingetragen werden, was neu hinzugekommen ist, und vom Ober- und Unervorsteher, vom zeitigen Presidenten, u. dem Secretar der Classe - contrasignirt werden.

5.) Die Sammlung ist da zur Benuzung: sie ist frey a) für die Mitglieder der Akademie, b) für die ordentlichen Mitglieder der Kunstakademie, c) für die In lateinischer SchriftProfessoren der Universität, u. der Gymnasien, oder für andere höhere (wißenschaftliche) LehrIn lateinischer Schriftinstitute. Mit Erlaubniß des Obervorstehers (der hierüber eine Karte giebt) a) für alle einheimische, und fremde Gelehrte, und Künstler, b) für Studirende. -
Aber sowohl die freye, oder die erlaubte Benutzung geschieht nur In lateinischer Schriftin loco, und an festgesezten Tagen und Stunden. (Vielleicht daß für einige in Rücksicht der Abgüße von In lateinischer SchriftGemmen und Münzen eine Ausnahme zu machen wäre, und daß diese auch auf kurze Zeit nach Haus gegeben werden könnten)
Die Sammlung der Statuen, Büsten, und In lateinischer SchriftReliefs, seyn diese in In lateinischer SchriftMarmor, oder bloß in Abgüßen vorhanden, müßte durch die vier Sommermonate, nemlich von mitte May's bis mitte September täglich, und zwar Vor- und Nachmittags - von 8 bis 12, und von 1 - 5. Uhr für alle Künstler zum Zeichnen zugänglich seyn. Der Vorsteher würde die EinlaßIn lateinischer Schriftbillette hiezu ertheilen.
Das Besehen für jedermann würde Montag, und Freytag von 10 - 1. Uhr statt haben. Der Unteraufseher würde hiebey immer zugegen seyn.

6.) Vermehrung der Sammlung: a) Außer dem Vorsteher können nur die Mitglieder der In lateinischer SchriftClasse Vorschläge zu neuen Ankäufen machen; b) der Untervorsteher kann dießfalls seine Vorschläge nur an den Vorsteher thun; c) auch die Wünsche der In lateinischer SchriftUniversität, der Kunstakademie, und anderer In lateinischer SchriftInstitute müßen in dieser Hinsicht an den Vorsteher, und nicht an die In lateinischer SchriftClasse gerichtet werden, welcher aber solche | 3 Wünsche, und Vorschläge der In lateinischer SchriftClasse nicht verhehlen darf; d) jedes halbe Jahr bestimmt die In lateinischer SchriftClasse nach den vorhandenen In lateinischer SchriftFonds die zunächst zu machenden In lateinischer SchriftAcquisitionen - Doch bleibt dem Vorsteher forthin eine kleine In lateinischer Schriftdisponible Summe für unerwartete Verfälle, wo etwas Zweckmäßiges anzukaufen wäre. - Kein Ankauf ist giltig ohne die Unterschrift des Vorstehers. E) Das Geld hiezu bleibt immer in der In lateinischer SchriftCasse der Akademie In lateinischer Schriftdeponirt, und der In lateinischer SchriftRendant zahlt nichts aus, ohne eine schriftliche In lateinischer SchriftAutorisation des Vorstehers, worin die neue In lateinischer SchriftAcquisition angedeutet wird.

7. Pflichten und Rechte des Vorstehers: a) Der Vorsteher (der immer aus den sachkundigen Mitgliedern der Akademie gewählt ist,) sieht auf die Aufrechthaltung der innern und äußern Ordnung nach den Vorschriften, wie das In lateinischer SchriftReglement dieselben bestimmt hat; und schlägt der In lateinischer SchriftClasse neue Maßregeln vor, wo er glaubt, daß dieselben nöthig, oder ersprieslich sind; und läßt sie dann vollziehen. b) Unter seiner Leitung wird alles aufgestellt, und die erforderlichen In lateinischer SchriftCataloge verfertigt. Damit aber diese nicht vernachläßigt, oder auf die lange Bank geschoben werden, so muß der Theil der In lateinischer SchriftCataloge, welcher von einem halben Jahre zum andern fertig werden kann, jedesmal der In lateinischer SchriftClasse angezeigt werden; welche dann die Verpflichtung hat, nachzusehen, ob, und wie der Sache Genüge geschehe. c) Er giebt die Erlaubniß, um im In lateinischer SchriftMuseo selbst studiren, und zeichnen zu können. d) Aber er ist nicht verpflichtet bey den gewöhnlichen Tagen, wo das In lateinischer SchriftMuseum zum Besehen offen steht, gegenwärtig zu seyn. Nur sieht er dann und wann nach, ob die gehörige Ordnung beobachtet wird. d) Unter seiner Leitung stehen der Untervorsteher, oder In lateinischer SchriftSecretar, und der Wärter.

8.) In lateinischer SchriftQualitäten und Pflichten des Untervorstehers: a) Bey der Wahl eines Untervorstehers muß immer so viel möglich auf einen sachkundigen Mann, oder wenigstens auf einen Gelehrten, der bald in der Sache In lateinischer Schriftroutinirt werden kann, gesehen werden. b) Ihm liegt ob, unter der Leitung des Vorstehers die Verzeichniße anzufertigen; c) er muß bey den Besehungstagen die ganze Zeit über gegenwärtig seyn, die Schränke öffnen und schließen, und über jedes die erforderlichen Erklärungen geben. d) Den Studirenden ist er zur Hand, indem er ihnen die Gegenstände ihres Studiums vorlegt, sie wieder empfängt, u. verschließt. Dieß beobachtet er eben so, wenn wem die Freyheit gegeben ist, irgend etwas aus dem In lateinischer SchriftMuseo nach Hause abholen zu laßen. Zu diesem Zweck ist es nöthig, daß er sich täglich eine bestimmte Stunde auf dem In lateinischer SchriftMuseo befinde. E) Er muß in jedem billigen Falle, zum Dienst des In lateinischer SchriftMuseums, dem Vorsteher zur Hand seyn. f) Ihm liegt hauptsächlich die Verantwortlichkeit auf, daß | 4 das In lateinischer SchriftMuseum keinen Schaden erleide.

9.) Verbindlichkeit des Wärters: a) Der Wärter darf nicht blos ein Bedienter des Ober- oder Untervorstehers, sondern er muß ein vertrauter, folglich ein vereideter Mann seyn. b) er muß In lateinischer Schriftin loco wohnen, und zum Dienst des In lateinischer SchriftMuseo beständig vorhanden seyn. c) er öffnet, und schließt das In lateinischer SchriftMuseo, und muß nicht bloß vorhanden seyn, wenn das In lateinischer SchriftMuseum besehen, sondern auch wenn in den Zimmern u. Sälen studirt, und gezeichnet wird. d) er besorgt, und giebt dießfalls auf alles acht, was ihm vom Ober- oder Untervorsteher aufgetragen wird. E) er machet die zum Dienst des In lateinischer SchriftMuseums nöthigen Bestellungen. f.) er besorgt Heizung, Licht - u.s.w. - g) taugt er nicht; so kann ihn auf Anklage der Vorsteher nur die In lateinischer SchriftClasse verabschieden.

10.) Keine In lateinischer SchriftGratification - darf unter dem Verlust des Amtes angenommen werden, weder von den Vorstehern noch von dem Wärter. Ein einziger erwiesener Fall würde hinreichend seyn, die Strafe ohne irgend eine Nachsicht zu vollziehen.

In lateinischer SchriftP. S.
Unter den hier angegebenen Bedingungen, und Bestimmungen hätte der Unterzeichnete keine Bedenken, die In lateinischer SchriftDirection des In lateinischer SchriftMuseum's zu übernehmen, ohne irgend eine Vermehrung seines bißherigen Gehaltes zu verlangen.

Was den bißherigen Aufseher, Herrn In lateinischer SchriftHenry, betrift, so habe ich nichts dagegen, daß derselbe den Posten eines künftigen Untervorstehers beybehalte; doch müßten die Bedingungen, welche hier die In lateinischer SchriftInstruction vorschreibt, von ihm scharf erfüllt werden. Über den Gehalt würde die Akademie sich mit ihm sezen.

In lateinischer SchriftBerlin den 2ten März 1808.

Hirt.

Im Anschluss folgende Sichtungsvermerke, jeweils mit egh. Unterschrift und Datierung:

In lateinischer SchriftVidi und trete denen Vorschlägen gleich bey
Berlin den 10t Martz 1808
Gerhard

So auch
Klein
den 13 Mart 8.

Ganz einverstanden
Eytelwein

14 Mærz 8.

Desgleichen Klaproth: 16. März: 8.

In lateinischer SchriftEbenfalls in so ferne es Vorschläge sind, die das Institut betreffen
Als Instruction für die Aufseher wird manches wegbleiben z. B. §. 2. manches bestimmter gefaßt werden müssen z. B. § 1. VI. §. 4.

Karsten / 20.

In lateinischer SchriftHrn. Karsten's Bemerkung ist richtig; aber ich finde es sehr gut eben, dass man hier das Ganze hat; die Instrukzion lässt sich dann leicht ausziehen. Biester. 21 In lateinischer SchriftMärz.

Tralles In lateinischer Schriftaq(?)

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"Auf der Sitzung der Reformkommission vom 10. Mai 1808 wurden einzelne Änderungen zu Hirts Entwurf beschlossen (Archiv der BBAW, PAW I-I-12, Bl. 62v-63r). Weitere überarbeitete Versionen des Instruktionsentwurfs (Archiv der BBAW, PAW (1700-1811), I-I-13, Bl. 167-178). - Der endgültige Instruktionsentwurf für die archäologischen Sammlungen (Archiv der BBAW, PAW (1700-1811), I-I-12, fol. 220-222)" (alle Angaben nach D, S. 70):

Instruction für die Aufsicht über die Kunst- und archäologische Sammlung.

§. 1.
Die Kunst und archäologische Sammlung der Akademie der Wissenschaften besteht:
1. aus antiken Denkmälern in Marmor, Groß und Klein, Erzen, Gemmen, Pasten, Münzen, Gefäßen, Geräthschaften und Fragmenten aller Art.
2. aus Denkmälern des MittelAlters in jeder Art.
3 von neuern Kunst Denkmälern nur aus einer Folge von Münzen.
4. aus Abgüßen oder Abdrücken vorzüglich aber Denkmähler in Gips, Schwefel oder einer andern Materie.
5. aus Industrie Produkten entfernter, theils noch barbarischer neuerer Völker.
6. aus den nothwendigsten zum augenblicklichen Nachschlagen erforderlichen Büchern, welche mit einem besondern Stempel bezeichnet werden.

§. 2.
Bei der Anordnung der Sammlung ist dahin zu sehen, daß die großen Sachen frei aufgestellt, die kleinen aber in festgeschlossenen Schränken aufbewahrt werden, die Gegenstände müssen theils mytisch und geschichtlich, theils nach der Größe und Material geordnet werden.

§. 3.
Alle Gegenstände sind mit genauer Bestimmung in ein Verzeichniß einzutragen, von welchem sich ein | 2 Exemplar auf dem Kabinet für den Unter Aufseher, eines bei dem Ober-Aufseher und das dritte in der Registratur der Akademie befindet, und jedes Exemplar muß von dem Ober und Unter Aufseher unterzeichnet und attestiret werden. Alle neu erhaltenen Sachen werden in einem besonderen Supplemente eingetragen, dieß Supplement wird alle 6 Monate dem Präsidio der Akademie und dem Klassen Sekretar vorgelegt. Nach Verlauf von 5. Jahren wird aus dem ersten Normal-Verzeichniße und den Supplementen desselben ein neues Normal Verzeichniß angefertigt

§. 4.
Da die Sammlung zum allgemeinen Nutzen bestimmt ist, so steht sie zuförderst den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften, der Akademie der Künste, den Professoren der Universität u der Gymnasien ganz offen, aber einheimische u fremde Gelehrte, Künstler u Studirende, müssen dazu eine Einlaß Karte von dem Ober Aufseher erhalten. Beide Benutzungen, sowohl die freie als auch die erlaubte können indessen nur an Ort und Stelle erfolgen; doch steht es dem Ober Aufseher frei, Abgüße von Münzen und Gemmen etwa auf 8 Tage völlig sichern Personen, für welche er indeß einstehen muß, auch ins Haus verabfolgen zu lassen. | 3

§. 5.
Das Kabinet soll für alle welche es entweder frei oder auf erhaltene Einlaß-Karten besehen dürfen, vom 1ten May bis letzten September, Morgens von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2. bis 5. Uhr täglich offen stehen; so wie auch selbiges von jedermann das ganze Jahr hindurch Montags und Freitags von 10 bis 1 Uhr besucht werden kann. Bei allen diesen Besuchungen muß der Unter Aufseher allezeit anwesend seyn.

§. 6.
Jedes Mitglied der Akademie kann so wie der Ober Aufseher, der Klasse Vorschläge zur Vermehrung des Cabinets machen. Auch dem Unter Aufseher steht frei, dergleichen an den Ober Aufseher gelangen zu lassen, welches auch die Mitglieder der Kunst- u der Bau Akademie, so wie die Professoren der Universität thun können, und der Ober Aufseher ist verbunden, diese Vorschläge, der Klasse mit seinem Gutachten vorzulegen, welche alsdann darüber nach dem vorhandenen Fonds entscheidet. Jedoch kann der Ober-Aufseher auch ohne bei der Klasse anzufragen, über die in dem Etat dazu bestimmte Summe disponiren.

§. 7.
Der Ober Aufseher ist allezeit ein thätiges ordentliches Mitglied der Akademie und wird von der historischen Klasse gewählt und der Akademie | 4 angezeigt, damit selbige die Bestätigung der Wahl bei des Königs Majestät nachsuchen könne. Ihm liegt ob, auf die äußere und innere Ordnung des Kabinets und auf die beständige und genaue Aufrechthaltung dieser Instrukzion zu sehen, weshalb er auch der Klasse neue Maasregeln und Einrichtungen, welche er für nützlich u. nötig hält, vorschlägt. Unter seiner Leitung wird alles aufgestellt und das Verzeichniß nebst dessen Nachträge verfertigt, weshalb er quartaliter der Klasse anzeigen muß, wie weit dieß Geschäft gekommen ist. Er ertheilt die Einlaßkarten u hält den Unter Aufseher und den Wärter zu Beobachtung ihrer Pflichten an.

§. 8.
Der Unter Aufseher des Kabinets wird von dem Ober Vorsteher der Klasse vorgeschlagen, bei dessen Wahl dahin zu sehen ist, daß er ein sachkundiger Mann, wenigstens ein Gelehrter sei, der Hofnung giebt, in der Sache bald routinirt zu werden. Wenn er von der Klasse gewählt worden, so wird er von der Akademie approbirt, erhält von selbiger darüber eine Bestallung und wird von derselben vereidet. Seine Pflichten sind folgende:
a.) Er verfertigt unter Leitung des Ober Vorsteher die Verzeichnisse und Supplemente, | 5
b.) ihm liegt die Verantwortlichkeit ob, daß das Museum nicht den geringsten Schaden leide.
c) An den öffentlichen Besuchungs Tagen muß er die ganze Zeit auf dem Museo seyn, die Schränke öffnen, und wieder schließen u über jedes die erforderliche Erklärung u Erläuterung geben;
d.) dem Studirenden muß er zur Hand seyn, die Gegenstände des Studiums ihm vorlegen, sie wieder von ihnen empfangen und reponiren, und daher muß er sich täglich eine bestimmte Stunde auf dem Museo aufhalten,
e.) In allen Geschäften assistirt er dem Ober Vorsteher, und nimmt ohne dessen Vorwissen keine Veränderung im Museo vor.

§. 9.
Der Wärter oder Kastellan wird von dem Ober Aufseher angenommen und von ihm u dem Unter Aufseher zu seinem Dienste vereidet. Er muß zum Dienste des Musei beständig zugegen seyn, deshalb auf dem Museo wohnen. Er öfnet und schließt das Museum, besorgt die nötige Reinlichkeit, Heitzung u Beleuchtung, er befolgt die Anordnungen des Ober und Unter Vorstehers, macht die zum Dienst des Musei nötige Bestellungen u giebt an den öffentlichen Besichtigungs-Tagen auf die Besuchenden Acht, | 6 daß kein Schaden an den Sachen erfolge.

§. 10.
Keinem der Aufseher, selbst dem Kastellan ist es nicht erlaubt, unter irgend einem Vorwande von den Besuchenden eine Gratifiakzion, bei Verlust ihres Postens zu nehmen.