Die Gemäldesammlung des Grafen v. Brabeck sah ich im Jahr 1799 zu Soeder. Eine Nachricht über das Einzelne und den Werth kann ich aber nicht geben, besonders da ich meine Bemerkungen darüber unter meinen Papieren nicht auffinde. Nur über den Totaleindruck, der mir verblieben ist, kann ich sprechen. Für einen wohlhabenden Kunstfreund schien mir die Sammlung nicht unbedeutend. Sie enthielt gröstentheils gute Sachen, aber unter dem Guten nicht gerade viel Vorzügliches. Einzelne Stücke führten große Namen, wie es leicht bey solchen Sammlungen der Fall ist, selbst von Raphael u. Correggio; aber die Ansicht entspricht den Namen nicht. Auch waren es mehr kleine als große Bilder, mehr zur Zierde von Wohnzimmern und Kabinetern als von Gallerien u. Sälen.

Der Ankauf einer solchen Sammlung würde also kaum beytragen, die königliche Sammlung zu bereichern. Denn manches, was Zierde einer kleinen Sammlung ist, verschwindet, wenn es in eine größere u. bedeutendere Sammlung versezt wird. Man kann überhaupt nur zu großen und namhaften Bildern rathen, die entweder kunsthistorisch, oder ihres vorzüglichen innern Werthes merkwürdig und meisterhaft sind.

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In Beziehung auf den zu bildenden Ausschuß für die beßere Einrichtung des Kunstwesens im Vaterlande bin ich der Meinung, daß die Zahl der Mitglieder nicht groß sey, und es sehr fördern würde, wenn der Minister selbst den Vorsiz dabey führte. Dabey wünschte ich ferner die vier Räthe - Nicolovius, Süvern, | 2 Uhden und Schulz, ferner für Mahlerey Hummel, für Bildnerey Rauch, für Baukunst Schinkel, und für das gelehrte Kunstfach trage ich mich an: dazu nur noch ein für solche Gegenstände gewandter Protocollführer.

Nach Maßgabe sich nun das Ganze entwickelte, und in seine Theile zerlegt wäre, könnten Gutachten von andern über einzelne Fächer theils schriftlich, theils mündlich eingeholt werden. Nur wäre vor der Hand einseitige An- und Einsichten zu vermeiden, besonders solche, die nur untergeordnete, und hülfswißenschaftliche Theile kennen und bearbeiten.

Vorläufig werde ich mich beschäftigen, eine Denkschrift als Norm für die Arbeiten eines solchen Ausschußes zu entwerfen.

Hirt

den 25 Aug. 18.