An / den Koenigl: Wirklichen Geheimen Staats Minister, / Minister der Geistlichen, Unterrichts und / Medizinal Angelegenheiten pp / Herrn Freyherrn von Altenstein / Excellenz

Wenn gleich wir den Gemaelde Restaurateur Horrack seines krankhaften Zustandes wegen bedauern, so koennen wir doch nicht umhin, das unregelmäßige Verfahren desselben hoechlich zu mißbilligen. Wir haben dem p Horrack ein treffliches Gemaelde, um dasselbe vom Holze auf Leinwand zu bringen, anvertraut und haben gern dafür gestimmt, daß ihm vor vollendeter Arbeit ein Vorschuß von 100 reichsthalern gereicht worden ist. Anstatt des Auftrags sich zu entledigen, wie wir sicher hofften, entfernt er sich ohne Anzeige und läßt das Bild in fremden Händen, wovon wir nur auf Nebenwegen Kenntniß erhielten. Erst nachdem wir das Bild wieder in unsere Hände bekommen hatten, bemerkten wir, daß der p Horrack auf eine verwegene Weise und ohne wahre Kenntniß der Sache zu Werke gegangen, und jezt Gefahr ist, daß die ganze Arbeit des großen Meisters verloren gehet.

Hiernach koennen wir uns nicht ferner mit einem solchen unzuverläßigen Manne einlaßen, sondern müssen erwarten, bis sich ein anderer bewährter Restaurator findet, um zu sehen, ob das Gemaelde aus dem gefahrvollen Zustande, worin der p Horrack es gelassen, noch zu retten sein moechte.

Dies ist was wir in Folge der sehr geehrten Schreiben vom 26ten Juny und 5ten July über diesen Vorfall Euer Excellenz gewissenhaft und gehorsamst zu berichten uns beehren, und haben wir hiernach den p Horrack beschieden.

Berlin den 21ten August 1823.

[gez.] Schinkel [gez.] Hirt