An / die Herren Geheimen Oberbaurath / Schinkel und Hofrath Hirt, / Hochwohl- und Wohlgeboren.

Berlin, den 6. Febr. 1828.

Die, in beifolgendem Verzeichniße bemerkten Gemälde sind von dem General-Consul In lateinischer SchriftBaumgärtner in Leipzig ohne Preisbestimmung zum Kauf angetragen. Ew. Hochwohl- und Wohlgeboren ersuche ich ergebenst, mir, nach gefälliger Kenntnißnahme, Ihre Meinung über deren Bedeutung für das Königliche Kunst-Museum mitzutheilen. Im Falle sich darunter werthvolle Stücke befinden, werde ich H p In lateinischer SchriftBaumgärtner zur Erklärung über die Preise veranlassen und füge ich nur noch hinzu, daß die Gemälde nach acht Tagen wieder von hier abgeschikt werden.

(Namens Sr. Excellenz) [gez.] A[ltenstein]

Beilage [zum Kaufangebot Baumgärtners an Altenstein, Leipzig, 25.01.1828 (I. HA, Rep. 76 Ve Sekt. 15 Abt. I Nr. 3 Bd. 5, unpag.):

Verzeichnis
der vorzüglichsten Gemälde, welche in der Linien Straße nahe am Oranienburger Thor 142-143 in In lateinischer SchriftBaumgaertners Fabrick sich befinden.

N° 1. Correggio. "1827 in Berlin ausgestellt, v. Hirt, Schinkel als Giulio Cesare Procaccini (Art), 'Angelika und Medors', zurückgewiesen" (D, S. 662 Nr. 15).
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Er und seine Gattin in Lebensgrösse
. / 4½ Fuß hoch und breit.
2. Der erste "1827 in Berlin ausgestellt, v. Hirt, Schinkel als niederländisch vermutet, zurückgewiesen" (D, S. 662 Nr. 16).
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Entwurf zur In lateinischer SchriftSanta Notte
von Correggio.
3. In lateinischer SchriftHemmelink. Die Heilige Muttergottes auf einem Halbmond tretend mit 6 Engel umgeben in Wasserfarbe gemalt (In lateinischer Schrifttempera genannt) auf Holz. Das schönste Bild, welches man von Hemmelink wegen Seelenmahlerei sehen kann. Jede innere Empfindung ist auf dreien Gesichtern ausgedrückt. Im Jahr 1460-70 gemalt. Der Hemmlink ist so rar, daß ich in meinem Leben nur 4. Stück von ihm sah.
4. In lateinischer SchriftSchalken Gottfried. Die 5 klugen Jungfrauen. In der Mitte befindet sich die Königin von England, Wilhelm des III seine Gemalin, mit ihren Hofdamen nach dem Leben gemalt auf Kupfer.
5. In lateinischer SchriftVan der Werff. Der ernste(?) Todt: auf der Rückseite befindet sich das Petschaft des Churfürsten von der Pfalz mit dem Churhut.
6. Ein In lateinischer SchriftCupido von In lateinischer SchriftVandyk. | 2
7 und 8. Zwei Portraits von In lateinischer SchriftVan Eyk ein Eremit und ein Bischoff auf Holz auf Goldgrund gemalt
9. Zwei große Schlacht Gemaelde von In lateinischer SchriftBourguignon oder In lateinischer SchriftJacob Courtois auf Leinwand
10. In lateinischer SchriftVandyk eine Grablegung eine Skizze, das Haupt Gemäld[e] befindet sich in der Kaiserlichen Gallerie in In lateinischer SchriftWien mit einem Kupfer. Das HauptgemaldIn lateinischer Schrifte ist vortreflich gemalt vor zwei Jahren hab' ich es selbst gesehen
13. In lateinischer SchriftDavid Tennier eine Familien Scene - Portraits
17. Hanes / In lateinischer SchriftBourgmeier / Bourgkmayer vielleicht sein Portrait. 1515.
14. Brustbild Christus und Maria - "v. Hirt, Schinkel als späte Kopie in Öl nach Toskanern des 14. Jh. bez., zurückgewiesen" (zitiert nach D, S. 684 Nr. 211).
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Ein In lateinischer SchriftByzantinisches Gemäld

11. Zwei In lateinischer SchriftBassano. Küchenstüke
19. Ein alter Kopf in orientalischer Tracht von In lateinischer SchriftDitterich.
20. Zwei junge Köpfe von Dittrich.
N° I. In lateinischer SchriftSeybold Christian Seybold: Selbstporträt, Öl auf Kupfermalerei, 40,2 x 31,3 cm, Sammlungen der Fürsten von und zu Liechtenstein, Abbildung.
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sein eignes Portrait
wundervoll gemalt von ihm selbst: er war der einzige Schüler von In lateinischer SchriftDenner. | 3

Daß klassische gute Gemälde immer seltner werden, ist Ew: Excellenz schon bekannt. Seitdem man den Zoll in England auf einen Schilling herab gesezzet hat; so werden alle gute Gemälde nach England versendet. Die Dampfschiffarth trägt auch viel dazu bei; die Gemäldehändler aus In lateinischer SchriftLondon sind sehr schnell hieben in Deutschland. Ein amerikanischer Consul In lateinischer SchriftMarck[Marek?]; er hält sich in Nürnberg und Bamberg auf, dieser sendet alte Gemällde zu tausenden nach In lateinischer SchriftNewyork, so sagte mir Professor In lateinischer SchriftJaeck in Bamberg. Bald wird Deutschland an guten Gemälden erschöpft seyn. Bei Gemäldehaendler habe ich in dem vergangenen Jahr, auf meinen Reisen, nichts sich Auszeichnendes angetroffen. Nur in privat Sammlungen findet man noch hier und da gute Sachen.