An / Des Königl. Geh: Ober-Bau-Raths, / Herrn Schinkel / Hochwohlgeboren / und / Des Königl. Hofraths, Herrn Hirt. / Wohlgeboren / Hier.

Berlin, den 13ten July 1822.

Ewr. Hochwohl- und Wohlgeboren danke ich verbindlichst für die mir unter dem 9ten dieses Monats über das, was Sie wegen Förderung der Restauration der Königlichen Gemälde-Sammlung bereits veranlaßt haben, gefälligst gegebene Nachricht und erkläre mich mit den von Ihnen getroffnen Einleitungen vollkommen einverstanden.

Gleich nach dem Empfange Ihres gefälligen Schreibens habe ich die Forderung des Malers Theoli für die von ihm restaurirten Gemälde näher geprüft und aus der anliegenden Rechnung desselben ersehen, daß solche nicht, wie ich früher glaubte, 150 Thaler, sondern 30. Friedrichsd'or und 1050 rthr. Courant beträgt. Die General-Kasse meines Ministerii habe ich daher | 2 angewiesen, Ihnen statt erstgenannten Betrages letztere Summe gegen Quittung zu zahlen, und stelle Ihnen nunmehr anheim, den p Theoli, wenn Sie Sich von der Richtigkeit seiner Forderung überzeugt haben und solche angemessen finden, gefälligst zu befriedigen. Auch habe ich nach Ihrem Wunsche das Nöthige angeordnet, daß die ferner erforderten wieder bedeutenden Zahlungen für die Restauration und Aufstellung pp. der Gemälde-Sammlung von der vorerwähnten Kasse auf Ihre Anweisung gegen von Ihnen attestirte Quittungen geleistet werden. Vorerst habe ich Ihnen bey gedachter Kasse einen Credit auf den Betrag von 1500 reichstaler eröffnet und behalte mir vor wenn größere Posten vorkommen diese besonders auf Ihren Antrag anzuweisen so wie auch wenn Sie die 1500 reichstaler erschöpft haben einen neuen Credit für Sie zu eröffnen. Sollten Sie größere Contracte abschließen so bitte ich Sie mich möglichst bald von der erforderlichen Summe zu unterrichten um wegen Anschaffung der Fonds Anstalt treffen zu können.

Was die Beschäftigung der von Ewr — vorgeschlagenen Restauratoren betrifft, so stelle ich Ihnen lediglich ergebenst anheim, mit ihnen deshalb zu unterhandeln und solchen zuvörderst die Ihnen angenehm scheinenden Bedingungen, unter welchen ihnen Arbeit übertragen werden | 3 kann, zu eröffnen, auch ihnen versuchsweise Gemälde zum restauriren zu übergeben. Eben so ersuche ich Ewr —, Sich auch mit dem Maler Fuchs in Cöln wegen seiner Anherokunft(?) in Correspondenz zu setzen und ihm die nöthigen Vorschläge zu machen. Sollte zu seiner Herberufung endlich meine Mitwirkung erforderlich sein, so werde ich auf Ihre desfalsige nähere gefällige Äusserung sehr gern das Erforderliche veranlassen. Wegen Palmaruoli überlasse ich Ihnen das Erforderliche gefälligst durch Herrn Prof. Rauch einzuleiten.

Wegen Ueberweisung eines besseren Lokals im Akademie-Gebäude für die dort befindlichen Gemälde habe ich übrigens heute an den Herrn Director Schadow das Nöthige nach der abschriftlichen Anlage erlassen, und ich ersuche Ewr – daher ergebenst, Sich deshalb an diesen nunmehr gefälligst wenden zu wollen. Wenn über den Ausbau des Museums entschieden ist so wird es das Beste seyn eine eigene Behörde zur Aufsicht über den ausgebauten Theil zu constituiren und H. Schadow um die Räume welche zunächst für die Kunst Akademie bestimmt sind zu überweisen. | 4

Sehr zweckmässig finde ich, daß die Versetzung der Gemälde demnächst durch H. Lamperi geleitet und daß letztere unter Ihrem Verschluß gehalten werden.
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Schreiben Altensteins an Johann Gottfried Schadow. Mundiert und abgesendet den 15. Juli 1822 (Bl. 131v-132r):

An / Den Herrn Director Schadow. / Wohlgeboren / Hier.

Die mit der Herstellung eines Museums Allerhöchsten Orts beauftragten Herren Geh. Ober-Bau-Rath Schinkel und Hofrath Hirt haben bei mir auf Ueberweisung eines besseren Lokals im Akademie-Gebäude zur Aufbewahrung der vorläufig dort untergebrachten Gemälde der Sollschen Sammlung angetragen, da die Gemälde in dem Saale wo sich solche jezt befinden nicht gut untergebracht seyen. - Ich habe dieselben hierauf veranlaßt, mit Ewr. | 5 Wohlgeboren deshalb Rüksprache zu nehmen und ersuche Sie hierdurch nach deren Verlangen ein anderes Lokal im Akademie-Gebäude, welches dem Zweck beßer entspricht auszumitteln und zu deren Disposition zu stellen.

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Schreiben Altensteins an die Unterrichtsabteilung. Mundiert und abgesendet den 15. Juli 1822 (Bl. 132r-v):

Bei der Unterrichts-Abtheilung vorzulegen.

Nachdem des Herrn StaatsKanzlers, Fürsten von Hardenberg Durchlaucht, auf meinen Vorschlag unter dem 28ten v. M. zu genehmigen geruht haben, daß zur Einrichtung des Kunst-Museums und vorzüglich zur Aufstellung und Restauration der Königl. Gemälde-Sammlung eine Summe von 5. bis 6000. Rthlr. aus den Ersparnissen und laufenden Fonds meines Ministerii vorschußweise bestimmt werde, habe ich die General-Kasse nach der Anlage angewiesen, zur Buchung der hierauf anzuweisenden Zahlungen ein Vorschuß-Konto auf 6,000 reichstaler | 6 zu eröffnen, und davon dem GOBR. Schinkel und dem Hofrath Hirt zur Befriedigung des Malers Theoli für die von ihm restaurirten Gemälde die Summe von 30. Frd'or und 1,050 reichstaler Ct gegen Quittung zu zahlen. - Die Herren Schinkel und Hirt wünschen, daß die ferner vorkommenden Zahlungen ebenfalls von der General-Kasse gegen Ihre Anweisungen und von ihnen attestirte Quittungen geleistet werden mögen, und ich habe genehmigt daß Ihnen vorerst hierzu ein Credit von 1500 reichstaler eröffnet werde. Die Kasse wird noch näher über die ganze Buchungs(?)führung vorzüglich aber in Beziehung auf diesen Credit zu instruiren sein.
Berlin, w. o. [gez.] Al[tenstein]